{"id":9217,"date":"2006-08-04T00:00:00","date_gmt":"2006-08-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060804-02n"},"modified":"2006-08-04T00:00:00","modified_gmt":"2006-08-03T22:00:00","slug":"getreide-als-brennstoff-auch-in-niedersachsen-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/getreide-als-brennstoff-auch-in-niedersachsen-moeglich\/","title":{"rendered":"Getreide als Brennstoff, auch in Niedersachsen m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<p><b>Da Getreide bisher nicht als &#8220;Regelbrennstoff&#8221; in der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) aufgef\u00fchrt ist, darf Getreide in Deutschland, bis auf wenige Ausnahmen, im Leistungsbereich bis 100 kW nicht als Brennstoff genutzt werden.  <\/p>\n<p>So kann Getreide nur in genehmigungspflichtigen Anlagen \u00fcber 100 kW verfeuert werden, die nach der 4. BImSchV genehmigt wurden. In dieser Verordnung gibt es aber engere Grenzwerte f\u00fcr Staub, Kohlenmonoxid und Stickoxid (NOx), die mit Getreide als Brennstoff schwierig einzuhalten sind.<\/b><\/p>\n<p>Die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1.BImSchV) wird derzeit novelliert. Mit Bundesratsinitiativen versuchen L\u00e4nder wie Niedersachsen, Sachsen und Hessen, Getreide als Regel- oder Sonderbrennstoff in diese Verordnung hineinzubekommen. Vereinzelt haben einige Bundesl\u00e4nder Ausnahmen nach \u00a7 20 der 1. BImSchV zugelassen. <\/p>\n<p>Mit den Ausnahmeregelungen wurden jeweils h\u00f6here Anforderungen an Brennstoff- und Rauchgasqualit\u00e4t formuliert, die in der Praxis h\u00e4ufig nicht eingehalten werden k\u00f6nnen. So klingen die Ausnahmen zun\u00e4chst viel versprechend, tats\u00e4chlich  werden in manchen L\u00e4ndern nur wenige Anlagen  errichtet. <\/p>\n<p>Bisher gelten in der 1. BImSchV Grenzwerte von 150 mg Staub und 2 &#8211; 4 g CO\/m<sup>3<\/sup> Rauchgas  die mit den Ausnahmen immer reduziert wurden. F\u00fcr Stickoxide gibt es bisher keine Grenzwerte. Ausnahmen nach \u00a7 20 d\u00fcrfen jeweils im Einzelfall (H\u00e4rtefall) zugelassen werden, sch\u00e4dliche Umwelteinwirkungen d\u00fcrfen nicht zu bef\u00fcrchten sein.<\/p>\n<p><b>Bayern<\/b><\/p>\n<p>Ausnahmen werden nur f\u00fcr Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, dem Gartenbau sowie f\u00fcr den  agrargewerblichen Sektor zugelassen. Nachweise von Pr\u00fcfstandsmessungen nach DIN EN 303 Teil 5 mit Einhaltung folgender Grenzwerte f\u00fcr Staub: 75 mg\/m<sup>3<\/sup>, NO<sub>2<\/sub>: 500 mg\/m<sup>3<\/sup>  (bezogen auf 13% O<sub>2<\/sub>, werden gefordert. Grenzwerte f\u00fcr den praktischen Betrieb, 15 bis 50 kW: 100 mg Staub\/m<sup>3<\/sup> und 1,0 g CO\/m<sup>3<\/sup>, 50 bis 100 kW: 75 mg Staub\/m<sup>3<\/sup> und 0,5 g CO\/m<sup>3<\/sup>, jeweils bezogen auf 13% O<sub>2<\/sub>.  Die Anbaufl\u00e4che darf 1 Jahr lang nicht mit chlorhaltigen D\u00fcngemitteln ged\u00fcngt worden sein.<\/p>\n<p><b>Baden- W\u00fcrttemberg<\/b><\/p>\n<p>Nachweis von Pr\u00fcfstandsmessungen nach DIN EN 303 Teil 5 mit Einhaltung folgender Grenzwerte f\u00fcr Staub: 75 mg\/m<sup>3<\/sup>, NO<sub>2<\/sub>: 500 mg\/m<sup>3<\/sup>, f\u00fcr Anlagen mit 15 bis 50 kW wurde ein Grenzwert f\u00fcr CO von 0,5 g\/m<sup>3<\/sup>, f\u00fcr den Leistungsbereich von 50 bis 100 kW: 0,25 g\/m<sup>3<\/sup> (bezogen auf 13% O<sub>2<\/sub>) festgelegt.<\/p>\n<p>Grenzwerte f\u00fcr den praktischen Betrieb f\u00fcr Anlagen in Betrieben der Land- und Forstwirtschaft, dem Gartenbau und agrargewerblichem Sektor: 15 bis 50 kW: 100 mg Staub\/m<sup>3<\/sup> und 1,0 g CO\/m<sup>3<\/sup>, 50 bis 100 kW: 75 mg Staub\/m<sup>3<\/sup> und 0,5 g CO\/m<sup>3<\/sup>, jeweils bezogen auf 13% O<sub>2<\/sub>.<br \/>In allen anderen F\u00e4llen, also au\u00dferhalb des Agrarbereiches, m\u00fcssen versch\u00e4rfte Staubemissionsanforderungen von 20 mg\/m<sup>3<\/sup> eingehalten werden. Die Ableitung der Abgase soll \u00fcber First erfolgen.<\/p>\n<p><b>Nordrhein- Westfalen<\/b><\/p>\n<p>Ausnahmen nur f\u00fcr Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, des Gartenbaus und des agrargewerblichen Sektors, die Umgang mit Getreide haben (M\u00fchlen, Landhandel). Zulassung f\u00fcr Getreide- und Bruchk\u00f6rner. F\u00fcr Getreidek\u00f6rner die als Nahrungsmittel verwendbar sind, Getreideganzpflanzen und bei der Getreidereinigung anfallende Nebenprodukte sollen keine Ausnahmegenehmigungen erteilt werden.<\/p>\n<p>Die Feuerungen m\u00fcssen f\u00fcr den Brennstoff Getreide ausgelegt sein (Bauartpr\u00fcfung) und einen Nachweis von Pr\u00fcfstandsmessungen nach DIN EN 303 Teil 5 erbringen. <\/p>\n<p>Dabei sind folgende Grenzwerte einzuhalten: <br \/>Staub: 75 mg\/m<sup>3<\/sup>, NO<sub>2<\/sub>: 500 mg\/m<sup>3<\/sup>, f\u00fcr Anlagen mit 15 bis 50 kW wurde ein Grenzwert f\u00fcr CO von 0,5 g\/m<sup>3<\/sup>, f\u00fcr den Leistungsbereich von 50 bis 100 kW  0,25 g\/m<sup>3<\/sup> (bezogen auf 13% O<sub>2<\/sub>) festgelegt.<\/p>\n<p>Grenzwerte f\u00fcr den praktischen Betrieb: <br \/>15 bis 50 kW: 130 mg Staub\/m<sup>3<\/sup> und 1,0 g CO\/m<sup>3<\/sup>, <br \/>50 bis 100 kW:  110 mg Staub\/m<sup>3<\/sup> und 0,5 g CO\/m<sup>3<\/sup>, jeweils bezogen auf 13% O<sub>2<\/sub>.  <br \/>Ableitung der Rauchgase in den freien Windstrom, die Feuerung ist mit einem Pufferspeicher zu betreiben.<\/p>\n<p><b>Bundesratsinitiative<\/b><\/p>\n<p>Nach Niedersachsen und Hessen hat auch Sachsen eine Bundesratsinitiative angestrebt. Darin wurde  vorgeschlagen, dass Hersteller die Einhaltung von 800 mg Stickstoffdioxid (NO<sub>2<\/sub>)unter Pr\u00fcfbedingungen, bezogen auf 13% O<sub>2<\/sub>, nachweisen m\u00fcssen. Unter Praxisbedingungen sollen dann 70 mg Staub und 0,5 g CO \/ m<sup>3<\/sup> (13% O<sub>2<\/sub>) als Grenzwert festgeschrieben werden.<\/p>\n<p><b>Was macht Niedersachsen<\/b><\/p>\n<p>Nach intensiven Diskussionen um Ausnahmegenehmigungen wird in Niedersachsen zun\u00e4chst ein Feldversuch angestrebt. In einem definierten Messprogramm soll der Einsatz unterschiedlicher Brennstoffe wie Roggen, Weizen, Rapskuchen \u00fcber einen Zeitraum von 2 Jahren getestet und ausgewertet werden. Die gewonnenen Daten sollen die Erkenntnisse aus anderen Bundesl\u00e4ndern erg\u00e4nzen und dazu beitragen, dass Getreide als Regelbrennstoff in die 1.BImschV aufgenommen wird.<\/p>\n<p>In Absprache mit den Nieders\u00e4chsischen Ministerien f\u00fcr Umwelt und Landwirtschaft wird das Projekt von der Landwirtschaftskammer durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Die entstehenden Kosten f\u00fcr das Messprogramm sollen von den genannten Ministerien sowie den Herstellern und\/ oder Betreibern der Anlagen getragen werden.<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr eine Teilnahme an dem Forschungs- und Untersuchungsprojekt ist, dass durch den Anlagenhersteller der Nachweis einer Pr\u00fcfstandsmessung in Anlehnung an DIN-EN 303, Teil 5 bei 100% Getreideeinsatz und\/oder 100% Rapskucheneinsatz erbracht wird. Die ermittelten Emissionen im Abgas sollten nachfolgend aufgef\u00fchrte  Grenzwerte, bezogen auf einen Volumengehalt an Sauerstoff im Abgas von 13%, nicht \u00fcberschreiten (pdf-Datei im Anhang).<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurden die Hersteller geeigneter Anlagen  aufgefordert, bei \u00dcbernahme des Kostenanteils (ca. 5000 \u20ac) Praxisanlagen zu benennen, die in das Messprogramm einbezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Kontakt:<\/b><br \/>Carsten Br\u00fcggemann<br \/>Berater Landtechnik<br \/>Telefon: 0511 3665-1411<br \/>Telefax: 0511 3665-1537<br \/><a href=\"http:\/\/www.lwk-niedersachsen.de\/index.cfm\/action\/contact\/doc\/7265~1.html\" >E-Mail<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/getreide-als-brennstoff-was-ist-erlaubt-lohnt-sich-das\/\" >2006-05-12<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Da Getreide bisher nicht als &#8220;Regelbrennstoff&#8221; in der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. 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