{"id":9203,"date":"2006-06-21T00:00:00","date_gmt":"2006-06-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060621-02n"},"modified":"2006-06-21T00:00:00","modified_gmt":"2006-06-20T22:00:00","slug":"franz-alt-fordert-in-zeven-energiewende-luttmann-skeptisch-gegenueber-windkraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/franz-alt-fordert-in-zeven-energiewende-luttmann-skeptisch-gegenueber-windkraft\/","title":{"rendered":"Franz Alt fordert in Zeven Energiewende &#8211; Luttmann skeptisch gegen\u00fcber Windkraft"},"content":{"rendered":"<p><b>Rund 200 Interessierte besuchten die Veranstaltung mit <a href=\"http:\/\/www.sonnenseite.com\/index.php?pageID=39\" >Franz Alt<\/a> im Ballhaus Meyer in Zeven. Darin warb der 68-j\u00e4hrige fr\u00fchere Report-Moderator f\u00fcr einen raschen Umbau der Energieversorgung hin zu Windr\u00e4dern, Wasserkraftwerken, Biogasanlagen und Photovoltaikanlagen.<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr Alt wird das Thema viel zu wenig beachtet. &#8220;Das ist die gro\u00dfe Existenzfrage der Menschheit. Ohne Energie k\u00f6nnen wir nicht leben. Aber alle Quellen, die wir heute nutzen, laufen in einigen Jahrzehnten aus&#8221;, sagte er. <\/p>\n<p>Mit Geschmacksfragen wie &#8220;Passen Windr\u00e4der in die Landschaft?&#8221; oder &#8220;Gefallen uns die Maiskulturen rund um Biogasanlagen?&#8221; werde man dem Problem \u00fcberhaupt nicht gerecht. (Maismonokulturen \u00fcbrigens seien nicht notwendig. Man k\u00f6nne auch zum Best\u00fccken von Biogasanlagen Fruchtfolgen etwa mit Roggen und Sonnenblumen einhalten.)<\/p>\n<p>Solchen in der \u00d6ffentlichkeit mit viel Aufregung diskutierten &#8220;Problemchen&#8221; (zit: Franz Alt) stellte der Journalist die Gefahren der bisherigen Energieversorgung gegen\u00fcber: Strahlender M\u00fcll, Verw\u00fcstung und Versteppung durch den Treibhauseffekt, Endlichkeit der Vorr\u00e4te (und Krieg um diese). <\/p>\n<p>&#8220;Wenn wir alles \u00d6l und Gas verbrennen, steigt die Temperatur um acht Grad. Rotenburg liegt dann in der W\u00fcste.&#8221; Die Menschheit verfeuere t\u00e4glich die Menge, die die Natur in 500.000 Tagen eingelagert habe. Im Unterschied zu den Geschmacksfragen rund um erneuerbare Energien sei von diesen wirklichen Problemen kein einziges l\u00f6sbar. <\/p>\n<p>Wiederholt gei\u00dfelte Alt Manager gro\u00dfer Konzerne mit dem Schlagwort von den &#8220;Nieten in Nadelstreifen&#8221;. Sie w\u00fcrden ihrer Verantwortung in keiner Weise gerecht. <\/p>\n<p>Technisch k\u00f6nne man beispielsweise Autos mit einem Verbrauch von einem oder zwei Litern Sprit herstellen, VW etwa produziere stattdessen jedoch den Phaeton und einen Bugatti mit 1.000 PS, die 16 und sogar 100 Liter auf 100 Kilometer schluckten. Das schade der Umwelt, gehen an den Bed\u00fcrfnissen der Menschen vorbei und koste daher auch noch Arbeitspl\u00e4tze. <\/p>\n<p>Erneuerbare Energien hingegen seien die Wachstumsbranche \u00fcberhaupt, sagte Alt: &#8220;Wovor haben wir eigentlich Angst? Effizienter machen, H\u00e4user isolieren, Autos sparsamer machen, mehr \u00d6ffentlicher Nahverkehr \u2013 das sind Aufgaben f\u00fcr viele Jahre. Da entstehen Arbeitspl\u00e4tze.&#8221; <\/p>\n<p>Das gelte in Deutschland in besonderen Ma\u00dfe f\u00fcr auch die Windkraft mit allein 70.000 Besch\u00e4ftigten. Hinsichtlich der Photovoltaik habe das Land seinen Wissensvorsprung leider an Japan verloren. Das d\u00fcrfe bei Biogasanlagen nicht passieren \u2013 gerade jetzt, wo die Amerikaner anfingen, sich f\u00fcr das Thema zu interessieren. <\/p>\n<p>Zu Beginn des Abends hatten der Staatssekret\u00e4r im Landeslandwirtschaftsministerium, Friedrich-Otto Ripke, und der Erste Kreisrat und CDU-Landratskandidat Hermann Luttmann Statements zum Thema abgegeben. W\u00e4hrend Ripke davon sprach, wie gro\u00dfe Bedeutung sein Haus aus mehreren Gr\u00fcnden den erneuerbaren Energien beimesse, erregte Luttmann am meisten Aufmerksamkeit mit seiner Zur\u00fcckhaltung gegen\u00fcber der Windkraft. <\/p>\n<p>Im Kreis gebe es 81 R\u00e4der und Platz f\u00fcr etwa 60 neue, berichtete er: &#8220;Damit halte ich das Potenzial f\u00fcr ausgesch\u00f6pft. Wir haben unsere Schuldigkeit getan.&#8221; B\u00fcrgerinitiativen gegen fast jeden geplanten Windpark zeigten, dass die Bev\u00f6lkerung diese Technik nicht akzeptiere. <\/p>\n<p>Auf solche Aussagen Luttmanns reagierte Alt in der auf seinen Vortrag folgenden Diskussion sehr scharf. Der Verweis auf Gegenwind aus der Bev\u00f6lkerung offenbare fehlende Leidenschaft und wenig F\u00fchrungskraft, warf er Luttmann vor: &#8220;Jemand, der Landrat werden will, muss gestalten wollen. Ich erwarte, dass ein Landrat Visionen hat.&#8221; <\/p>\n<p>Luttmann erwiderte, er mache erstens Politik f\u00fcr die B\u00fcrger, nicht gegen sie. Zweitens entscheide letztlich nicht er, sondern der Kreistag. Drittens stehe er Visionen \u00e4hnlich skeptisch gegen\u00fcber wie der fr\u00fchere Bundeskanzler Helmut Schmidt. Wenn er denn schon eine \u00e4u\u00dfern solle, sei es die, Arbeitspl\u00e4tze in der Landwirtschaft zu erhalten. &#8220;Und das macht die Windenergie nicht.&#8221; <\/p>\n<p>Der Favorit auf das Landratsamt begr\u00fc\u00dfte jedoch den Bau von Holzkraftwerken und Biogasanlagen. Unter Beifall appellierte er an die Menschen in den D\u00f6rfern, &#8220;gewisse Dinge hinzunehmen.&#8221; Au\u00dferdem solle jeder \u00fcberlegen, ob er sein Geld den \u00d6lscheichs oder lieber einem hiesigen Handwerksmeister geben wolle, der das Haus vern\u00fcnftig d\u00e4mmt. <\/p>\n<p>Zu der Veranstaltung geladen hatte eine Gruppe aus Windpark-, Biogas- und Solaranlagenbetreibern. Aufgrund der gegenw\u00e4rtigen politischen Brizanz von Windparks und Biogasanlagen geriet das relativ unstrittige Thema Photovoltaik in der Diskussion allerdings in den Hintergrund. <\/p>\n<p>Der dreist\u00fcndige Abend in Zeven soll der Auftakt zu einer Reihe gewesen sein, die dem Thema Energiewende mehr Aufmerksamkeit verschafft. N\u00e4chster Referent soll im Herbst Professor Norbert Walter sein, Chefvolkswirt der Deutschen Bank.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Rund 200 Interessierte besuchten die Veranstaltung mit Franz Alt im Ballhaus Meyer in Zeven. 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