{"id":8999,"date":"2006-04-27T00:00:00","date_gmt":"2006-04-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060427-10n"},"modified":"2006-04-27T00:00:00","modified_gmt":"2006-04-26T22:00:00","slug":"erhebliche-klimaaenderungen-in-deutschland-zu-erwarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erhebliche-klimaaenderungen-in-deutschland-zu-erwarten\/","title":{"rendered":"Erhebliche Klima\u00e4nderungen in Deutschland zu erwarten"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Klima in Deutschland k\u00f6nnte sich bis zum Jahr 2100 sp\u00fcrbar \u00e4ndern. Dies zeigen aktuelle und detaillierte Modellrechnungen des <a href=\"http:\/\/www.mpimet.mpg.de\/\" >Max-Planck-Instituts f\u00fcr Meteorologie (MPI-M)<\/a> f\u00fcr das <a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/klimaschutz\" >Umweltbundesamt (UBA)<\/a>. Rund 130 Fachleute diskutierten heute auf dem Workshop &#8220;K\u00fcnftige Klima\u00e4nderungen in Deutschland&#8221; im UBA in Dessau erste Ergebnisse.<\/b> <\/p>\n<p>Die Hamburger Forscher erwarten, dass die durchschnittliche Jahrestemperatur in einigen Regionen Deutschlands bis 2100 um bis zu 4 Grad Celsius (\u00b0C) h\u00f6her liegen k\u00f6nnte als im vergangenen Jahrhundert. <\/p>\n<p>Die Folgen w\u00e4ren regional und jahreszeitlich unterschiedlich: Im Winter g\u00e4be es in den s\u00fcddeutschen Gebirgen bis zu einem Drittel mehr Niederschlag. In den Alpen ist jedoch mit weniger Schnee zu rechnen. Das k\u00f6nnte sich negativ auf den Tourismus auswirken. <\/p>\n<p>Die Sommer w\u00fcrden in S\u00fcd-, S\u00fcdwest- und Nordostdeutschland wahrscheinlich trockener. Das bedeutete eine gr\u00f6\u00dfere Waldbrandgefahr, Einbu\u00dfen in der Landwirtschaft und Einschr\u00e4nkungen in der Binnenschifffahrt. <\/p>\n<p>&#8220;Wir haben erstmals eine genauere Vorstellung davon, wie und wo sich der Klimawandel in Deutschland auswirkt. Um nachteilige wirtschaftliche und soziale Folgen zu begrenzen, brauchen wir zwei Dinge: Wir m\u00fcssen beginnen, uns anzupassen und zugleich mehr tun, um den Temperaturanstieg weltweit bis 2050 auf h\u00f6chstens zwei Grad zu begrenzen. Wenn wir heute nicht handeln, kommt uns das im wahren Sinne des Wortes teuer zu stehen&#8221;, schlussfolgert UBA-Pr\u00e4sident Prof. Dr. Andreas Troge.<\/p>\n<p>Erstmals gelang es MPI-M und UBA, fl\u00e4chendeckend f\u00fcr Deutschland hoch aufgel\u00f6ste Daten zu k\u00fcnftigen Klimaentwicklungen vorzulegen. Das vom MPI-M entwickelte Regionalmodell REMO hat eine Aufl\u00f6sung von zehn mal zehn Kilometern. <\/p>\n<p>Die wichtigsten Ergebnisse dieser Detailberechnungen: Die Jahresmitteltemperaturen in Deutschland k\u00f6nnten bis 2100 im Vergleich zur zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts um 2,5 bis 3,5 \u00b0C \u2013 abh\u00e4ngig von der H\u00f6he der zuk\u00fcnftigen Treibhausgasemissionen \u2013 steigen. Mit mehr als 4 \u00b0C f\u00e4llt die Erw\u00e4rmung im Winter in S\u00fcd- und S\u00fcdost-Deutschland besonders stark aus. <\/p>\n<p>Im Sommer k\u00f6nnten die Niederschl\u00e4ge in S\u00fcd-, S\u00fcdwest- und Nordostdeutschland bis zu 30 Prozent zur\u00fcckgehen. Das versch\u00e4rft D\u00fcrren im Sommer, vor allem im Nordosten Deutschlands. Im Winter wird es in ganz Deutschland feuchter. Gerade in den Mittelgebirgen S\u00fcd- und S\u00fcdwestdeutschlands ist mit einem Drittel mehr Niederschl\u00e4gen zu rechnen. <\/p>\n<p>Schnee wird es regional allerdings weniger geben: F\u00e4llt momentan etwa ein Drittel des Niederschlags in den Alpen als Schnee, k\u00f6nnte es am Ende des Jahrhunderts nur noch ein Sechstel sein.<\/p>\n<p>Die neuen Klimaszenarien des UBA und des MPI-M liefern eine solide Basis f\u00fcr eine weitere, detaillierte Analyse regionaler Klimafolgen und deren Kosten. Auf der Tagung in Dessau zogen Wissenschaftler, Politikberater, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und politische Entscheidungstr\u00e4ger bereits erste Schlussfolgerungen f\u00fcr den nationalen Klimaschutz: Deutschland braucht eine nationale Strategie zur Anpassung an den Klimawandel. <\/p>\n<p>Mittelfristig erlauben die neuen Daten den Verwaltungen und Unternehmen, ihre Anf\u00e4lligkeit gegen\u00fcber Klima\u00e4nderungen besser einzusch\u00e4tzen, sich so an den Klimawandel anzupassen und Klimarisiken zu mindern.<\/p>\n<p>Wichtig ist jetzt, die Klimafolgenforschung zu intensivieren und mit fl\u00e4chendeckenden Klimadaten zu unterst\u00fctzen. Das UBA wird dazu alle Daten der Klimaszenarien kostenfrei f\u00fcr Wissenschaft, Verwaltung und Unternehmen bereitstellen. Das Amt wird die neuen Daten detailliert bewerten und versuchen, die Risikowahrnehmung bei Entscheidungstr\u00e4gern in Wirtschaft und Verwaltung zu sch\u00e4rfen. Ziel ist es, die notwendige Anpassung an den Klimawandel \u2013 wie im Hochwasser- und Gesundheitsschutz \u2013 zu beschleunigen.<\/p>\n<p>Neben besserer Anpassung an den Klimawandel sind nach Auffassung des UBA die Treibhausgasemissionen in Deutschland \u2013 als nationaler Beitrag zum globalen Klimaschutz \u2013 um 40 Prozent bis 2020 und um 80 Prozent bis 2050 zu verringern. <\/p>\n<p>Eine rationellere Energienutzung, eine schnell und deutlich steigende Effizienz bei der Umwandlung der Prim\u00e4r- in Endenergie sowie die verst\u00e4rkte Nutzung erneuerbarer Energien tragen in hohem Ma\u00dfe dazu bei. Wirtschaftlich und technisch hat Deutschland das n\u00f6tige Wissen und K\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Und Klimaschutz lohnt sich: Weltweit liegen die Kosten f\u00fcr anspruchsvollen Klimaschutz bei durchschnittlich nur einem Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Die \u00f6konomischen Sch\u00e4den eines ungebremsten Klimawandels k\u00f6nnten dagegen bis zu zehn Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung ausmachen.<\/p>\n<p>Die Klimaszenariendaten werden ab Mitte Mai 2006 im <a href=\"http:\/\/www.mpimet.mpg.de\/\" >Max-Planck-Institut f\u00fcr Meteorologie<\/a> bei der Gruppe &#8220;Modelle und Daten&#8221; \u2013 einer nationalen Serviceeinrichtung \u2013 verf\u00fcgbar sein, die unter anderem das Weltdatenarchiv f\u00fcr die Klimaforschung verwaltet. <\/p>\n<p>Nutzerregistrierung unter <a href=\"mailto:data@dkrz.de\">data@dkrz.de<\/a>, danach Zugang \u00fcber <a href=\"http:\/\/cera-www.dkrz.de\/CERA\/index.html\" >http:\/\/cera-www.dkrz.de\/CERA\/index.html<\/a>. <\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen des Umweltbundesamts enth\u00e4lt das Hintergrundpapier &#8220;K\u00fcnftige Klima\u00e4nderungen in Deutschland \u2013 Regionale Projektionen f\u00fcr das 21. Jahrhundert&#8221;. Download unter <a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/klimaschutz\" >http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/klimaschutz<\/a> oder <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20060427-10\/06-04-UBA-Kuenftige%20Klimaaenderungen.pdf\" >download direkt hier<\/a>.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sachsen-ruestet-seinen-wald-fuer-den-klimawandel\/\" >2004-07-14<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forscher-klimawandel-erfordert-umdenken-in-der-landwirtschaft\/\" >2003-08-21<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Das Klima in Deutschland k&ouml;nnte sich bis zum Jahr 2100 sp&uuml;rbar &auml;ndern. 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