{"id":89345,"date":"2021-06-15T07:26:09","date_gmt":"2021-06-15T05:26:09","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=89345"},"modified":"2021-06-16T01:52:09","modified_gmt":"2021-06-15T23:52:09","slug":"mit-russischem-loewenzahn-die-mobilitaet-sichern-und-den-regenwald-schuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mit-russischem-loewenzahn-die-mobilitaet-sichern-und-den-regenwald-schuetzen\/","title":{"rendered":"Mit Russischem L\u00f6wenzahn die Mobilit\u00e4t sichern und den Regenwald sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_89347\" aria-describedby=\"caption-attachment-89347\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/fileadmin\/_processed_\/5\/1\/csm_611_IMG_5417_frei_bokeh_29ed05a68b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-89347\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/csm_611_IMG_5417_frei_bokeh_ea584b913d.jpg\" alt=\"L\u00f6wenzahn\" width=\"236\" height=\"157\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-89347\" class=\"wp-caption-text\">Naturkautschuk ist ein hochelastisches Biopolymer, das der Russische L\u00f6wenzahn in der Wurzel enth\u00e4lt. Bild: JKI\/Peter Wehling<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Kennen Sie schon den Russischen L\u00f6wenzahn? Noch nicht? Auf der digitalen Woche der Umwelt 2021 k\u00f6nnen Sie dies nachholen! Informieren Sie sich, wie eine Wild- zur Industriepflanze entwickelt wird, um den wichtigen Rohstoff Naturkautschuk zu gewinnen. Zwei Projekttr\u00e4ger des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) und des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) pr\u00e4sentieren dieses spannende Thema gemeinsam: Der Projekttr\u00e4ger J\u00fclich (PtJ) und die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) freuen sich auf Ihren Besuch auf <a href=\"https:\/\/www.woche-der-umwelt.de\/ausstellerKonkret\/1404\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.woche-der-umwelt.de\/ausstellerKonkret\/1404<\/a>!<\/strong><\/p>\n<p>Egal, ob Fahrrad, Motorrad, Auto, Bus, LKW oder Traktor \u2013 um mobil zu sein, brauchen diese Fahrzeuge Reifen. Und f\u00fcr Reifen braucht man Naturkautschuk. Denn die Kopie &#8211; synthetischer Kautschuk aus Erd\u00f6l \u2013 kommt an die exzellenten Eigenschaften des nat\u00fcrlichen Vorbildes nicht heran. Darum enth\u00e4lt z.B. ein handels\u00fcblicher LKW-Reifen bis zu 25 kg Naturkautschuk. Bislang wird die Nachfrage nach dem Naturstoff ausschlie\u00dflich durch den Kautschukbaum\u00a0<em>Hevea brasiliensis<\/em>\u00a0gedeckt, der nur in den Tropen w\u00e4chst. Somit h\u00e4ngt ein wichtiges Element der Mobilit\u00e4t, wie wir sie heute kennen, weltweit von einer einzigen Pflanze ab.<\/p>\n<p>Nur sehr wenige andere Gew\u00e4chse produzieren Kautschuk in vergleichbarer Qualit\u00e4t. Russischer L\u00f6wenzahn <em>(Taraxacum koksaghyz)<\/em> z\u00e4hlt dazu. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde mit ihm experimentiert, in der Praxis durchgesetzt hat er sich bislang nicht. Dabei h\u00e4tte er als Industriepflanze einige Vorteile:<\/p>\n<h3>Regenwaldschutz in den klassischen Anbaul\u00e4ndern des Kautschukbaums wie Indonesien, Malaysia oder Thailand<\/h3>\n<p>Bereicherung von Fruchtfolgen: Russischer L\u00f6wenzahn w\u00e4chst in unseren Breiten. Von den typischen Ackerkulturen in Europa ist er nur mit der Sonnenblume n\u00e4her verwandt<br \/>\nMehr Unabh\u00e4ngigkeit und Versorgungssicherheit: Die Reifenindustrie, aber auch die gesamte Wirtschaft, die ohne Mobilit\u00e4t und Transporte nicht funktioniert, w\u00e4ren weniger abh\u00e4ngig und verwundbar. Tats\u00e4chlich ist Hevea brasilensis ein unsicherer Kandidat. In seinem Ursprungsland Brasilien \u2013 das Land war einst Weltmarktf\u00fchrer bei der Naturkautschukproduktion \u2013 ist der Baum aufgrund eines verbreiteten Schadpilzes fast nicht mehr in Plantagen anbaubar.<\/p>\n<p>Seit gut zehn Jahren gibt es nun wieder Bem\u00fchungen, russischen L\u00f6wenzahn als reelle Rohstoff-Alternative zu etablieren. Reifenhersteller Continental und Partner aus Agrarwissenschaft, Z\u00fcchtung, Bioinformatik, Biotechnologie, Gartenbau, Landmaschinenbau und Polymerherstellung entwickeln die pflanzliche Basis und das Anbau- und Extraktionsverfahren. Dabei haben sie schon einige Meilensteine erreicht: In Anklam in Mecklenburg-Vorpommern nahm Continental 2018 sein \u201eTaraxagum Lab\u201c in Betrieb. Der Reifenproduzent investiert dort 35 Mio. Euro in die Erforschung der Pflanze.<\/p>\n<p>Im Erfolgsfall soll die Verwandte unserer \u201ePusteblume\u201c binnen zehn Jahren in der Serienproduktion zum Einsatz kommen. Eine erste Fahrradreifen-Kleinserie wurde bereits vorgestellt. Auch die Z\u00fcchter im Projektteam k\u00f6nnen Erfolge vorweisen: Sie haben den Kautschukgehalt im Vergleich zur Wildpflanze bereits verdreifacht. Im aktuell laufenden Projekt TAKOWIND III wird die Z\u00fcchtung fortgesetzt, um Kautschukgehalt und Fl\u00e4chenertrag weiter zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Von den Ergebnissen profitiert nicht nur die Reifenindustrie, die etwa 70 Prozent der weltweiten Naturkautschukproduktion nachfragt. Die restlichen 30 Prozent werden zu verschiedensten Artikeln verarbeitet, zum Beispiel zu medizinischen Produkten, Matratzen oder Gummistiefeln.<\/p>\n<p>Von Beginn an hat der Bund die Arbeiten bei diesem Zukunftsthema unterst\u00fctzt. PtJ als Projekttr\u00e4ger des BMBF und die FNR als Projekttr\u00e4ger des BMEL haben insgesamt acht Vorhaben zur Entwicklung der Wertsch\u00f6pfungskette betreut. Das BMBF f\u00f6rderte Projekte, die von der Grundlagenforschung (z.B. Sequenzierung, Innovative Z\u00fcchtung) bis zur vorwettbewerblichen, anwendungsorientierten Forschung reichten.<\/p>\n<p>Das BMEL f\u00f6rdert vorrangig praxisrelevante Forschung zu verschiedenen Z\u00fcchtungs- und Anbauaspekten von Kaukasischem L\u00f6wenzahn. Ein besonderer Fokus beider Projekttr\u00e4ger liegt auf sich erg\u00e4nzenden, integrierten, ganzheitlichen L\u00f6sungswegen, die die gesamte Wertsch\u00f6pfungs- bzw. Prozesskette in den Blick nehmen. Auf der digitalen Woche der Umwelt 2021 am 10. und 11. Juni stellen sie gemeinsam ein \u201eBest Of\u201c der Projekte und Ergebnisse vor. Schauen Sie vorbei: <a href=\"https:\/\/www.woche-der-umwelt.de\/ausstellerKonkret\/1404\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.woche-der-umwelt.de\/ausstellerKonkret\/1404<\/a>!<\/p>\n<p>Am 10. und 11. Juni findet in drei parallelen Fachforen das Vortragsprogramm der Woche der Umwelt statt. Seien Sie per livestream auf <a href=\"https:\/\/www.woche-der-umwelt.de\/programm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.woche-der-umwelt.de\/programm<\/a> dabei!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie schon den Russischen L\u00f6wenzahn? Noch nicht? Auf der digitalen Woche der Umwelt 2021 k\u00f6nnen Sie dies nachholen! Informieren Sie sich, wie eine Wild- zur Industriepflanze entwickelt wird, um den wichtigen Rohstoff Naturkautschuk zu gewinnen. 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