{"id":90086,"date":"2021-04-30T07:32:23","date_gmt":"2021-04-30T05:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=87627"},"modified":"2021-06-18T19:38:03","modified_gmt":"2021-06-18T17:38:03","slug":"kunststoffe-in-der-umwelt-verkehr-bau-und-landwirtschaft-groesste-quellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kunststoffe-in-der-umwelt-verkehr-bau-und-landwirtschaft-groesste-quellen\/","title":{"rendered":"Kunststoffe in der Umwelt: Verkehr, Bau und Landwirtschaft gr\u00f6\u00dfte Quellen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_87629\" aria-describedby=\"caption-attachment-87629\" style=\"width: 556px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87629\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/plastik_muell_verschmutzung_bildnachweis_crecis2_istock-1125896553.jpg\" alt=\"plastik_muell_verschmutzung_bildnachweis_crecis2_istock-1125896553\" width=\"556\" height=\"278\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-87629\" class=\"wp-caption-text\">Kunststoffe in der Umwelt sind ein gro\u00dfes Problem, da sie sich nicht oder nur sehr schlecht abbauen Quelle: CreVis2 \/ iStock<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Eine <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/publikationen\/kunststoffe-in-der-umwelt-erarbeitung-einer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie des Umweltbundesamts<\/a> (UBA) hat erstmals systematisch den Verbleib von Kunststoffen in der Umwelt f\u00fcr Deutschland untersucht. Dies sind die Mengen, die nach ihrem Eintrag nicht durch Reinigungs- oder andere Ma\u00dfnahmen wieder entfernt werden. Demnach verbleiben verkehrsbedingt etwa 133.000 bis 165.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr in der Umwelt, vor allem verursacht durch Reifenabrieb. Der Baubereich verursacht einen j\u00e4hrlichen Verbleib von rund 9.000 bis 60.000 Tonnen, Landwirtschaft und Gartenbau kommen zusammen auf einen Verbleib von etwa 6.000 bis 22.000 Tonnen. Rund 650 bis 2.500 Tonnen verbleiben durch Littering, also achtloses Wegwerfen oder Liegenlassen von Abf\u00e4llen, in der Umwelt. Weitere Quellen sind Verbraucherprodukte wie Kleidung (Fasern) oder Farben und Lacke mit circa 900 bis 2.500 Tonnen sowie der Spiel-, Sport-, Freizeit- und Eventbereich (z.B. Granulate f\u00fcr Kunstrasenpl\u00e4tze, Spielger\u00e4te) mit rund 1.800 bis 3.100 Tonnen.<\/strong><\/p>\n<p>\u2060UBA\u2060-Pr\u00e4sident Dirk Messner: \u201eEtwa 90 Prozent der gelitterten Kunststoffabf\u00e4lle k\u00f6nnen durch Reinigungsma\u00dfnahmen wieder entfernt werden. Das Ziel muss jedoch sein, dass erst gar kein M\u00fcll in der Umwelt landet. Insgesamt steigt die Menge der achtlos weggeworfenen Abf\u00e4lle n\u00e4mlich weiterhin an. Mit der nationalen Umsetzung der EU-Einwegkunststoffrichtlinie zum 3. Juli 2021 werden jetzt sehr wirksame Impulse gegen das Littering von Kunststoffen gesetzt, zum Beispiel das Verbot von Geschirr und Besteck aus Einwegkunststoff oder die Kennzeichnungspflichten f\u00fcr bestimmte Einwegkunststoffprodukte. Auch die geplante Verpflichtung, Essen oder Getr\u00e4nke zum Mitnehmen ab 2023 auch in Mehrwegverpackungen anzubieten, ist sinnvoll und wird zu weniger Plastik in der Umwelt f\u00fchren. Wir m\u00fcssen uns jetzt viel st\u00e4rker auch um die anderen Bereiche k\u00fcmmern \u2013 den Reifenabrieb, die Eintr\u00e4ge aus dem Baubereich oder aus Landwirtschaft und Gartenbau. So sollten zum Beispiel Grenzwerte f\u00fcr Reifenabrieb eingef\u00fchrt werden. Das Umweltbundesamt unterst\u00fctzt daher die Entwicklung von Messmethoden und deren Umsetzung auf EU-Ebene mit Untersuchungen im Rahmen eines eigenen Forschungsprojektes.\u201c<\/p>\n<p>Insgesamt, \u00fcber die oben genannten Bereiche hinweg, stammt ein Gro\u00dfteil des Kunststoffeintrags aus Produkten, die zur umweltoffenen Anwendung hergestellt und dort eingesetzt werden \u2013 z.B. landwirtschaftliche Folien, Baufolien, Palisaden, Spiel- und Sportger\u00e4te, Rankhilfen, Verbissschutz, Farben, Textilien oder Autoreifen. Im Laufe ihrer Nutzung k\u00f6nnen durch Abnutzung, Abrieb oder Zersetzung kleinere Kunststoffpartikel entstehen und in die Umwelt gelangen, aus der sie dann nicht wieder entfernt werden k\u00f6nnen. Von umweltoffen eingesetzten Kunststoffprodukten verbleiben etwa 150.500 bis 253.000 Tonnen in der Umwelt.<\/p>\n<h3>Weitere Informationen zur Studie<\/h3>\n<p>Kunststoffe in der Umwelt sind ein gro\u00dfes Problem, da sie sich nicht oder nur sehr schlecht abbauen und sich dadurch in der Umwelt anreichern sowie einzelne Lebewesen wie auch ganze \u00d6kosysteme stark beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen. Auch Produkte aus sogenannten biologisch abbaubaren Kunststoffen sind keine Alternative, da sie sich nur unter sehr speziellen Bedingungen abbauen, die in der Umwelt meist nicht gegeben sind. F\u00fcr zielgerichtete und effektive Ma\u00dfnahmen gegen Kunststoffeintr\u00e4ge ist die Kenntnis \u00fcber Eintragsquellen, Eintragspfade und Eintragsmengen entscheidend. Wesentlich ist auch die Frage, ob bzw. wieviel der einmal eingetragenen Kunststoffe \u00fcberhaupt wieder entfernt werden k\u00f6nnen. Das nun entwickelte Modell erlaubt erstmals eine objektive Einsch\u00e4tzung der Gesamtrelevanz der Thematik und zeigt Haupteintragsquellen auf.<\/p>\n<p>Bisher lagen Daten zu Kunststoffeintr\u00e4gen in die Umwelt lediglich vereinzelt vor, meist im Zusammenhang mit gelitterten Abf\u00e4llen und in Form von St\u00fcckzahlen. Zentrales Ziel des Vorhabens war daher die Entwicklung einer Methodik, mit der in einem zweiten Schritt die Masse an Kunststoffen abgesch\u00e4tzt wurde, die in Deutschland auf verschiedenen Wegen in die Umwelt gelangen und dort dauerhaft verbleiben \u2013 also beispielsweise auch nach Reinigungs- oder R\u00fcckbauma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt aber auch weiteren Forschungsbedarf auf: Zum Teil bestehen erhebliche Datenl\u00fccken, so dass auf Basis zahlreicher Annahmen gerechnet werden musste. Die Ergebnisse sind dementsprechend mit Unsicherheiten behaftet, dies zeigt sich auch in den gro\u00dfen Spannbreiten der Werte. Die Datenlage sollte daher zuk\u00fcnftig verbessert und das Modell fortgeschrieben werden, um die Kenntnisse \u00fcber Kunststoffeintr\u00e4ge in die Umwelt zu verbessern und passgenaue Ma\u00dfnahmen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Bei der Interpretation der Ergebnisse ist folgendes zu beachten: Bei den umweltoffen verwendeten Kunststoffprodukten ergibt sich der Verbleib in der Umwelt aus Eintr\u00e4gen, die \u00fcber die gesamte Nutzungsdauer von zum Teil Jahren bis Jahrzehnten (z.B. durch Abrieb, Verwitterung, Besch\u00e4digung) stattfinden sowie dadurch, dass die Produkte nach dem Ende ihrer Nutzung nicht immer vollst\u00e4ndig wieder aus der Umwelt entfernt werden (z.B. durch R\u00fcckbau). Das hei\u00dft, zwischen dem Jahr des Inverkehrbringens und dem Eintreten des Verbleibs in der Umwelt liegt ein deutlicher zeitlicher Versatz. In dem hier verwendeten Modellierungsansatz wird dieser zuk\u00fcnftige Verbleib in der Umwelt in das Jahr der urspr\u00fcnglichen Verwendung der Kunststoffprodukte vorgezogen.<\/p>\n<p>Bei den gelitterten Kunststoffabf\u00e4llen ergibt sich der Verbleib dagegen aus den Eintr\u00e4gen innerhalb eines Jahres. Hier kann davon ausgegangen werden, dass Eintrag und Beginn des Verbleibs unmittelbar aufeinanderfolgen, also im gleichen Betrachtungszeitraum stattfinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Studie des Umweltbundesamts (UBA) hat erstmals systematisch den Verbleib von Kunststoffen in der Umwelt f\u00fcr Deutschland untersucht. Dies sind die Mengen, die nach ihrem Eintrag nicht durch Reinigungs- oder andere Ma\u00dfnahmen wieder entfernt werden. Demnach verbleiben verkehrsbedingt etwa 133.000 bis 165.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr in der Umwelt, vor allem verursacht durch Reifenabrieb. 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