{"id":8974,"date":"2006-05-03T00:00:00","date_gmt":"2006-05-02T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060503-04n"},"modified":"2006-05-03T00:00:00","modified_gmt":"2006-05-02T22:00:00","slug":"compoundieren-von-nachwachsenden-rohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/compoundieren-von-nachwachsenden-rohstoffen\/","title":{"rendered":"Compoundieren von nachwachsenden Rohstoffen"},"content":{"rendered":"<p><b>Unter dem Motto &#8220;Kunststoffe &#8211; aber nat\u00fcrlich!&#8221; begann die <a href=\"http:\/\/www.fkur.de\/\" >FKuR Kunststoff GmbH<\/a>, Willich, bereits im Jahr 1995 biologisch abbaubare Kunststoffe zu entwickeln. Die seit 1998 bestehende Kooperation mit dem <a href=\"http:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/\" >Fraunhofer Institut UMSICHT<\/a>, Oberhausen, befl\u00fcgelte die Arbeiten an dieser Zielsetzung. Dabei wurde im Hinblick auf die begrenzten fossilen Ressourcen neben der biologischen Abbaubarkeit zunehmend der Einsatz nachwachsender Rohstoffe bedeutsam.<\/b> <\/p>\n<p>Zwischenzeitlich ist die ma\u00dfgebliche Kernkompetenz der FKuR GmbH die Herstellung von Compounds mit hohen Anteilen an nachwachsenden Rohstoffen. Die bisher industriell verf\u00fcgbaren Werkstoffe eignen sich allerdings erst durch intelligentes Compoundieren f\u00fcr die Weiterverarbeitung zu verl\u00e4sslichen Endprodukten. Nur die Kombination von vielf\u00e4ltigen F\u00fcll- und Verarbeitungshilfsmitteln erm\u00f6glicht ma\u00dfgeschneiderte Werkstoffe, die auch mit konventionellen Kunststoffen konkurrieren k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>FKuR und Fraunhofer UMSICHT schufen bislang zwei Werkstofffamilien: Polymilchs\u00e4ure (PLA) &#8211; Blends und Celluloseester &#8211; Blends. Die PLA &#8211; Blends k\u00f6nnen problemlos viele Anwendungen der Polyolefine, z.B. Verpackungen \u00fcbernehmen, w\u00e4hrend die Celluloseester &#8211; Blends das weite Eigenschaftsspektrum der Polystyrole erf\u00fcllt. <\/p>\n<p>Der Schwerpunkt von Polyester\/PLA liegt zwar in der Folien- und Film-Anwendung, doch sind auch hervorragende Spritzgussartikel mit hoher Steifigkeit herstellbar. Die Celluloseblends sind von Hause aus f\u00fcr Spritzgie\u00dfartikel gedacht, doch lassen sie sich in gleicher Weise zu Folien und Tafeln f\u00fcr Tiefziehanwendungen extrudieren. <\/p>\n<p>Trotz der guten Vergleichbarkeit der Eigenschaften mit konventionellen Kunststoffen d\u00fcrfen die Biopolymere nicht nur als Ersatz f\u00fcr die herk\u00f6mmlichen Werkstoffe aus fossilen Rohstoffen angesehen werden. Aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften werden sich die Biopolymere, bzw. die Bioblends als Erg\u00e4nzung zu den bestehenden Kunststoffen zu einer eigenst\u00e4ndigen Materialklasse mit eigenen Anwendungsprofilen entwickeln. Bisher ist die Auswahl der gesichert verf\u00fcgbaren biologisch abbaubaren Rohstoffe und der Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen noch gering, doch kann davon ausgegangen werden, dass mit zunehmendem Verbrauch der Roh\u00f6lreserven neue Bio-Werkstoffe geschaffen werden.<\/p>\n<p>Im Vordergrund aller Entwicklungsarbeiten stand stets die problemlose Maschineng\u00e4ngigkeit der Compounds auf allen herk\u00f6mmlichen Kunststoffverarbeitungsmaschinen. Die gute Verarbeitbarkeit der PLA-Blends ist auf die verbesserte Kompatibilit\u00e4t der Polymerkomponenten zur\u00fcckzuf\u00fchren. Im Allgemeinen sind die Blendkomponenten PLA und Copolyester unvertr\u00e4glich. Dies zeigt sich unter anderem in einer Delamination beider Materialien bei starker Scherbeanspruchung. <\/p>\n<p>Durch die Zugabe einer intelligenten Kombination von Vertr\u00e4glichkeitsmachern wird eine stabile Kopplung des PLA an den Copolyester sichergestellt. Dadurch wird der Anteil des PLA in bisher nicht gekannte Gr\u00f6\u00dfenordnungen gesteigert. Weiterhin wird die Einbindung von nat\u00fcrlichen F\u00fcllstoffen in die Matrix PLA\/Copolyester erheblich verbessert. Bedingt durch die homogenere Verbindung der Polymere kann eine aus Bio-Flex gefertigte Folie in der Blasfolienextrusion problemlos bis zu einer Dicke von 8 \u00b5m verstreckt werden. <\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20060503-04\/fkur201.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"\"\/>Die Standardqualit\u00e4t Bio-Flex 219F ist ein universell einsetzbarer Folienwerkstoff, der vergleichbare mechanische Eigenschaften wie PELD besitzt. Je nach Extruder und Schneckengeometrie kann der Durchsatz von Bio-Flex 219F um bis zu 10% gegen\u00fcber PELD gesteigert werden. Wichtige Einsatzbereiche f\u00fcr Folien aus Bio-Flex 219F sind alle Varianten von Tragetaschen, Beuteln und S\u00e4cken. Einen starken Wachstumsmarkt stellen auch Mulch- und Agrarfolien (siehe Abb.) dar. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Laminierfolien f\u00fcr Papiere und St\u00e4rketrays. Bio-Flex 219F ist nach DIN Certco und OK Compost zertifiziert. <\/p>\n<p>Die neueste Entwicklung ist eine transparente Folienqualit\u00e4t, die PEHD \u00e4hnliche Eigenschaften aufweist. Bio-Flex 467F, so der neue Produktname, zeichnet sich durch seine hohe mechanische Festigkeit bei gleichzeitig guter Dehnung aus. Dadurch eignet sich eine Folie aus Bio-Flex 467F f\u00fcr edles Verpackungsdesign. Der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen betr\u00e4gt \u00fcber 30%. Bio-Flex 467F besitzt eine Unbedenklichkeitserkl\u00e4rung f\u00fcr den Kontakt mit Lebensmitteln. Die Tests zur Kompostierung werden voraussichtlich im Juni 2006 abgeschlossen sein. <\/p>\n<p>Mit dem Produkt Bio-Flex 482CF wurde eine neue Folienqualit\u00e4t entwickelt, die \u00fcberwiegend auf nachwachsenden Rohstoffen basiert . Folien aus Bio-Flex 482CF weisen eine ausgezeichnete Steifigkeit bei gleichzeitig hoher Dehnung auf. Sie werden bevorzugt durch Flachfolienextrusion hergestellt. Die Herstellung der Bio-Flex Blends erfolgt unter Verwendung von NatureWorksPLA\u00ae.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Herstellung von Spritzgie\u00dfprodukten wurde die Werkstoffrezeptur Biograde 300A entwickelt, die sich durch hervorragende Verarbeitungseigenschaften (siehe Abb. 2, rechts) und beachtliche mechanische Kennwerte auszeichnet. Dabei wurde ein vorz\u00fcglicher Kompromiss zwischen den entgegengerichteten Anforderungen einer guten biologischen Abbaubarkeit und hoher W\u00e4rmeformbest\u00e4ndigkeit erreicht. Bei der Pr\u00fcfung nach Vicat-A (DIN ISO 306) \u00fcbertrifft Biograde 300A mit 117\u00b0C die Werte von Standardpolystyrol. <\/p>\n<p>Die meisten Biopolymere &#8220;verweigern ihren Dienst&#8221; bereits bei Temperaturen oberhalb von 65\u00b0C. Die Spritzgie\u00dfrezeptur Biograde 300A ist auf Standard-Spritzgie\u00dfmaschinen mit Universalschnecke problemlos zu verarbeiten. Durch die sehr kurzen Zykluszeiten, die mit dem Werkstoff erreichbar sind, k\u00f6nnen auch Massenprodukte kosteng\u00fcnstig realisiert werden. Biograde 300A ist nach DIN EN 13432 (200\u00b5m Folie) kompostierbar und besitzt eine Unbedenklichkeitserkl\u00e4rung f\u00fcr den Kontakt mit Lebensmitteln. <\/p>\n<p>Die Anwendungen f\u00fcr Biograde 300A reichen von Catering-Artikeln, wie z.B. Bestecken oder Tellern, bis hin zu technischen Teilen. Im Catering-Bereich wurde der Weltjugendtag 2005 in K\u00f6ln mit Bestecken aus Biograde 300A ausgestattet. <\/p>\n<p>F\u00fcr transparente Produkte wurde das Cellulose-Blend Biograde 200C entwickelt. Dieses Blend besteht zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen. Biograde 200C zeichnet sich durch hohe Steifigkeit und brillante Transparenz aus. Eine Folie aus Biograde 200C l\u00e4sst sich problemlos zu Bechern und Trays thermoformen. Im Vergleich zu bisherigen Biopolymeren besitzt eine Folie aus Biograde 200C gute Barriereeigenschaften. Die Folie ist im wesentlichen mit PP zu vergleichen. Spritzgegossene Produkte weisen dagegen vergleichbare Eigenschaften wie Standard-Polystyrol auf. <\/p>\n<p>Nature-Compounds sind eine gemeinschaftliche Produktentwicklung von biologisch abbaubaren und naturfaserverst\u00e4rkten Polymeren, die von der FKuR Kunststoff GmbH, Willich, in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik, UMSICHT, Oberhausen, entwickelt werden. Die exklusive Produktion und den Vertrieb der Nature-Compounds \u00fcbernimmt die FKuR Kunststoff GmbH.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fkur.de\/\" >FKuR Kunststoff GmbH<\/a><br \/>Siemensring 79<br \/>47877 Willich, Deutschland<br \/>Tel.:   +49 (0) 2154 9251-0<br \/>Fax:   +49 (0) 2154 9251-51<br \/>Email: <a href=\"mailto:patrick.zimmermann@fkur.de\">patrick.zimmermann@fkur.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fkur-neuartige-transparente-plapolyesterfolie-fuer-edles-verpackungsdesign\/\" >2006-01-04<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Unter dem Motto &#8220;Kunststoffe &#8211; aber nat&uuml;rlich!&#8221; begann die FKuR Kunststoff GmbH, Willich, bereits im Jahr 1995 biologisch abbaubare Kunststoffe zu entwickeln. 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