{"id":91316,"date":"2021-06-24T07:35:00","date_gmt":"2021-06-24T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=91316"},"modified":"2021-06-21T15:25:00","modified_gmt":"2021-06-21T13:25:00","slug":"biookonomie-von-der-wg-ins-mikroben-eigenheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biookonomie-von-der-wg-ins-mikroben-eigenheim\/","title":{"rendered":"Bio\u00f6konomie: Von der WG ins Mikroben-Eigenheim"},"content":{"rendered":"\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/2021_056_Biooekonomie-Von-der-WG-ins-Mikroben_Eigenheim_1_72dpi-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-91328\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/2021_056_Biooekonomie-Von-der-WG-ins-Mikroben_Eigenheim_1_72dpi-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/2021_056_Biooekonomie-Von-der-WG-ins-Mikroben_Eigenheim_1_72dpi-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/2021_056_Biooekonomie-Von-der-WG-ins-Mikroben_Eigenheim_1_72dpi-1-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/2021_056_Biooekonomie-Von-der-WG-ins-Mikroben_Eigenheim_1_72dpi-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/2021_056_Biooekonomie-Von-der-WG-ins-Mikroben_Eigenheim_1_72dpi-1-400x225.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/2021_056_Biooekonomie-Von-der-WG-ins-Mikroben_Eigenheim_1_72dpi-1.jpg 1230w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Mikroorganismen leben gerne in Biofilmen. In der Mikroskopaufnahme sind sie verschiedenfarbig markiert. (Foto: Ahmed Zoheir, KIT)\u00a0<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Mikroorganismen sind die \u00e4ltesten, h\u00e4ufigsten und diversesten Lebensformen der Erde und bieten ein enormes Potenzial f\u00fcr biotechnologische Anwendungen. Bis heute konnte jedoch nur ein Bruchteil davon isoliert und kultiviert werden. Das vom Bundesforschungsministerium mit 1,5 Millionen Euro gef\u00f6rderte Forschungsprojekt \u201eMicroMATRIX\u201c will unter Federf\u00fchrung des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) mehr Licht ins Mikroben-Dunkel bringen, indem es eine Kultivierungspipeline f\u00fcr bisher nicht kultivierbare Mikroorganismen mit biotechnologischer Relevanz aus Umweltproben entwickelt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMikroorganismen sind die Katalysatoren einer biobasierten Industrie und spielen bei vielen biotechnologischen Prozessen eine zentrale Rolle. Die Entwicklung unserer Gesellschaft hin zu einer nachhaltigen Bio\u00f6konomie macht es notwendig, etablierte Verfahren durch biotechnologische Prozesse zu erg\u00e4nzen und zu ersetzen\u201c, sagt Dr. Kersten Rabe vom Institut f\u00fcr Biologische Grenzfl\u00e4chen 1 des KIT, der das Projekt MicroMATRIX koordiniert. \u201eDar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen auf Basis biologischer Systeme neuartige biobasierte Materialien entwickelt werden. So l\u00e4sst sich beispielsweise der Mangel an neuen Therapeutika in der Gesundheitsforschung beheben\u201c, betont Rabe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Noch viele wei\u00dfe Flecken in der Mikroben-Welt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz ihrer hohen Bedeutung werden Mikroorganismen auch heute noch v\u00f6llig unzureichend erforscht und genutzt. Sch\u00e4tzungsweise 99 Prozent aller mikrobiellen Arten konnten bis jetzt nicht kultiviert werden. Der Grund hierf\u00fcr: Sie k\u00f6nnen bisher nicht isoliert werden, da sie Teil von Konsortien verschiedener Mikroorganismen sind und h\u00e4ufig in Biofilmen in der Natur vorkommen. Darin leben viele Mikroorganismen in Gemeinschaft und bilden Schleimschichten, wie man sie beispielsweise auf Gesteinen in Gew\u00e4ssern findet. Die Mikroorganismen produzieren dabei eine sie umgebende \u201eMatrix\u201c, die neben dem Austausch von N\u00e4hr- und Botenstoffen eine gro\u00dfe Rolle f\u00fcr die Struktur dieser \u201eWohngemeinschaften\u201c spielt. Ziel des Projektteams ist es, diese Faktoren technisch zu imitieren. So sollen bislang nicht kultivierbare, biotechnologisch vielversprechende Mikroorganismen im Labor vermehrt, charakterisiert und langfristig technologisch nutzbar gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Genetische Zielfahndung mit Perspektive auf gutes Wachstum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Projekt MicroMATRIX arbeiten daher Expertinnen und Experten aus Forschung und Industrie in den Bereichen der Bioinformatik, der Mikro- und Molekularbiologie, der Ingenieurwissenschaften und der Chemie zusammen und werden in den kommenden drei Jahren die n\u00f6tigen Technologien und Verfahrensweisen entwickeln. Dabei werden mit Hilfe von Analysen der genetischen Informationen einer nat\u00fcrlich vorkommenden Mischung an Mikroorganismen einzelne biotechnologisch interessante Mikroorganismen identifiziert und die besten Bedingungen f\u00fcr ihr Wachstum vorhergesagt. \u201eInsbesondere die sich rasant entwickelnden Methoden der Genomanalyse, beispielsweise die Einzelzellgenomik, helfen uns, die \u201aDunkle Materie\u2018 in der Welt der Mikroorganismen zu erforschen \u201c, betont Professorin Anne-Kristin Kaster, Direktorin am Institut f\u00fcr biologische Grenzfl\u00e4chen 5 des KIT, die sich im Projektteam mit der bioinformatischen Identifikation und der gezielten Sortierung der Organismen befasst. Spezifische Organismen sollen gezielt fluoreszent markiert und so vom Rest der Gemeinschaft getrennt werden. Die gef\u00e4rbten Organismen werden dann in speziellen Kultivierungssystemen abgelegt, wo sie unter optimalen Bedingungen wachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber das Projekt MicroMATRIX<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert das Projekt MicroMATRIX (steht f\u00fcr&nbsp;<em>Microbial cultivation based on Meta-omics Assisted, Targeted soRting and Isolation in a customized matriX<\/em>) \u00fcber drei Jahre mit 1,5 Millionen Euro. Am Projekt sind am KIT die Institute f\u00fcr biologische Grenzfl\u00e4chen 1 und 5 sowie das Institut f\u00fcr Angewandte Biowissenschaften beteiligt. Weitere Partner sind die Technische Universit\u00e4t Hamburg, die Universit\u00e4t T\u00fcbingen und die Freiburger Firma Cytena. Das Projekt ist im Juni gestartet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Informationen:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.micromatrix.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.micromatrix.de<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Details zum KIT-Zentrum Materialforschung:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.materials.kit.edu\/index.php\">https:\/\/www.materials.kit.edu\/index.php<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber das KIT<\/h3>\n\n\n\n<p>Als \u201eDie Forschungsuniversit\u00e4t in der Helmholtz-Gemeinschaft\u201c schafft und vermittelt das KIT Wissen f\u00fcr Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen ma\u00dfgebliche Beitr\u00e4ge in den Feldern Energie, Mobilit\u00e4t und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplin\u00e4ren Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 23\u00a0300 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universit\u00e4res Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationst\u00e4tigkeit am KIT schl\u00e4gt die Br\u00fccke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversit\u00e4ten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikroorganismen sind die \u00e4ltesten, h\u00e4ufigsten und diversesten Lebensformen der Erde und bieten ein enormes Potenzial f\u00fcr biotechnologische Anwendungen. Bis heute konnte jedoch nur ein Bruchteil davon isoliert und kultiviert werden. 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