{"id":9036,"date":"2006-05-30T00:00:00","date_gmt":"2006-05-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060530-05n"},"modified":"2006-05-30T00:00:00","modified_gmt":"2006-05-29T22:00:00","slug":"glycerin-als-rohstoff-fuer-zukunftstreibstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/glycerin-als-rohstoff-fuer-zukunftstreibstoffe\/","title":{"rendered":"Glycerin als Rohstoff f\u00fcr Zukunftstreibstoffe?"},"content":{"rendered":"<p><b>Glycerin kennen wir im Alltag eher als Frostschutzmittel. Doch jetzt hat ein Forscherteam auf der Suche nach neuen biologischen Treibstoffen herausgefunden, wie aus Glycerin Wasserstoff oder Methanol gewonnen werden k\u00f6nnen \u2013 und das g\u00fcnstiger und energetisch effektiver als bei der Ethanolverg\u00e4rung von Zucker, dem bisher g\u00e4ngigen Verfahren.<\/b><\/p>\n<p>Die Reserven an Erd\u00f6l und Erdgas werden immer knapper. Deshalb ist es eigentlich die pure Verschwendung, diese kostbaren Rohstoffe einfach zu verheizen oder in Fahrzeugmotoren zu verbrennen. Denn das &#8220;schwarze Gold&#8221; ist das wichtigste Ausgangsprodukt f\u00fcr die chemische Industrie und dient zur Herstellung der meisten organischen Verbindungen wie Kunststoffen, Medikamenten oder L\u00f6sungsmitteln. <\/p>\n<p>Man braucht also Alternativen und sucht sie jetzt verst\u00e4rkt in der Natur, in der Hoffnung, dass nachwachsende pflanzliche Rohstoffe den fossilen Ressourcen irgendwann ernsthaft Konkurrenz machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So entsteht beispielsweise bei der enzymatischen Spaltung von Cellulose aus Holzabf\u00e4llen der Zucker Glucose, der wiederum zu Ethanol vergoren wird. Ethanol kann als &#8220;biologischer&#8221; Treibstoff f\u00fcr Fahrzeuge dienen. Jetzt hat ein Team von Wissenschaftlern aus den USA und Brasilien herausgefunden, dass auch ein anderes G\u00e4rprodukt, das Glycerin, ein viel versprechendes Ausgangsprodukt zur Synthese von Kraftstoffen und anderen organischen Verbindungen sein kann.<\/p>\n<p>J. A. Dumesic und seine Mitarbeiter entwickelten einen Prozess, in dem sich mit Hilfe von Platin-Katalysatoren Glycerin unter relativ milden Bedingungen, das hei\u00dft bei Temperaturen zwischen 225 und 300\u00b0C, in Wasserstoff und Kohlenmonoxid (CO) zerlegen l\u00e4sst. Das Verfahren hat mehrere Vorteile: Zum einen f\u00e4llt Glycerin als Nebenprodukt bei der Herstellung von Biodiesel an. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem entsteht beim Fermentieren von Glucose eine 25 prozentige Glycerin-L\u00f6sung, w\u00e4hrend beim Abbau von Zucker zu Ethanol eine Mischung entsteht, die nur f\u00fcnf Prozent der gew\u00fcnschten Substanz enth\u00e4lt. Dieses Ethanol muss dann noch \u00fcber eine energieaufw\u00e4ndige Destillation abgetrennt werden, w\u00e4hrend die Glycerin-haltige L\u00f6sung gleich weiter verarbeitet werden kann &#8211; entweder zu Methanol oder im Fischer-Tropsch-Verfahren zu l\u00e4ngerkettigen Alkanen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Fischer-Tropsch-Synthese wird eine Mischung von Wasserstoff und Kohlenoxid im Verh\u00e4ltnis 2:1 \u00fcber einen Kobaltkatalysator geleitet und auf etwa 200 \u00b0C erw\u00e4rmt. Das bei der katalytischen Spaltung von Glycerin erhaltene Mischungsverh\u00e4ltnis der beiden Gase kann durch geschickte Auswahl des Pt-Katalysatorsystems auf den f\u00fcr die Fischer- Tropsch-Synthese geeigneten Wert eingestellt werden. Auch die Energiebilanz der gekoppelten Reaktionen sieht g\u00fcnstig aus: In der Summe ergibt sich ein Energiegewinn von -62 kJmol-1.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/university-of-missouri-scientists-receive-innovation-award-for-glycerine-research\/\" >2006-05-09<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forscher-finden-neue-anwendung-fuer-glycerin-aus-biodieselproduktion\/\" >2005-02-17<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Glycerin kennen wir im Alltag eher als Frostschutzmittel. 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