{"id":91844,"date":"2021-07-05T07:26:00","date_gmt":"2021-07-05T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=91844"},"modified":"2021-06-30T12:02:28","modified_gmt":"2021-06-30T10:02:28","slug":"hersteller-gesucht-flexible-faserplatte-aus-stroh-kann-umweltfreundlich-ohne-kunstharze-hergestellt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hersteller-gesucht-flexible-faserplatte-aus-stroh-kann-umweltfreundlich-ohne-kunstharze-hergestellt-werden\/","title":{"rendered":"Hersteller gesucht: Flexible Faserplatte aus Stroh kann umweltfreundlich ohne Kunstharze hergestellt werden"},"content":{"rendered":"\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"503\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/csm_Bioflexi_2_53913647cb-1.jpg\" alt=\"Flexible Faserplatte aus nachwachsenden Rohstoffen\" class=\"wp-image-91859\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/csm_Bioflexi_2_53913647cb-1.jpg 750w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/csm_Bioflexi_2_53913647cb-1-300x201.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/csm_Bioflexi_2_53913647cb-1-150x101.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/csm_Bioflexi_2_53913647cb-1-400x268.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption><strong>Flexible Faserplatte<\/strong>\u00a0aus nachwachsenden Rohstoffen kommt ohne gesundheitssch\u00e4dliche Harze aus<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Nachhaltigkeit\u00a0ist auch im M\u00f6belbau ein gro\u00dfes Thema. Gerade bei der\u00a0Herstellung von M\u00f6beln\u00a0oder\u00a0im Innenausbau\u00a0wird zunehmend auf eine\u00a0umweltfreundliche Herstellung der Materialien\u00a0und deren\u00a0Wiederverwertbarkeit\u00a0Wert gelegt. Bislang werden in der M\u00f6belindustrie oder im Innenausbau vor allem Faserplatten eingesetzt. Diese werden jedoch oft mit wenig umweltfreundlichen Materialien wie formaldehyd- und isocyanathaltigen Zus\u00e4tzen hergestellt. Zudem sind durch ihre wenig biegsame Form die Gestaltungsm\u00f6glichkeiten erheblich eingeschr\u00e4nkt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Hanaa Dahy, Junior-Professorin am Institut f\u00fcr Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) an der Universit\u00e4t Stuttgart,<\/strong>&nbsp;hat eine neue, v\u00f6llig<strong>&nbsp;flexible Faserplatte<\/strong>&nbsp;entwickelt, die aus schnell nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird. Solche so genannten Biokomposite oder Bioverbundstoffe k\u00f6nnen&nbsp;<strong>eine Alternative zu Kunststoffen oder HDF-Platten&nbsp;<\/strong>sein, da sie nicht mit gesundheitssch\u00e4dlichen Harzen hergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erfindung ist&nbsp;<strong>patentrechtlich gesch\u00fctzt<\/strong>&nbsp;und wurde k\u00fcrzlich unter dem Namen \u201eBioflexi\u201c als Marke eingetragen. Durch den niedrigen Rohstoffpreis kann die \u201eBioflexi\u201c eine attraktive Alternative im M\u00f6belbau und f\u00fcr architektonische Freiform-Applikationen sein. Die Platten werden mit etablierten Produktionsmethoden hergestellt. Das Stroh und das Biopolymer werden mit einem Extruder compoundiert&nbsp; und anschlie\u00dfend \u2013 je nach Anwendung \u2013 gepresst und durch Deckschichten in der gew\u00fcnschten Form fixiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Bislang existieren jedoch nur kleine Probe-St\u00fccke dieser \u00f6kologisch unbedenklichen und frei formbaren Platte. Zur Markteinf\u00fchrung &nbsp;dieser innovativen Faserplatte sucht TLB nun im Auftrag der Universit\u00e4t Stuttgart&nbsp;<strong>&nbsp;Firmenpartner, die eine solche Platte herstellen k\u00f6nnen.<\/strong>&nbsp;Denkbar sind Firmen, die Erfahrung mit der Herstellung &nbsp;von Faserplatten haben oder aber Firmen, die Naturmaterialien verarbeiten und \u00fcber dementsprechende Maschinen verf\u00fcgen.&nbsp; Ideal w\u00e4ren Firmen, die sich mit der Compoundierung von Faser und Biopolymer sowie der anschlie\u00dfenden Extrusion der Platten auskennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Herk\u00f6mmliche Faserplatten werden aus Holz, S\u00e4genebenprodukten oder Resth\u00f6lzern hergestellt. Je nach Herstellungsverfahren und Dichte unterscheidet man die verschiedenen Platten. Zur Herstellung der Platten wird jedoch oft ein Harz eingesetzt, das Formaldehyd oder Isocyanate beinhaltet. Beide Stoffe bergen erhebliche Gesundheitsrisiken. Daher k\u00f6nnen viele der g\u00e4ngigen Faserplatten zwar recycelt werden, sind aber nicht kompostierbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von Prof. Hanaa Dahy entwickelte HDF-Platte besteht zu 80 bis 90 Prozent aus&nbsp;<strong>j\u00e4hrlich nachwachsenden Rohstoffen&nbsp;<\/strong>wie Stroh. Diese Naturfaser ist weltweit als Reststoff verf\u00fcgbar und kostet deshalb wenig. Au\u00dferdem steht Stroh nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Die Faserplatten k\u00f6nnen aus Weizen-, Mais-, Reis-, Hafer-, Gersten- oder Roggenstrohfasern gefertigt werden. Aus Reisstroh hergestellt, haben die Faserplatten den zus\u00e4tzlichen Vorteil, dass ihr Silikat-Anteil bis zu 20 Prozent des Trockenfasergewichtes erreicht. Da Silikat ein nat\u00fcrlich feuerhemmender Stoff ist, wird die DIN 4102-B1 Materialklassifikation \u201eschwer entflammbar\u201c bereits durch Zusatz rein mineralischer Additive erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Bindemittel wird ein umweltvertr\u00e4gliches thermoplastisches Elastomer verwendet. So kann die Platte praktisch frei von Formaldehyd und Isocyanaten produziert werden, was w\u00e4hrend des gesamten Produktlebenszyklus der Faserplatte die Gesundheitsrisiken minimiert. Durch den Zusatz verschiedener Bindemittel kann sowohl Flexibilit\u00e4t als auch Stabilit\u00e4t der Platten f\u00fcr verschiedene Anwendungsm\u00f6glichkeiten variiert werden. Durch verschiedene Beschichtungen k\u00f6nnen die Platten auch wasserfest laminiert werden. Farbgebung k\u00f6nnte durch eine farbige Lamination erreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die&nbsp;<strong>neuartige hochdichte und flexible Faserplatte&nbsp;<\/strong>kann sowohl zu Herstellung von frei geformten M\u00f6beln und Trennw\u00e4nden, als auch als Bodenbelag mit rutschhemmenden und schlagabsorbierenden Eigenschaften verwendet werden.&nbsp; Zum Ende der Nutzungsdauer sind Wiederverwertung und sogar Kompostierung der Faserplatte m\u00f6glich. Dies f\u00fchrt zu&nbsp;<strong>doppelter Vermeidung von Abfall<\/strong>: einmal bei der Produktion durch die Nutzung von landwirtschaftlichen Restfasern und ein zweites Mal durch Kompostierung am Ende des Produktlebenszyklus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Patente f\u00fcr die flexible HDF-Platte<\/strong>&nbsp;wurden in den USA (US 10,137,596 B2) und Europa (EP 2965882 B1) erteilt (validiert in DE, FR, GB &amp; NL) sowie in Malaysia angemeldet. Die Technologie-Lizenz-B\u00fcro (TLB) GmbH ist im Auftrag der Universit\u00e4t Stuttgart mit der wirtschaftlichen Umsetzung der Erfindung beauftragt und sucht Partner aus der Industrie f\u00fcr die Markteinf\u00fchrung. Die TLB GmbH bietet Unternehmen M\u00f6glichkeiten zur Lizenzierung der patentierten Technologie oder u.U. des Kaufs der Schutzrechte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"599\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bioflexi_1-1024x599.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-91870\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bioflexi_1-1024x599.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bioflexi_1-300x175.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bioflexi_1-150x88.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bioflexi_1-768x449.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bioflexi_1-400x234.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bioflexi_1-1320x772.jpg 1320w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bioflexi_1.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Die hochdichte, biobasierte Faserplatte ist absolut flexibel formbar. (Fotos: Dahy, Universit\u00e4t Stuttgart)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Anne B\u00f6se<br>E-Mail: <a href=\"mailto:boese@tlb.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">boese@tlb.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltigkeit\u00a0ist auch im M\u00f6belbau ein gro\u00dfes Thema. Gerade bei der\u00a0Herstellung von M\u00f6beln\u00a0oder\u00a0im Innenausbau\u00a0wird zunehmend auf eine\u00a0umweltfreundliche Herstellung der Materialien\u00a0und deren\u00a0Wiederverwertbarkeit\u00a0Wert gelegt. Bislang werden in der M\u00f6belindustrie oder im Innenausbau vor allem Faserplatten eingesetzt. Diese werden jedoch oft mit wenig umweltfreundlichen Materialien wie formaldehyd- und isocyanathaltigen Zus\u00e4tzen hergestellt. 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