{"id":9128,"date":"2006-06-07T00:00:00","date_gmt":"2006-06-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060607-08n"},"modified":"2006-06-07T00:00:00","modified_gmt":"2006-06-06T22:00:00","slug":"raps-starke-nachfrage-gibt-preisen-auftrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/raps-starke-nachfrage-gibt-preisen-auftrieb\/","title":{"rendered":"Raps: Starke Nachfrage gibt Preisen Auftrieb"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Rapspreise bewegen sich seit Wochen nur in eine Richtung, n\u00e4mlich nach oben und koppeln sich vom internationalen Sojamarkt noch weiter ab. Ein Saisonhoch l\u00f6st das andere ab. Grund ist der europaweit steigende Bedarf an Raps\u00f6l. Insbesondere in Deutschland werden die Verarbeitungskapazit\u00e4ten weiter ausgebaut.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20060607-08\/Rapspreise.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>Wegen des steigenden Bedarfs an Raps\u00f6l f\u00fcr technische Zwecke \u2013 deutschlandweit flie\u00dfen bereits 75% der Produktion in diesen Bereich \u2013 und der hohen Preise k\u00fcndigt sich ein erheblicher Ausbau der \u00d6lm\u00fchlenkapazit\u00e4ten an.<\/p>\n<p>Allein f\u00fcr Deutschland wird im kommenden Wirtschaftsjahr gegen\u00fcber dem laufenden eine Steigerung der Verarbeitung um 1,0 auf 6,5 bis 7 Mio. t erwartet, sofern die angezeigten Vorhaben f\u00fcr Neubau und Erweiterung auch umgesetzt werden. Auch in anderen L\u00e4ndern der EU nehmen die Crushkapazit\u00e4ten f\u00fcr Raps zu.<\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrig f\u00fcr die 25er Gemeinschaft gesch\u00e4tzte Verarbeitungsmenge von 14,6 bis 14,8 Mio. t Raps d\u00fcrfte 2006\/07 daher ebenfalls erheblich \u00fcbertroffen werden.<\/p>\n<p><b>Nachfrage f\u00fcr Raps \u00fcbersteigt Angebot<\/b><\/p>\n<p>Das erwartete Rohstoffangebot aus der bevorstehenden Ernte w\u00e4chst allerdings nicht im gleichen Ma\u00dfe mit. So d\u00fcrfte in Deutschland die kommende Rapsernte, trotz der um voraussichtlich 6% auf 1,43 Mio. ha erh\u00f6hten Rekordanbaufl\u00e4che das vorj\u00e4hrige Aufkommen von 5,05 Mio. t kaum \u00fcberschreiten. Denn neben dem langen und kalten Winter macht einigen Regionen auch ein erh\u00f6hter Sch\u00e4dlingsbefall (Rapsglanzk\u00e4fer) zu schaffen.<\/p>\n<p>Die Ertragsprognosen werden von Praktikern daher verbreitet lediglich als durchschnittlich eingesch\u00e4tzt. Daran scheinen selbst die ausgiebigen Niederschl\u00e4ge im Mai wenig zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>F\u00fcr die EU sehen die Ernteprognosen, bei ebenfalls nennenswerter Fl\u00e4chenausdehnung, etwas optimistischer aus. Letzte Sch\u00e4tzungen bewegen sich hier zwischen 15,5 und 16,5 Mio. t Raps nach 15,3 Mio. t im Vorjahr.<\/p>\n<p><b>Gro\u00dfer Wettbewerb um neuerntigen Raps<\/b><\/p>\n<p>Der Wettbewerb um die neue Ernte hat insbesondere in den letzten Wochen deutlich angezogen. Denn einerseits scheinen sich vielerorts die lediglich durchschnittlichen Fl\u00e4chenertr\u00e4ge zu manifestieren. Andererseits werden angezeigte Bauvorhaben auch tats\u00e4chlich umgesetzt.<\/p>\n<p>Von dieser Stimmung getragen kletterten auch die Preise f\u00fcr Raps der Ernte 2006 kr\u00e4ftig nach oben. So stieg der Kurs f\u00fcr den August-Futures 2006 an der Terminb\u00f6rse Matif in Paris seit dessen Einf\u00fchrung im Februar letzten Jahres um \u00fcber 41 EUR\/t auf zuletzt 253,25 EUR\/t. Allein im Mai erh\u00f6hten sich die Kurse um 13 EUR\/t.<\/p>\n<p>Der Mai \u201907-Kontrakt, der am Terminmarkt Paris erst seit Mitte April diesen Jahres gehandelt werden kann, verteuerte sich seitdem um 6% auf zuletzt 266,50 EUR\/t.<\/p>\n<p>Analog zum Auftrieb am Terminmarkt zogen auch die Preise am Kassamarkt deutlich nach oben. Die \u00d6lm\u00fchlen sind bereit, f\u00fcr neuerntige Saat je nach Standort 247 bis 256 EUR\/t ex Ernte frankozu zahlen. Daraus leitete der Erfassungshandel Preisgebote von 235 bis beinahe 250 EUR\/t frei Lager ab. Die Pr\u00e4mie f\u00fcr Liefertermine im IV. Quartal 2006 belief sich auf 8 bis 10 EUR\/t.<\/p>\n<p>Selbst f\u00fcr Raps der Ernte 2007 gibt es bereits einen starken Wettbewerb unter den Aufk\u00e4ufern. Denn dann kommt der Kapazit\u00e4tsausbau noch st\u00e4rker zum Tragen. Hier lagen die Preisgebote auf der Erzeugerebene zwischen 245 und 255 EUR\/t frei Erfasser ex Ernte 2007.<\/p>\n<p>Die Terminb\u00f6rse in Paris gab zuletzt f\u00fcr den August\u2019 07 259 EUR\/t vor. Damit k\u00f6nnte der Spielraum nach oben, in erster Linie wettbewerbsbedingt, noch nicht ganz ausgesch\u00f6pft sein. Von der Produkt- und W\u00e4hrungsseite her kommen auch von \u00dcbersee dagegen eher preisd\u00e4mpfende Signale.<\/p>\n<p>Zu gr\u00f6\u00dferen Kontraktabschl\u00fcssen mit Produzenten kam es in den letzten Wochen jedoch nur dort, wo bislang erst vergleichsweise geringe vertragliche Verpflichtungen eingegangen worden waren, also eher in West- und S\u00fcddeutschland. In den neuen Bundesl\u00e4ndern haben viele Betriebe das Zwischenhoch im letzten Herbst beziehungsweise im Fr\u00fchjahr diesen Jahres bereits recht umfangreich f\u00fcr Vorkontrakte genutzt.<\/p>\n<p>Die hohen Preise f\u00fcr Rapssaat in Deutschland und der EU ziehen gleichzeitig auch verst\u00e4rkt Drittlandsimporte an. Selbst in China wird \u00fcber Lieferungen von Saat und \u00d6l f\u00fcr den hungrigen hiesigen Markt diskutiert.<\/p>\n<p><b>Biodieselkapazit\u00e4t w\u00e4chst rasant<\/b><\/p>\n<p>Der Markt f\u00fcr Biokraftstoffe boomt und f\u00fchrt zu einem kr\u00e4ftigen Ausbau der Produktionskapazit\u00e4ten f\u00fcr Biodiesel. Die gr\u00f6\u00dften Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Biodiesel stehen in Deutschland, 2005 waren es knapp 1,7 Mio. t. Bis Ende 2006 sollen weitere 1 Mio. t hinzu kommen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die EU-25 sch\u00e4tzte das European Biodiesel Board (EBB) die Produktionskapazit\u00e4t f\u00fcr Biodiesel auf knapp 6,1 Mio. t, was gegen\u00fcber 2005 beinahe eine Verdopplung bedeutet. 2004 waren es erst 2 Mio. t gewesen.<\/p>\n<p><b>Raps\u00f6l bekommt zunehmend Konkurrenz<\/b><\/p>\n<p>Wegen der sehr hohen Raps\u00f6lpreise, die f\u00fcr Lieferungen im Juni\/Juli zuletzt um 620 EUR\/t fob deutsche \u00d6lm\u00fchlen lagen, versuchen Verarbeiter Raps\u00f6l gegen andere Pflanzen\u00f6le auszutauschen. Mittelfristig kann die steigende Nachfrage ohnehin nur mit Hilfe zunehmender Importe gedeckt werden.<\/p>\n<p>Raps\u00f6l d\u00fcrfte daher zun\u00e4chst sein Preishoch erreicht haben, zumal die Biodieselhersteller auch mit Blick auf die Besteuerung und damit Entwicklung der Biodieselnachfrage verunsichert sind.<\/p>\n<p>Tendenziell d\u00fcrfte Raps\u00f6l insgesamt aber nicht nur bei uns, sondern auch weltweit gut nachgefragt bleiben. Denn auch in anderen Teilen der Welt erfreuen sich die &#8220;gr\u00fcnen&#8221; Treibstoffe einer steigenden Nachfrage und neue Produktionskapazit\u00e4ten f\u00fcr Biodiesel entstehen, teils \u00e4hnlich wie bei uns mit Unterst\u00fctzung in Form von steuerlichen Anreizen.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zmp-rapspreise-legen-weiter-zu\/\" >2006-05-15<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Rapspreise bewegen sich seit Wochen nur in eine Richtung, n&auml;mlich nach oben und koppeln sich vom internationalen Sojamarkt noch weiter ab. Ein Saisonhoch l&ouml;st<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-9128","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9128"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9128\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9128"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=9128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}