{"id":9001,"date":"2006-04-27T00:00:00","date_gmt":"2006-04-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060427-02n"},"modified":"2006-04-27T00:00:00","modified_gmt":"2006-04-26T22:00:00","slug":"konferenz-zu-erneuerbaren-energietraegern-im-eu-parlament","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/konferenz-zu-erneuerbaren-energietraegern-im-eu-parlament\/","title":{"rendered":"Konferenz zu erneuerbaren Energietr\u00e4gern im EU-Parlament"},"content":{"rendered":"<p><b>Unter dem Motto &#8220;Chance for the Future &#8211; Renewable Energy&#8221; fand am Mittwoch der &#8220;Energy Day&#8221; im Europ\u00e4ischen Parlament in Br\u00fcssel statt. Dabei wurden Auswege aus der Energiekrise auf Basis erneuerbarer Energietr\u00e4ger pr\u00e4sentiert und neueste Entwicklungen aus Schweden, Deutschland und \u00d6sterreich vorgestellt.<\/b> <\/p>\n<p>Veranstalter war das \u00d6kosoziale Forum Europa, dessen Pr\u00e4sident Franz Fischler in seiner Er\u00f6ffnungsrede &#8220;Versorgungssicherheit, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Umweltvertr\u00e4glichkeit&#8221; als die Hauptziele einer nachhaltigen europ\u00e4ischen Energiepolitik bezeichnete. &#8220;Ziel der \u00f6sterreichischen EU-Pr\u00e4sidentschaft ist es, die Themen Energieeffizienz und Erneuerbare Energie massiv voranzutreiben&#8221;, stellte Werner Wutscher, Generalsekret\u00e4r des Lebensministeriums, fest.<\/p>\n<p>&#8220;Steigende Energiepreise, Probleme bei der Erdgasversorgung und die hohen Schadenssummen, die Versicherungen nach Unwettern und Naturereignissen zu begleichen haben, machen deutlich, wie wichtig eine Neuausrichtung der Europ\u00e4ischen Energie- und Klimaschutzpolitik f\u00fcr Wirtschaft und Privathaushalte gleicherma\u00dfen ist. Eine intensive Diskussion um die Energiezukunft auf EU-Ebene ist daher unumg\u00e4nglich&#8221;, betonte Wutscher.<\/p>\n<p><b>EU-Ratsvorsitzender Pr\u00f6ll forciert Biomasseverwendung<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Einer der Schwerpunkte des Lebensministeriums im Rahmen des EU-Vorsitzes ist der von der Kommission vorgeschlagene Biomasse-Aktionsplan. Diesen sowie die Biotreibstoff-Strategie konnte Ratsvorsitzender Josef Pr\u00f6ll im Februar auf die Agenda des Landwirtschaftsrates setzen. Die Biomasse weist zurzeit das gr\u00f6\u00dfte Potenzial unter den erneuerbaren Energietr\u00e4gern auf. Sie ist damit ein wesentliches Element beim Umstieg auf eine Versorgung mit erneuerbaren Energietr\u00e4gern. Kernenergie ist f\u00fcr \u00d6sterreich absolut keine Option&#8221;, stellte Wutscher klar.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt der EU-Pr\u00e4sidentschaft sei der Energierat Mitte M\u00e4rz gewesen. Dort sei die von der Kommission am 08.03. angenommene Strategie f\u00fcr eine neue europ\u00e4ische Energiepolitik einer inhaltlichen Debatte durch die Energieminister unterzogen worden. Au\u00dferdem habe der Energierat die sehr kontroversiell diskutierte Richtlinie \u00fcber Endenergieeffizienz und Energiedienstleistung beschlossen. Schlie\u00dflich sei es dem \u00f6sterreichischen Vorsitz gelungen, einige bedeutsame Ziele im Energiebereich in die Schlussfolgerungen des Europ\u00e4ischen Rates vom 23. und 24.03.2006 zu verankern, so Wutscher.<\/p>\n<p><b>Fischler fordert Energiewende<\/b><\/p>\n<p>Fischler verwies auf den heutigen 20. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, der die Notwendigkeit einer nachhaltigen Energiepolitik dramatisch vor Augen f\u00fchre. Kernenergie sei weder versorgungssicher noch umweltvertr\u00e4glich. &#8220;Die L\u00f6sung f\u00fcr den wachsenden Energieverbrauch, die steigende Importabh\u00e4ngigkeit, die Verknappung der fossilen Ressourcen und den damit verbundenen rasanten Preisanstieg sowie die L\u00f6sung f\u00fcr die Klimabelastung kann nur hei\u00dfen: Energie sparen und erneuerbare Energie ausbauen&#8221;, gab Fischler zu verstehen.<\/p>\n<p>&#8220;Es reicht nicht, wenn wir in Rohstoffe investieren, die auf absehbare Zeit nicht mehr oder nur zu sehr hohen Preisen verf\u00fcgbar sein werden. Es reicht nicht, wenn wir jetzt neue Gaspipelines in den Mittleren Osten bauen, in eine der instabilsten Regionen der Welt&#8221;, warnte der Pr\u00e4sident des \u00d6kosozialen Forums. Die Energieversorgung Europas m\u00fcsse auf vielen Beinen stehen, der Anteil der Erneuerbaren von derzeit 6% sei &#8220;kein kr\u00e4ftiges Bein und liegt weit unter unseren M\u00f6glichkeiten&#8221;. Ziel m\u00fcsse es sein, erneuerbare Energietr\u00e4ger verst\u00e4rkt zur Marktreife zu f\u00fchren und die Energieeffizienz zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><b>Schierhuber: Erneuerbar statt nuklear<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Zwanzig Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl k\u00f6nnten wir auf Grund der steigenden \u00d6lpreise eine Renaissance der Atomenergie erleben. Nuklearenergie kann aber nicht die L\u00f6sung sein, Sicherheitsbedenken und die ungel\u00f6ste Frage der Endlagerung nuklearen Abfalls stehen dem diametral entgegen. Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen bietet hier eine umweltschonende und effiziente Alternative&#8221;, unterstrich \u00d6VP-Europaparlamentarierin Agnes Schierhuber in ihrem Beitrag. Neben Wasser, Wind und Photovoltaik sei die Nutzung von Biomasse ein entscheidender Faktor im Bereich der erneuerbaren Energietr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Die Erzeugung von Biomasse als Energietr\u00e4ger biete den B\u00e4uerinnen und Bauern der EU die M\u00f6glichkeit zur Erschlie\u00dfung neuer Einkommensfelder. Dies wiederum diene auch der Sicherung und Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen im l\u00e4ndlichen Raum. Die Palette der nachwachsenden Rohstoffe reiche von Holz und Stroh \u00fcber Energiekorn bis zu Biodiesel, Biomethanol und Pflanzen\u00f6len.<\/p>\n<p><b>Kopetz: W\u00e4rmegewinnung aus Biomasse am effizientesten<\/b><\/p>\n<p>Klarheit \u00fcber die langfristige Zielsetzung f\u00fcr das europ\u00e4ische Energiesystem forderte Heinz Kopetz, Vorsitzender des <a href=\"http:\/\/www.biomasseverband.at\/\" >\u00d6sterreichischen Biomasse-Verbandes<\/a> und Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Biomasse-Verbandes (AEBIOM), in seiner Rede. Kopetz nannte drei wesentliche Kriterien f\u00fcr eine optimale Biomasse-Politik: die Minimierung der Umwandlungsverluste, die Maximierung der Energieertr\u00e4ge je Hektar sowie die Senkung der Kosten.<\/p>\n<p>&#8220;Sowohl vom Standpunkt der erreichbaren Effizienz, der Energieausbeute je Hektar als auch der Erzeugungskosten ist der Schwerpunkt der energetischen Biomassenutzung auf die W\u00e4rmeerzeugung zu legen&#8221;, so Kopetz. Der rasche Umbau des W\u00e4rmesystems k\u00f6nne aber nur gelingen, wenn es nationale Programme f\u00fcr private Haushalte und Betriebe gebe (Investitionszusch\u00fcsse von 30 bis 40% usw.). <\/p>\n<p>Die Erzeugung von Biotreibstoffen solle ebenfalls weiter ausgebaut werden, sie k\u00f6nnte in Zukunft etwa ein Viertel des europ\u00e4ischen Treibstoffverbrauches decken. Weiters sprach sich Kopetz f\u00fcr die Entwicklung kleiner dezentraler Stromerzeugungseinheiten f\u00fcr Biomasse aus.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/\/\" >2006-03-27<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Unter dem Motto &#8220;Chance for the Future &#8211; Renewable Energy&#8221; fand am Mittwoch der &#8220;Energy Day&#8221; im Europ&auml;ischen Parlament in Br&uuml;ssel statt. 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