{"id":9053,"date":"2006-05-23T00:00:00","date_gmt":"2006-05-22T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060523-05n"},"modified":"2006-05-23T00:00:00","modified_gmt":"2006-05-22T22:00:00","slug":"kommission-schlaegt-neuen-eu-plan-fuer-die-erhaltung-der-biologischen-vielfalt-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kommission-schlaegt-neuen-eu-plan-fuer-die-erhaltung-der-biologischen-vielfalt-vor\/","title":{"rendered":"Kommission schl\u00e4gt neuen EU-Plan f\u00fcr die Erhaltung der biologischen Vielfalt vor"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Europ\u00e4ische Kommission hat heute eine Mitteilung angenommen, in der eine ehrgeizige politische Strategie zur Eind\u00e4mmung des Verlusts der Biodiversit\u00e4t bis 2010 aufgestellt wird. Vorgesehen ist insbesondere ein EU-Aktionsplan mit konkreten Ma\u00dfnahmen, f\u00fcr den die jeweiligen Zust\u00e4ndigkeiten der EU-Organe und der Mitgliedstaaten genannt werden.<\/b> <\/p>\n<p>Au\u00dferdem enth\u00e4lt die Mitteilung Indikatoren zur \u00dcberwachung der Fortschritte und einen Zeitplan f\u00fcr Bewertungen. Es wird klar und deutlich gesagt, was getan werden muss, um den Verlust der biologischen Vielfalt in der EU aufzuhalten und die internationalen Verpflichtungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt weltweit zu erf\u00fcllen. Ein neu geschaffener Beratungsmechanismus soll es den Entscheidungstr\u00e4gern erleichtern, das vorhandene Wissen besser zu nutzen.<\/p>\n<p>&#8220;Ausgestorbene Pflanzen und Tiere sind ein unwiederbringlicher Verlust f\u00fcr die Menschheit. Wir m\u00fcssen in die Erhaltung der Vielfalt des Lebens und die Erhaltung der Gesundheit der \u00d6kosysteme investieren, die die Grundlage f\u00fcr unseren Wohlstand und unser Wohlergehen sind. Wir wissen, was getan werden muss. Die Mitteilung \u00fcber die Eind\u00e4mmung des Verlusts der biologischen Vielfalt bis 2010 wird dazu beitragen, alle Akteure und Ressourcen zusammenzuf\u00fchren, damit wir unsere Verpflichtungen erf\u00fcllen k\u00f6nnen&#8221;, erkl\u00e4rte Umweltkommissar Stavros Dimas.<\/p>\n<p>In der Mitteilung werden vier zentrale Politikbereiche vorgestellt: die biologische Vielfalt in der EU, die EU und die weltweite biologische Vielfalt, biologische Vielfalt und Klimawandel sowie die Wissensgrundlage. Zu ihnen werden zehn vorrangige Ziele f\u00fcr folgende Bereiche vorgeschlagen: <\/p>\n<p>Die wichtigsten Lebensr\u00e4ume und Arten, Ma\u00dfnahmen der Landschaftspflege und f\u00fcr die Meeresumwelt, eine bessere Vereinbarkeit der regionalen Entwicklung mit der Natur, die Verringerung der Auswirkungen invasiver gebietsfremder Arten, wirksames internationales Regierungshandeln, Ma\u00dfnahmen zugunsten der biologischen Vielfalt in der internationalen Entwicklung, die Verringerung der Auswirkungen des internationalen Handels, die Anpassung an den Klimawandel und die St\u00e4rkung der Wissensgrundlage.<\/p>\n<p>Die Mitteilung sieht vier Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen vor: die Sicherstellung ausreichender Finanzmittel, die St\u00e4rkung der Entscheidungsfindung innerhalb der EU, den Aufbau von Partnerschaften sowie die Verbesserung des Kenntnisstands, der Sensibilisierung und der Beteiligung der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p><b>Abkehr von der Vergangenheit<\/b><\/p>\n<p>Anders als in der Vergangenheit \u00fcblich, sieht die Mitteilung einen EU-Aktionsplan vor, in dem konkrete Ma\u00dfnahmen und die Verteilung der Zust\u00e4ndigkeiten auf die Gemeinschaftsorgane und die Mitgliedstaaten beschrieben sind. Au\u00dferdem enth\u00e4lt sie Indikatoren zur \u00dcberwachung der Fortschritte und einen Zeitplan f\u00fcr Bewertungen. Schlie\u00dflich soll mit der Mitteilung eine Debatte \u00fcber eine l\u00e4ngerfristige Perspektive f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t eingeleitet werden.<\/p>\n<p>Die biologische Vielfalt ist die Grundlage f\u00fcr den Strom der \u00d6kosystemg\u00fcter und -leistungen (Nahrungsmittel, Brennstoffe, Fasern, Luftqualit\u00e4t, Wasserstr\u00f6mung und Wasserqualit\u00e4t, Fruchtbarkeit des Bodens und N\u00e4hrstoffkreislauf). Sie ist auch eine wichtige Ressource f\u00fcr den Fremdenverkehr. Doch weltweit sind zwei Drittel der \u00d6kosystemleistungen r\u00fcckl\u00e4ufig. In der EU \u00e4u\u00dfert sich dieser R\u00fcckgang in Form von zusammenbrechenden Fischbest\u00e4nden, weit verbreiteten Bodensch\u00e4den, verheerenden Flutsch\u00e4den und dem R\u00fcckgang der Best\u00e4nde wild lebender Tiere. <\/p>\n<p>Der R\u00fcckgang der Biodiversit\u00e4t ist in vielerlei Hinsicht eine gr\u00f6\u00dfere Gefahr als der Klimawandel \u2013 wenn wir \u00d6kosystemen schaden, kommt irgendwann ein Punkt, an dem es kein Zur\u00fcck mehr gibt; eine Art, die einmal ausgestorben ist, kommt nicht zur\u00fcck.<\/p>\n<p>In der EU ist der politische Handlungsrahmen zur Eind\u00e4mmung des Biodiversit\u00e4tsverlusts weitgehend fertig gestellt. Natura 2000, ein EU-weites Netzwerk von Schutzgebieten deckt nun etwa 18% der Fl\u00e4che der alten Mitgliedstaaten ab und wird auf die neuen Mitgliedstaaten und die Meere ausgedehnt. <\/p>\n<p>Andere umweltpolitische Ma\u00dfnahmen verringern den Druck auf die Biodiversit\u00e4t, der u.a. von der Umweltverschmutzung und von schlecht geplanten Erschlie\u00dfungsma\u00dfnahmen ausgeht. Mit den j\u00fcngsten Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Gemeinsamen Fischereipolitik werden Ma\u00dfnahmen gef\u00f6rdert, die der Biodiversit\u00e4t zugute kommen. F\u00fcr Forschungsarbeiten im Bereich Biodiversit\u00e4t werden betr\u00e4chtliche Mittel bereitgestellt.<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Artenreichtum gibt es in den Entwicklungsl\u00e4ndern. Die \u00c4rmsten dieser Welt leiden am meisten unter dem fortschreitenden Verlust der Biodiversit\u00e4t. Mit dem UN-\u00dcbereinkommen \u00fcber die biologische Vielfalt von 1992 (CBD) wurde der Rahmen f\u00fcr weltweite Ma\u00dfnahmen abgesteckt, dessen Umsetzung die EU aktiv unterst\u00fctzt. Die neue EU-Entwicklungspolitik sollte die Erhaltung der Biodiversit\u00e4t in internationalen Entwicklungsprogrammen in den Vordergrund stellen.<\/p>\n<p>Die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten einigten sich im Jahre 2001 auf das Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2010 einzud\u00e4mmen, ein Jahr sp\u00e4ter vereinbarten die Vertragsparteien des CBD und 130 andere Staats- und Regierungschefs, ebenfalls bis zum Jahr 2010 den R\u00fcckgang der biologischen Vielfalt weltweit deutlich zu reduzieren. <\/p>\n<p>Nach der H\u00e4lfte dieses Zeitraums sind in der EU zwar gewisse Fortschritte erzielt worden, doch Tempo und Ausma\u00df der Umsetzung dieser Ziele sind nach wie vor ungen\u00fcgend. Auf globaler Ebene kam die vor kurzem von der UN gef\u00f6rderte Welt\u00f6kosystemstudie &#8220;Millennium Ecosystem Assessment&#8221; zu dem Schluss, dass enorme Anstrengungen erforderlich sind, um bis 2010 eine signifikante Verlangsamung des Tempos beim Verlust an biologischer Vielfalt erreichen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der biologischen Vielfalt in der EU ist noch immer stark dezimiert und geht weiter zur\u00fcck. Das bis zum Jahr 2010 gesteckte Ziel l\u00e4sst sich zwar noch erreichen, erfordert aber von der Gemeinschaft und den Mitgliedstaaten ein schnelleres Handeln. Kommissar Dimas erkl\u00e4rte nachdr\u00fccklich, dass &#8220;es eine absolute Priorit\u00e4t f\u00fcr die EU und ein wesentliches Ziel f\u00fcr die Menschheit ist, den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten.&#8221;<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/\/\" >2006-03-30<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Europ&auml;ische Kommission hat heute eine Mitteilung angenommen, in der eine ehrgeizige politische Strategie zur Eind&auml;mmung des Verlusts der Biodiversit&auml;t bis 2010 aufgestellt wird. 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