{"id":8943,"date":"2006-04-19T00:00:00","date_gmt":"2006-04-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060419-03n"},"modified":"2006-04-19T00:00:00","modified_gmt":"2006-04-18T22:00:00","slug":"waschnuesse-waschmittel-das-auf-baeumen-waechst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/waschnuesse-waschmittel-das-auf-baeumen-waechst\/","title":{"rendered":"Waschn\u00fcsse: Waschmittel, das auf B\u00e4umen w\u00e4chst"},"content":{"rendered":"<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20060419-03\/sap1sa.frut.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"\"\/><b>Wenn die Schale zerspringt, l\u00e4uft Freunden von Erd-, Hasel- oder Waln\u00fcssen das Wasser im Mund zusammen. Nicht so Allergikern. Vor allem Menschen mit empfindlicher Haut reagieren h\u00e4ufig aber nicht nur auf die br\u00e4unlichen Fr\u00fcchte sensibel, sondern zum Beispiel auch auf Wasch- und Reinigungsmittel. Waschn\u00fcsse, die Fr\u00fcchte des Seifenbaums, bieten eine echte Alternative zu chemischen Produkten.<\/b> <\/p>\n<p>Die Waschnuss ist die Frucht des Soapnut-Baumes (Sapindus), der zu den Seifenbaumgew\u00e4chsen (Sapindaceae) geh\u00f6rt. Die Familie umfasst rund 2.000 Arten, die sich auf etwa 150 Gattungen verteilen. &#8220;Sapindus&#8221; &#8211; die namensgebende Gattung &#8211; wurde nach dem hochwirksamen Inhaltsstoff Saponin benannt, mit dessen Hilfe sich die Pflanzen selbst vor dem Befall durch Sch\u00e4dlinge sch\u00fctzen sowie Bakterien und Pilze fern halten. Saponin besitzt zus\u00e4tzlich eine hohe Reinigungskraft.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20060419-03\/sap1sa.hofl2.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"\"\/>Von den mittelgro\u00dfen Seifenb\u00e4umen mit den meist gefiederten Bl\u00e4ttern und den in Rispen angeordneten Bl\u00fcten gibt es in Mittel- und S\u00fcdamerika sowie in Asien rund 15 Arten. Bekannt ist vor allem der echte Seifenbaum (Sapindus saponaria). Sein saponinhaltiges Fruchtfleisch verwenden die Einheimischen seit Jahrhunderten als Seife.<br style=\"clear:left;\"\/><\/p>\n<p>In der Fruchtschale des Soapnut-Baumes findet sich Saponin in besonders konzentrierter Form und hochwertiger Qualit\u00e4t. Sobald die Nussschalen mit Wasser in Ber\u00fchrung kommen, geben sie eine seifige Lauge ab, die Fett und Flecken l\u00f6st. Besonders beliebt sind die N\u00fcsse des Sapindus mukorossi, der in Nordindien und Nepal w\u00e4chst. Aus S\u00fcdindien stammen die kleineren Fr\u00fcchte des Sapindus trifoliatus. <\/p>\n<p>Die Waschn\u00fcsse werden als pflanzliches Pflege- und Reinigungsmittel genutzt, das f\u00fcr Allergiker und Neurodermitis-Patienten besser vertr\u00e4glich ist als die h\u00e4ufig aggressiven chemischen Produkte. Zudem kann auf zus\u00e4tzlichen Weichsp\u00fcler verzichtet werden. Die Anwendung ist einfach, die Waschleistung allerdings umstritten (siehe Waschanleitung).<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil ist die Produktion aus nachwachsenden Rohstoffen. Seit Jahrhunderten werden die B\u00e4ume in Indien und Nepal kultiviert. Nach etwa zehn Jahren tragen sie erste Fr\u00fcchte. F\u00fcr die n\u00e4chsten rund 90 Jahre k\u00f6nnen diese einmal j\u00e4hrlich geerntet werden. Seifenb\u00e4ume hinterlassen nach der Ernte kein \u00d6dland mit ausgelaugtem Boden. Im Gegenteil: Sie gedeihen sogar gut auf B\u00f6den, die durch fehlerhafte Bewirtschaftung ausgelaugt sind. W\u00fcstenbildung und Bodenerrosion kann damit begegnet werden. <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus nehmen die langlebigen B\u00e4ume eine gro\u00dfe Menge Kohlendioxid auf, das f\u00fcr den Treibhauseffekt verantwortlich ist, und produzieren Sauerstoff. Waschn\u00fcsse sind zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Nach der Verwendung wandern sie auf den Kompost oder in den Biom\u00fcll. <\/p>\n<p>Die Fr\u00fcchte des Seifenbaums werden unter den Gesichtspunkten des fairen Handels in Europa vertrieben und sind daher vor allem in \u00f6kologischen Kaufh\u00e4usern erh\u00e4ltlich. Auch im Internet gibt es zahlreiche Anbieter. Ein Kilogramm kostet zwischen 20 und 25 Euro. Bei guter Qualit\u00e4t reicht die Menge f\u00fcr 150 bis 200 W\u00e4schen, also ein Jahr lang f\u00fcr eine drei- bis vierk\u00f6pfige Familie, die zwei- oder dreimal in der Woche w\u00e4scht. Herk\u00f6mmliches Waschmittel ist laut Angaben der H\u00e4ndler im Vergleich doppelt so teuer.<\/p>\n<p>Auch wenn die Waschleistung umstritten ist, mit dem Kauf von Waschn\u00fcssen k\u00f6nnen Konsumenten W\u00e4sche, Umwelt und Geldbeutel schonen sowie den fairen Handel unterst\u00fctzen. Allergiker und Neurodermitis-Patienten sollten die pflanzliche Alternative auf jeden Fall einmal ausprobieren. Die Anwendung von Waschn\u00fcssen kann keinesfalls schaden.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fruehjahrsputz-kuenstliche-enzyme-oder-doch-lieber-kernseife-und-seifenkraut\/\" >2006-03-15<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wenn die Schale zerspringt, l&auml;uft Freunden von Erd-, Hasel- oder Waln&uuml;ssen das Wasser im Mund zusammen. Nicht so Allergikern. 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