{"id":90027,"date":"2021-04-23T07:40:21","date_gmt":"2021-04-23T05:40:21","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=87312"},"modified":"2021-09-09T19:32:06","modified_gmt":"2021-09-09T17:32:06","slug":"weniger-fremdstoffe-im-oekomuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/weniger-fremdstoffe-im-oekomuell\/","title":{"rendered":"Weniger Fremdstoffe im \u00d6kom\u00fcll"},"content":{"rendered":"<p>Zu Kompost und D\u00fcnger verarbeitet, verteilt Biom\u00fcll gro\u00dfe Mengen Mikroplastik in die Landschaft. Um den Eintrag in B\u00f6den und Gew\u00e4sser zu verringern, reformiert das Bundesumweltministerium nun die Bioabfallverordnung \u2013 und st\u00f6\u00dft dabei auf heftige Kritik.<\/p>\n<p>Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) schl\u00e4gt eine Obergrenze f\u00fcr Fremdstoffe in Biom\u00fcll vor: Abf\u00e4lle, die mehr als 0,5 Prozent Fremdstoffe wie Plastik, Metall oder Papier enthalten, d\u00fcrfen Verg\u00e4rungs- oder Kompostieranlagen k\u00fcnftig nicht mehr verarbeiten, so ihr Plan. \u00dcberschreitet der angelieferte Biom\u00fcll den Wert, m\u00fcssen Anlagenbetreiber den Abfall erst von den Fehlw\u00fcrfen befreien, bevor sie ihn kompostieren oder verg\u00e4ren. Diese Regelung soll sowohl f\u00fcr verpackte Lebensmittelabf\u00e4lle aus dem Handel als auch f\u00fcr Garten- und K\u00fcchenabf\u00e4lle aus privaten Haushalten gelten.<br \/>\nAnzeige<\/p>\n<p>Umweltverb\u00e4nde kritisieren den Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums scharf. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zum Beispiel findet das Vorhaben \u201eungeeignet, um das gr\u00f6\u00dfer werdende Problem von Plastikm\u00fcll und anderen St\u00f6rstoffen im Bioabfall zu l\u00f6sen\u201c. Es reiche nicht aus, Grenzwerte f\u00fcr Fremdstoffe vor der Kompostierung zu versch\u00e4rfen, wenn nicht gleichzeitig auch die M\u00fcllsammlung und deren Kontrolle verbessert w\u00fcrden, sagte Thomas Fischer vom DUH der taz. Es m\u00fcsse verhindert werden, dass \u00fcberhaupt erst Plastik in der Biotonne lande.<\/p>\n<p>Derselben Meinung ist der Bundesverband Sekund\u00e4rrohstoffe und Entsorgung (BVSE). Nicht allein die Anlagenbetreiber, auch die B\u00fcr\u00adge\u00adr*in\u00adnen m\u00fcssten zur Verantwortung gezogen werden, teilte ein Sprecher mit. \u201eJe weniger Fremdstoffe bereits bei der Sammlung im Abfall enthalten sind, desto leichter und g\u00fcnstiger ist die Aufbereitung. Denn die abgetrennten Fremdstoffe m\u00fcssen teuer in der M\u00fcllverbrennungsanlage entsorgt werden.\u201c<br \/>\nThomas Fischer, DUH<\/p>\n<p>\u201eEs muss verhindert werden, dass \u00fcberhaupt Plastik in der Biotonne landet\u201c<\/p>\n<p>Die DUH und der BVSE fordern daher Ma\u00dfnahmen entlang der gesamten Prozesskette: eine bessere Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung, strengere Kontrollen der Biotonnen und Sanktionen bei zu vielen Fremdstoffen. Fischer vom DUH schl\u00e4gt ein Kartensystem wie beim Fu\u00dfball vor: Mit einem gelben Anh\u00e4nger an der Tonne k\u00f6nnten B\u00fcr\u00adge\u00adr*in\u00adnen \u00fcber Fehlw\u00fcrfe informiert werden. Bei sehr vielen Fremdstoffen w\u00fcrde die Tonne nicht geleert und mit einer roten Karte versehen, auch Bu\u00dfgelder seien denkbar.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus m\u00fcsse das Umweltministerium den Aufdruck \u201ebiologisch abbaubar\u201c auf Produkten verbieten, fordert Fischer. Denn viele Menschen schmissen Kaffeekapseln, Einwegteller oder Blument\u00f6pfe aus \u201ekompostierbarem\u201c Kunststoff f\u00e4lschlicherweise in die Biotonne. Auch die gr\u00fcn eingef\u00e4rbten \u201ebiologisch abbaubaren\u201c Biom\u00fcllt\u00fcten sollten untersagt werden. \u201eBiologisch abbaubare Kunststoffe bauen sich in Kompostierungsanlagen nur ungen\u00fcgend ab und verbleiben als Mikroplastik im Kompost\u201c, sagte Fischer. \u201eAu\u00dferdem ist Ver\u00adbrau\u00adche\u00adrn schwer zu vermitteln, dass bestimmte Sammelbeutel in die Biotonne d\u00fcrfen, aber alle anderen Produkte aus solchen Materialien nicht.\u201c<br \/>\nMinisterium weist Kritik zur\u00fcck<\/p>\n<p>Das Umweltministerium will die Forderungen der DUH nicht aufgreifen. \u201eDie Bezeichnung \u201abiologisch abbaubar\u2018 ist f\u00fcr bestimmte Kunststoffe zutreffend und schon deshalb nicht zu verbieten. Solche Kunststoffe sind gleichwohl kein Bioabfall\u201c, schrieb ein Sprecher. Statt die gr\u00fcnlichen Biom\u00fcllt\u00fcten aus Plastik zu verbieten, sollen die Anforderungen an deren Abbaubarkeit \u201ekonkretisiert und versch\u00e4rft\u201c werden. \u201eK\u00fcnftig muss nachgewiesen werden, dass sich die Kunststoffbeutel bei einer Kompostierdauer von h\u00f6chstens sechs Wochen vollst\u00e4ndig zersetzen\u201c, so der Sprecher. Bislang m\u00fcssten sie sich binnen 12 Wochen zu 90 Prozent abbauen.<br \/>\nAnzeige<\/p>\n<p>Die Kritik, nicht ausreichend bei den Ver\u00adbrau\u00adche\u00adr*in\u00adnen anzusetzen, weist das Ministerium zur\u00fcck. Die Aufkl\u00e4rungsarbeit vor Ort, die Kontrolle der Biotonnen und Sanktionen seien Aufgabe der \u201e\u00f6ffentlich-rechtlichen Entsorgungstr\u00e4ger\u201c, also der jeweiligen Landkreise oder St\u00e4dte. Au\u00dferdem h\u00e4tte die Obergrenze f\u00fcr Fremdstoffe \u201emittelbare Auswirkungen\u201c auf die B\u00fcrger*innen. \u201eJe mehr Fremdstoffe im Bioabfall enthalten sind und entfrachtet werden m\u00fcssen, desto teurer wird die Behandlung\u201c, sagte der Sprecher. Diese Zusatzkosten w\u00fcrden letztlich auf die B\u00fcr\u00adge\u00adr*in\u00adnen umgelegt, was sie zu einer gewissenhafteren M\u00fclltrennung motiviere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Kompost und D\u00fcnger verarbeitet, verteilt Biom\u00fcll gro\u00dfe Mengen Mikroplastik in die Landschaft. Um den Eintrag in B\u00f6den und Gew\u00e4sser zu verringern, reformiert das Bundesumweltministerium nun die Bioabfallverordnung \u2013 und st\u00f6\u00dft dabei auf heftige Kritik. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) schl\u00e4gt eine Obergrenze f\u00fcr Fremdstoffe in Biom\u00fcll vor: Abf\u00e4lle, die mehr als 0,5 Prozent Fremdstoffe wie [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":58,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,17143],"tags":[13159],"supplier":[6287,452,2464,4515],"class_list":["post-90027","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-recycling","tag-mikroplastik","supplier-bmub","supplier-bvse-bundesverband-sekundaerrohstoffe-und-entsorgung-ev","supplier-deutsche-umwelthilfe-ev-duh","supplier-sozialdemokratische-partei-deutschlands-spd"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=90027"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90027\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=90027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90027"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=90027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}