{"id":9045,"date":"2006-05-24T00:00:00","date_gmt":"2006-05-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060524-06n"},"modified":"2006-05-24T00:00:00","modified_gmt":"2006-05-23T22:00:00","slug":"oesterreich-rohstoffmobilisierung-als-kern-des-nationalen-biomasse-aktionsprogramms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-rohstoffmobilisierung-als-kern-des-nationalen-biomasse-aktionsprogramms\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich: Rohstoffmobilisierung als Kern des nationalen Biomasse-Aktionsprogramms"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8220;Der Biomasse-Aktionsplan der Europ\u00e4ischen Union bietet \u00d6sterreich die einmalige Chance, durch ein eigenst\u00e4ndiges Aktionsprogramm zu demonstrieren, wie diese europ\u00e4ischen Vorgaben auf nationaler Ebene umsetzbar und welche Vorteile damit f\u00fcr Wirtschaft, Versorgungssicherheit, Besch\u00e4ftigung und Umwelt erzielbar sind&#8221;, meint Heinz Kopetz, Pr\u00e4sident des <a href=\"http:\/\/www.biomasseverband.at\/\" >\u00d6sterreichischen Biomasse-Verbandes<\/a>. <\/b><\/p>\n<p>Der Europ\u00e4ische Aktionsplan sieht eine Erh\u00f6hung des Beitrags der Bioenergie zur Energieversorgung bis 2010 von vier auf neun Prozent vor, der \u00f6sterreichische Anteil daf\u00fcr w\u00fcrde etwa zus\u00e4tzliche 75 Petajoule betragen. <\/p>\n<p>Um dieses Ziel zu erreichen, m\u00fcssten 500.000 Wohneinheiten auf Biomasse-Heizsysteme umgestellt, etwa 2,5 Terawattstunden (TWh) Strom aus Biomasse erzeugt und rund 550 Mio. Liter Biotreibstoffe und 100 Mio. Kubikmeter Biomethan als Treibstoff produziert werden. Mit diesen Zahlen umrei\u00dft Kopetz, der auch Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Biomasse-Verbandes ist, die Vorgaben. <\/p>\n<p>&#8220;Eine echte Vorreiterrolle im Bereich der Biomasse hat \u00d6sterreich nicht&#8221;, erkl\u00e4rt Ernst Scheiber, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des \u00d6sterreichischen Biomasse-Verbandes, im <a href=\"http:\/\/www.pte.at\/\" >pressetext<\/a>-Interview. Diese Rolle \u00fcbernehmen Schweden, D\u00e4nemark und Finnland. &#8220;Wir k\u00f6nnen aber noch mehr, und das wollen wir zeigen&#8221;, so Scheiber. <\/p>\n<p>Konkret gehe es n\u00e4mlich darum, die Abh\u00e4ngigkeit \u00d6sterreichs von Energieimporten durch den Ausbau der Biomasse um \u00fcber f\u00fcnf Prozent zu verringern und gleichzeitig der Anteil der erneuerbaren Energieversorgung unter Einbeziehung der Ausweitung der Wasserkraft, der Windenergie und der Solarthermie auf \u00fcber 30 Prozent zu erh\u00f6hen. &#8220;Dadurch k\u00f6nnten die Treibhausgasemissionen \u00d6sterreichs um etwa zehn Mio. Tonnen reduziert werden&#8221;, so der Experte. <\/p>\n<p>Eine solche Entwicklung w\u00fcrde auch einen Boom f\u00fcr die Wirtschaft bedeuten, denn die Zahl der Besch\u00e4ftigten w\u00fcrde um 8.000 zunehmen. Durch die Sekund\u00e4reffekte, vor allem der ganzen vorgelagerten Industrie, k\u00f6nnten im Zeitraum der Umstellung zus\u00e4tzlich 10.000 bis 20.000 Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden. <\/p>\n<p>Die Experten rufen zu einer verst\u00e4rkten Rohstoffmobilisierung als Hauptaugenmerk einer erfolgreichen Biomasse-Politik auf. &#8220;Dazu geh\u00f6rt ein verst\u00e4rkter Getreide- und Zuckerr\u00fcbenanbau zur Herstellung von Bioethanol, Fl\u00e4chen f\u00fcr den Anbau von \u00d6lpflanzen f\u00fcr die Biodieselproduktion, Fl\u00e4chen f\u00fcr &#8220;Treibstoffe&#8221; aus Biogas, schnellwachsende H\u00f6lzer mit h\u00f6heren Ertr\u00e4gen&#8221;, so Scheiber. <\/p>\n<p>&#8220;Wir sch\u00e4tzen den zus\u00e4tzlichen Fl\u00e4chenbedarf f\u00fcr die Bioenergieproduktion auf 240.000 Hektar. Dazu ist die Mobilisierung still gelegter Fl\u00e4chen und bisher nicht genutzter Holzzuw\u00e4chse notwendig&#8221;, so Kopetz. Es bed\u00fcrfe aber auch eines Umdenkprozesses, denn der Anbau von Energiepflanzen und -h\u00f6lzern m\u00fcsse Teil der \u00f6sterreichischen und europ\u00e4ischen Agrarpolitik werden. <\/p>\n<p>Hohe Kosten w\u00fcrde allerdings die Umr\u00fcstung von Privathaushalten verursachen, um in der W\u00e4rmeproduktion von fossilen auf erneuerbare Brennstoffe umzusteigen. Daf\u00fcr sollten, so der Biomasseverband, \u00f6ffentliche Mittel zur Verf\u00fcgung stehen, um die rund 500.000 Haushalte zum umzusteigen zu bewegen. <\/p>\n<p>&#8220;Der Schwerpunkt unseres Aktionsplans liegt dabei eindeutig auf der W\u00e4rmeproduktion&#8221;, erkl\u00e4rte Kopetz, der dies auch in der Diskussion \u00fcber den Biomasse-Aktionsplan vor dem Europ\u00e4ischen Parlament in Stra\u00dfburg in der Vorwoche betonte. &#8220;Hier ist die Energieausbeute am h\u00f6chsten und die konkurrenzlos preisg\u00fcnstigen Holzbrennstoffe entkr\u00e4ften das Argument einer \u00dcberf\u00f6rderung nicht marktreifer Technologien.&#8221; <\/p>\n<p>Im Bereich der Treibstoffe werden die Mehrkosten voraussichtlich minimal sein, weil anzunehmen ist, dass bis zum Jahre 2010 die Erd\u00f6lpreise so weit gestiegen sind, dass sich durch die Biotreibstoffe kaum noch Zusatzkosten ergeben. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Bereich der Stromproduktion \u00e4u\u00dferte Scheiber sich gegen\u00fcber pressetext als zuversichtlich. &#8220;Was auf EU-Ebene ank\u00fcndigt wurde, wird national und auch auf Bundesl\u00e4nderebene durchgesetzt werden.&#8221; Die Dynamik f\u00fcr die globale Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien sei so gro\u00df, dass es praktisch nicht mehr aufhaltbar sei.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-agrarrat-oesterreich-setzt-biomasse-aktionsplan-auf-tagesordnung\/\" >2006-01-23<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&#8220;Der Biomasse-Aktionsplan der Europ&auml;ischen Union bietet &Ouml;sterreich die einmalige Chance, durch ein eigenst&auml;ndiges Aktionsprogramm zu demonstrieren, wie diese europ&auml;ischen Vorgaben auf nationaler Ebene umsetzbar und<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-9045","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9045","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9045"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9045\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9045"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9045"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9045"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=9045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}