{"id":90368,"date":"2021-06-14T07:37:06","date_gmt":"2021-06-14T05:37:06","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=89315"},"modified":"2021-06-16T01:52:47","modified_gmt":"2021-06-15T23:52:47","slug":"die-biologisch-abbaubare-batterie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/die-biologisch-abbaubare-batterie\/","title":{"rendered":"Die biologisch abbaubare Batterie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Anzahl der Daten sendenden Mikroger\u00e4te, etwa bei Verpackungen und Transportlogistik, wird in Zukunft stark zunehmen. All diese Ger\u00e4te brauchen Energie, doch die daf\u00fcr notwendige Menge an Batterien w\u00fcrde die Umwelt enorm belasten. Empa-Forscher haben einen kompostierbaren Mini-Kondensator entwickelt, der das Problem l\u00f6sen kann. Er besteht lediglich aus Kohlenstoff, Zellulose, Glycerin und Kochsalz \u2013 und er funktioniert zuverl\u00e4ssig.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-89320\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bild1.jpg\" alt=\"Bild1\" width=\"563\" height=\"317\" \/><\/p>\n<p>Die Fabrikationsanlage f\u00fcr die Batterie-Revolution sieht recht harmlos aus: Es ist ein modifizierter, handels\u00fcblicher 3D-Drucker, der in einem Raum im Empa Laborgeb\u00e4ude steht. Die eigentliche Innovation liegt im Rezept f\u00fcr die gelatin\u00f6sen Tinten, die dieser Drucker auf eine Oberfl\u00e4che spritzen kann. Die Mixtur, um die es dabei geht, besteht aus Cellulose-Nanofasern und Cellulose-Nanokristalliten, dazu kommt Kohlenstoff in Form von Russ, Graphit und Aktivkohle. Um all dies zu verfl\u00fcssigen, benutzen die Forscher Glycerin, Wasser und zwei verschiedene Sorten Alkohol. Dazu eine Prise Kochsalz f\u00fcr die ionische Leitf\u00e4higkeit.<\/p>\n<figure id=\"attachment_89323\" aria-describedby=\"caption-attachment-89323\" style=\"width: 268px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-89323\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bild5-300x169.jpg\" alt=\"Bild5\" width=\"268\" height=\"151\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-89323\" class=\"wp-caption-text\">Die biologisch abbaubare Batterie besteht aus vier Schichten, die alle nacheinander aus einem 3D-Drucker flie\u00dfen. Das Ganze wird dann wie ein Sandwich zusammengefaltet, mit dem Elektrolyten in der Mitte. Bild: Gian Vaitl \/ Empa<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Ein Sandwich aus vier Schichten<\/h3>\n<p>Um aus diesen Zutaten einen funktionierenden Superkondensator zu bauen, braucht es vier Schichten, die alle nacheinander aus dem 3D-Drucker fliessen: eine flexible Folie, eine stromleitende Schicht, dann die Elektrode und zum Schluss der Elektrolyt. Das Ganze wird dann wie ein Sandwich zusammengefaltet, mit dem Elektrolyten in der Mitte.<\/p>\n<p>Was herauskommt, ist ein \u00f6kologisches Wunder. Der Mini-Kondensator aus dem Empa-Labor kann \u00fcber Stunden Strom speichern und schon jetzt eine kleine Digitaluhr antreiben. Er \u00fcbersteht tausende Lade- und Entladezyklen und voraussichtlich auch jahrelange Lagerung, selbst bei frostigen Temperaturen. Ausserdem ist der Kondensator ist resistent gegen Druck und Ersch\u00fctterung.<\/p>\n<h3>Bioabbaubare Stromversorgung<\/h3>\n<p>Das Beste daran aber: Wenn man ihn nicht mehr braucht, kann man ihn in den Kompost werfen oder einfach in der Natur zur\u00fccklassen. Nach zwei Monaten ist der Kondensator in seine Bestandteile zerfallen, nur ein paar sichtbare Kohlepartikel bleiben von ihm \u00fcbrig. Auch das haben die Forscher bereits ausprobiert.<\/p>\n<p>\u00abDas klingt recht einfach, das war es aber ganz und gar nicht\u00bb, sagt Xavier Aeby von der Empa-Abteilung \u00abCellulose &amp; Wood Materials\u00bb. Lange Versuchsreihen seien n\u00f6tig gewesen, bis alle Parameter stimmten, bis alle Komponenten zuverl\u00e4ssig aus dem Drucker flossen und der Kondensator schliesslich funktionierte. Aeby: \u00abAls Forscher wollen wir ja nicht nur herumprobieren, sondern auch verstehen, was im Inneren unserer Materialien geschieht.\u00bb<\/p>\n<div class=\"BorlabsCookie _brlbs-cb-youtube\"><div class=\"_brlbs-content-blocker\"> <div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/assets\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <div class=\"_brlbs-caption\"> <p>By loading the video, you agree to YouTube's privacy policy.<br><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy?hl=en&amp;gl=en\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Learn more<\/a><\/p> <p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Load video<\/a><\/p> <p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>Always unblock YouTube<\/small><\/label><\/p> <\/div> <\/div> <\/div><div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PHA+PGlmcmFtZSBsb2FkaW5nPSJsYXp5IiBzcmM9Ii8vd3d3LnlvdXR1YmUtbm9jb29raWUuY29tL2VtYmVkL3pOV2dkNUcyS3hrIiB3aWR0aD0iNDI1IiBoZWlnaHQ9IjM1MCI+PC9pZnJhbWU+<\/script><\/div><\/div><br \/>\nGemeinsam mit seinem Chef Gustav Nystr\u00f6m hat Aeby das Konzept des bioabbaubaren Stromspeichers entwickelt und umgesetzt. Aeby hat Mikrosystemtechnik an der EPFL studiert und ist f\u00fcr seine Doktorarbeit an die Empa gewechselt. Nystr\u00f6m und sein Team forschen seit Jahren an funktionalen Gelen auf Basis von Nanozellulose. Das Material ist nicht nur ein umweltfreundlicher, nachwachsender Rohstoff, sondern durch seine innere Chemie \u00e4usserst vielseitig einsetzbar.<\/p>\n<figure id=\"attachment_89322\" aria-describedby=\"caption-attachment-89322\" style=\"width: 227px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-89322\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Bild6-300x169.jpg\" alt=\"Bild6\" width=\"227\" height=\"128\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-89322\" class=\"wp-caption-text\">Nach zwei Monaten im Erdreich hat sich der Kondensator aufgel\u00f6st, nur wenige sichtbare Kohlenstoffpartikel bleiben zur\u00fcck. Bild: Gian Vaitl\/ Empa<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00abDas Projekt eines kompostierbaren Stromspeichers lag mir schon lange am Herzen\u00bb, so Nystr\u00f6m. \u00abWir haben uns mit unserem Projekt &#8216;Printed Paper Batteries&#8217; um Empa-interne Forschungsgelder beworben und konnten dann mit diesen Mitteln unsere Aktivit\u00e4ten starten. Nun haben wir ein erstes Ziel erreicht.\u00bb<\/p>\n<h3>Anwendung im \u00abInternet of Things\u00bb<\/h3>\n<p>Der Superkondensator k\u00f6nnte bald zu einem Schl\u00fcsselbaustein f\u00fcr das \u00abInternet of Things\u00bb werden, erwarten Nystr\u00f6m und Aeby. \u00abIn Zukunft k\u00f6nnte man solche Kondensatoren etwa mit Hilfe eines elektromagnetischen Feldes kurz aufladen, dann w\u00fcrden sie \u00fcber Stunden Strom f\u00fcr einen Sensor oder Mikrosender liefern.\u00bb So k\u00f6nnte man zum Beispiel den Inhalt einzelner Pakete w\u00e4hrend des Versandwegs \u00fcberpr\u00fcfen. Auch die Stromversorgung von Sensoren im Umwelt-Monitoring oder in der Landwirtschaft ist denkbar \u2013 man muss diese Batterien nicht wieder einsammeln, sondern k\u00f6nnte sie nach verrichteter Arbeit einfach in der Natur belassen.<\/p>\n<p>Zur wachsenden Zahl elektronischer Kleinstger\u00e4te wird auch die patientennahe Labordiagnostik (\u00abPoint of Care Testing\u00bb) beitragen, die derzeit boomt. Kleine Testger\u00e4te f\u00fcr den Einsatz am Krankenbett oder Selbsttestger\u00e4te f\u00fcr Diabetiker z\u00e4hlen etwa dazu. Auch f\u00fcr solche Anwendungen k\u00f6nnte sich der kompostierbare Zellulose-Kondensator gut eignen, ist Gustav Nystr\u00f6m \u00fcberzeugt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anzahl der Daten sendenden Mikroger\u00e4te, etwa bei Verpackungen und Transportlogistik, wird in Zukunft stark zunehmen. All diese Ger\u00e4te brauchen Energie, doch die daf\u00fcr notwendige Menge an Batterien w\u00fcrde die Umwelt enorm belasten. 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