{"id":9209,"date":"2006-08-08T00:00:00","date_gmt":"2006-08-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060808-04n"},"modified":"2006-08-08T00:00:00","modified_gmt":"2006-08-07T22:00:00","slug":"wird-ostbayern-zentrum-der-deutschen-biodiesel-produktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wird-ostbayern-zentrum-der-deutschen-biodiesel-produktion\/","title":{"rendered":"Wird Ostbayern Zentrum der deutschen Biodiesel-Produktion?"},"content":{"rendered":"<p><b>Ostbayern ist auf dem Weg, in den n\u00e4chsten Jahren ein Zentrum der deutschen Biodiesel-Produktion zu werden. In Straubing erfolgte jetzt der Spatenstich f\u00fcr &#8220;S\u00fcddeutschlands gr\u00f6\u00dfte Biodiesel-Raffinerie mit einer Produktionskapazit\u00e4t von 200.000 Tonnen Biodiesel pro Jahr&#8221;, wie Rene van der Poel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der W\u00fcrzburger Firma <a href=\"http:\/\/www.campa-biodiesel.de\/\" >Campa<\/a>, mitteilt.<\/b><\/p>\n<p>Bereits im kommenden Jahr soll die 60 Millionen Euro teure Anlage in Betrieb gehen. Ihre Verarbeitungskapazit\u00e4t liegt laut van der Poel bei rund 750.000 Tonnen Rapssaat j\u00e4hrlich. Dies entspreche beinahe der gesamten Rapsproduktion in Bayern.<\/p>\n<p>Nach Fertigstellung einer zweiten, im niederbayerischen Deggendorf geplanten Anlage, w\u00fcrde jeder f\u00fcnfte in Deutschland produzierte Liter Biodiesel aus Ostbayern kommen. <\/p>\n<p><b>Deggendorfer Anlage kostet 120 Mio. Euro<\/b><\/p>\n<p>Die Pl\u00e4ne in Deggendorf aber verz\u00f6gern sich, nachdem der m\u00f6gliche Bauherr gewechselt hat. Anstelle der Firma Ireco Projektmanagement GmbH will jetzt die Rebina KG aus Benediktbeuern die Pl\u00e4ne realisieren, wie Franz Eckl vom Zweckverband Donau-Hafen, wo die neue Deggendorfer Biodiesel-Raffinerie entstehen soll, sagte.<\/p>\n<p>Und Peter Okon von Rebina betont, die Anlage werde wie von Ireco geplant gebaut. Die Produktion solle Ende 2007 aufgenommen werden. Die bisherigen Pl\u00e4ne f\u00fcr die Anlage gehen von einer Jahresleistung von 230.000 Tonnen Biodiesel aus. Die Kosten f\u00fcr das Gesamtprojekt, das auch noch ein Biomasseheizkraftwerk beinhaltet, wurden von Ireco mit 120 Millionen Euro angegeben. In Aussicht gestellt wurden 70 neue Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>In Straubing denkt man an die Einstellung von bis zu 60 neuen Mitarbeitern. Diese Anlage entsteht beim Straubinger Hafen auf einem 54.000 Quadratmeter gro\u00dfen Grundst\u00fcck. \u00dcber die Donau soll k\u00fcnftig auch ein Gro\u00dfteil der j\u00e4hrlich 750.000 Tonnen Rapssaat angeliefert werden. Vornehmlich soll der Raps aber von den niederbayerischen &#8220;\u00d6lfeldern&#8221; kommen, um die Umweltbelastung durch Transport so gering wie m\u00f6glich zu halten, betont van der Poel.<\/p>\n<p><b>Straubing stach Regensburg aus<\/b><\/p>\n<p>Per Schiff solle der produzierte Biodiesel die Raffinerie wieder verlassen. Im ersten Bauabschnitt entsteht derzeit die \u00d6lm\u00fchle, in der ab Mitte n\u00e4chsten Jahres der Raps gepresst wird. In K\u00fcrze werde in Straubing auch mit dem Bau der eigentlichen Raffinerie begonnen, sagte van der Poel von Campa, die die Anlage in Straubing baut (Campa betreibt derzeit bereits Bayerns erste Biodiesel-Raffinerie in Ochsenfurt bei W\u00fcrzburg). <\/p>\n<p>Straubing hat bei der Standortwahl laut van der Poel im \u00dcbrigen Regensburg ausgestochen. Eigentlich sollte die Biodiesel-Raffinerie dort gebaut werden, doch habe es beim Genehmigungsverfahren &#8220;nur Schwierigkeiten gegeben.&#8221; In Straubing sei das Verfahren dagegen schnell und reibungslos durchgef\u00fchrt worden.<\/p>\n<p>Geplant ist den Angaben nach, die &#8220;gr\u00f6\u00dfte bayerische Biodiesel-Fabrik&#8221; eng mit dem <a href=\"http:\/\/www.wz-straubing.de\/\" >Wissenschaftszentrum<\/a> Straubing zu vernetzen. Dort erforschen renommierte Professoren und Doktoranden mehrerer bayerischer Universit\u00e4ten, wie mit Hilfe nachwachsender Rohstoffe einmal ein Leben ohne Gas und \u00d6l m\u00f6glich werden k\u00f6nnte. Erst vor wenigen Wochen hat der bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel den Grundstein f\u00fcr das rund 17 Millionen teure Wissenschaftszentrum in Straubing gelegt. In der G\u00e4ubodenstadt befindet sich auch das Kompetenzzentrum f\u00fcr nachwachsende Rohstoffe. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/straubing-17-millionen-euro-fuer-die-erforschung-nachwachsender-rohstoffe\/\" >2006-06-20<\/a>.)<\/p>\n<p>Dass Pflanzen als Energie-Lieferant wichtig werden k\u00f6nnten, erkannte schon Rudolf Diesel, der Erfinder des Diesel-Motors, vor neunzig Jahren: &#8220;Der Gebrauch von Pflanzen\u00f6l als Kraftstoff mag heute unbedeutend sein. Aber derartige Produkte k\u00f6nnen im Laufe der Zeit ebenso wichtig werden wie Petroleum und die Kohle-Teer-Produkte von heute&#8221;, sagte er. <\/p>\n<p><b>Nachfrage nach Biodiesel gestiegen<\/b><\/p>\n<p>Er k\u00f6nnte Recht behalten, denn der &#8220;Biodiesel-Verbrauch&#8221; der Deutschen w\u00e4chst rapide. In den vergangenen f\u00fcnf Jahren verf\u00fcnffachte sich der Verbrauch des &#8220;\u00d6ko-Kraftstoffs&#8221; von rund 340.000 Tonnen auf rund 1,8 Millionen Tonnen. Und die Nachfrage nach Biodiesel wird in den n\u00e4chsten Jahren trotz Reduzierung der F\u00f6rderung nach Expertenmeinung weiter steigen. <\/p>\n<p>Experten sch\u00e4tzen, dass sich deshalb der Bedarf an Biodiesel bis in vier Jahren nochmals vervielfachen wird. Schon heute st\u00f6\u00dft die deutsche Biodiesel-Wirtschaft allerdings an ihre Produktionsgrenzen: &#8220;Die hohen Kraftstoffpreise haben so viel Nachfrage nach g\u00fcnstigem Bio-Diesel ausgel\u00f6st, dass die Hersteller nicht mehr liefern k\u00f6nnen&#8221;, sagte eine Sprecherin des <a href=\"http:\/\/www.biokraftstoffverband.de\/vdb\/\" >Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie<\/a>. Die Produktion komme nicht mehr mit. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vdb-biodiesel-wird-an-vielen-tankstellen-knapp\/\" >2005-10-12<\/a>.)<\/p>\n<p>Mit den neuen Anlagen in Niederbayern sollen jetzt m\u00f6gliche Engp\u00e4sse beseitigt und die Produktionskapazit\u00e4ten deutlich erweitert werden. Die Campa-Biodiesel GmbH &#038; Co. KG, die 1998 in Ochsenfurt bei W\u00fcrzburg gegr\u00fcndet wurde und heute laut Poel mit 45 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 175 Mio. Euro schreibt, sieht f\u00fcr sich deshalb auch gute Zukunftsaussichten. <\/p>\n<p><b>Investor hat Erfahrung mit Biodieselfabriken<\/b><\/p>\n<p>An Campa sind die Verwertungsgesellschaft f\u00fcr nachwachsende Rohstoffe (VNR) GmbH &#038; Co. KG, Bergtheim\/Opferbaum und die AT Agrar-Technik GmbH, Schlaitdorf bei Stuttgart beteiligt. Beide Unternehmen befassen sich seit mehr als zehn Jahren intensiv sowohl mit der Erzeugung, der Produktion als auch mit der Vermarktung von Rapsmethylester (RME) bzw. Biodiesel. <\/p>\n<p>Die VNR vertritt 13 Rapserzeugergemeinschaften mit ca. 3.500 Landwirten aus Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg und Hessen. Das schw\u00e4bische Anlagenbauunternehmen AT hat bisher sieben Biodieselanlagen in \u00d6sterreich, der Tschechischen Republik, der Schweiz und Deutschland errichtet. <\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/campa-sued-oelmuehle-und-biodieselanlage-fuer-donauhafen-straubing\/\" >2006-06-01<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Ostbayern ist auf dem Weg, in den n&auml;chsten Jahren ein Zentrum der deutschen Biodiesel-Produktion zu werden. In Straubing erfolgte jetzt der Spatenstich f&uuml;r &#8220;S&uuml;ddeutschlands gr&ouml;&szlig;te<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-9209","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9209","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9209"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9209\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9209"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9209"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=9209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}