{"id":9231,"date":"2006-08-01T00:00:00","date_gmt":"2006-07-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060801-05n"},"modified":"2006-08-01T00:00:00","modified_gmt":"2006-07-31T22:00:00","slug":"dresdner-forscher-mit-erfolg-auf-dem-holzweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/dresdner-forscher-mit-erfolg-auf-dem-holzweg\/","title":{"rendered":"Dresdner Forscher mit Erfolg auf dem &#8220;Holzweg&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><b>Wer glaubt, Holz k\u00f6nne man nur s\u00e4gen oder hobeln und beim Biegen zerbricht es irgendwann, der hat noch nicht Rohre, Ringe oder geschwungene Reliefs gesehen, die aus Holzplatten bzw. Brettern gebogen wurden. <\/p>\n<p>Diese Technologie &#8211; Holz zu bearbeiten und zu verformen, ohne dass es unter einem hohen Biegedruck bricht &#8211; hat der Dresdner Wissenschaftler <a href=\"http:\/\/www.tu-dresden.de\/biwibh\/holzbau\/start-news.html\" >Peer Haller<\/a> entwickelt und damit au\u00dferdem erm\u00f6glicht, bei der Verarbeitung von Holz enorm viel Material einzusparen. Der Professor f\u00fcr Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen an der Technischen Universit\u00e4t Dresden wurde jetzt f\u00fcr seine Innovation mit dem Wilhelm-Klauditz-Preis ausgezeichnet.<\/b><\/p>\n<p>Als nachwachsender Rohstoff ist Holz f\u00fcr das umweltvertr\u00e4gliche Bauen der Zukunft besonders attraktiv. Bisher wurde Bauholz aus St\u00e4mmen herausgeschnitten und eine durchschnittliche Ausbeute von 50 bis 60 Prozent erreicht. Der Rest war Verschnitt. <\/p>\n<p>Mit dem neuen Verfahren kann ein gef\u00e4llter Stamm fast vollst\u00e4ndig verarbeitet werden. Das Geheimnis liegt darin, die zur Verf\u00fcgung stehende Menge an Holz in einer bestimmten Weise anzuordnen. Die Holzst\u00fccken werden gepresst, dann in Scheiben abgeschnitten und anschlie\u00dfend nebeneinanderliegend wieder zusammengeleimt. So entstehen beliebig gro\u00dfe Bretter oder Platten, die je nach Bedarf gebogen, gew\u00f6lbt oder anderweitig geformt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei so gebogenen Rohren kann im Vergleich zum Vollk\u00f6rper 70 bis 80 Prozent gespart werden. Dies ergibt sich, weil man Verschnitt im S\u00e4gewerk vermeidet und ein Profilquerschnitts in R\u00f6hrenform hinsichtlich Traglast effizienter ist als beispielsweise ein Balken.<\/p>\n<p>Rohrprofile eignen sich besonders f\u00fcr materialsparende tragende Bauteile, weil die zur Verf\u00fcgung stehende Holzmenge nur f\u00fcr die Rohrwanddicke ben\u00f6tigt wird. Der Innenraum bleibt leer. Dadurch kann ein sehr gro\u00dfer Durchmesser mit nur wenig Holz hergestellt werden. <\/p>\n<p>Bei einem runden Vollquerschnitt (alles aus Holz), bei dem die gleiche Holzmenge verwendet wird, entsteht ein betr\u00e4chtlich kleinerer Durchmesser und damit verringert sich deutlich die Tragf\u00e4higkeit. Auf einem 2,60 Meter langen Rohr, mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern und nur zwei Zentimeter Wandst\u00e4rke, k\u00f6nnten theoretisch 50 Autos gestapelt werden. F\u00fcr das selbe Rohr kann man mit einer nachtr\u00e4glich aufgebrachten Schicht aus Glas- oder Karbonfaser die Tragf\u00e4higkeit nochmals deutlich steigern.<\/p>\n<p>Holz ist formbar, weil es sich unter Druck und bei ca. 140 Grad Celsius wie eine Art Schaumstoff verh\u00e4lt. Das Prinzip: Holzst\u00fccke zusammenpressen und damit die winzigen Fasern verdichten (wie ein St\u00fcck Papier, dass ziehharmonikaartig zusammengefaltet wird). Die Teile sind dann nur noch etwa halb so gro\u00df, allerdings fester, dichter und steifer als im urspr\u00fcnglichen Zustand. Vor allem Nadelh\u00f6lzer werden gepresst, um bei minderwertigem Arten gr\u00f6\u00dfere Festigkeiten zu erzielen.<\/p>\n<p>Prof. Haller ging noch einen Schritt weiter: Wenn sich Holz zusammenpressen l\u00e4sst, dann kann man es anschlie\u00dfend auch wieder dehnen (das gefaltete Papier also auseinanderziehen) und damit verschieden formen, zum Beispiel biegen, walzen oder wickeln. Dreht man ein Kantholz nach dem ersten Verdichten um 90 Grad und presst es so noch einmal, sind sogar dreidimensionale Formen m\u00f6glich. Gepresstes Holz l\u00e4sst sich um fast 100 Prozent dehnen.<\/p>\n<p>&#8220;Ein schwer zu formender Werkstoff ist durch die neue Technik wie Gummi&#8221;, sagt Prof. Haller. Zus\u00e4tzliche Beschichtung mit Glas- oder Karbonfasern geben zus\u00e4tzliche Stabilit\u00e4t und machen das Holz witterungsbest\u00e4ndig. Die geformten Holzteile lassen sich in der Bau- und Leichtbauindustrie sowie im M\u00f6bel und Innenausbau verwenden.<\/p>\n<p><b>Kontakt:<\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tu-dresden.de\/\" >Technische Universit\u00e4t Dresden<\/a><br \/>Prof. Dr.-Ing. Peer Haller<br \/>Tel.: 463 36305<br \/>email: <a href=\"mailto:Peer.Haller@mailbox.tu-dresden.de\">Peer.Haller@mailbox.tu-dresden.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hitze-bringt-holz-in-form\/\" >2004-02-02<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wer glaubt, Holz k&ouml;nne man nur s&auml;gen oder hobeln und beim Biegen zerbricht es irgendwann, der hat noch nicht Rohre, Ringe oder geschwungene Reliefs gesehen,<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-9231","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9231","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9231"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9231\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9231"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9231"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9231"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=9231"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}