{"id":89166,"date":"2021-06-10T07:37:13","date_gmt":"2021-06-10T05:37:13","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=89166"},"modified":"2021-09-09T19:30:54","modified_gmt":"2021-09-09T17:30:54","slug":"polypropylen-recycling-aus-teppichabfaellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/polypropylen-recycling-aus-teppichabfaellen\/","title":{"rendered":"Polypropylen-Recycling aus Teppichabf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_89158\" aria-describedby=\"caption-attachment-89158\" style=\"width: 159px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fraunhofer.de\/de\/presse\/presseinformationen\/2021\/juni-2021\/polypropylen-recycling-aus-teppichabfaellen\/jcr:content\/contentPar\/sectioncomponent_139733144\/sectionParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent2\/image.img.4col.large.jpg\/1620386687719\/ibp-polypropylen-recycling-aus-teppichabfaellen-bild-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89158 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/ibp-polypropylene-recycling-from-carpet-waste-pic-2-225x300.jpg\" alt=\"ibp-polypropylene-recycling-from-carpet-waste-pic-2\" width=\"159\" height=\"212\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-89158\" class=\"wp-caption-text\">Zerkleinerte Teppichabf\u00e4lle, die anschlie\u00dfend gereinigt und mit ionischem Liquid versetzt werden. \u00a9 ISOPREP<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Teppichabf\u00e4lle bestehen zu einem erheblichen Teil aus erd\u00f6lbasiertem Polypropylen. Bislang sind sie jedoch nicht recycelbar; sie werden daher verbrannt oder deponiert. \u00dcber ein neuartiges L\u00f6sungsmittel l\u00e4sst sich das Polypropylen aus Teppichabf\u00e4llen in Prim\u00e4rqualit\u00e4t zur\u00fcckzugewinnen \u2013 ohne merkliche Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen. Auch in punkto Kosten ist das Verfahren des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Bauphysik IBP und seiner Partner durchaus konkurrenzf\u00e4hig. Entwickelt wurde es im <a href=\"https:\/\/www.isoprep.co.uk\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-Projekt \u00bbISOPREP\u00ab<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p>Etwa 1,6 Millionen Tonnen Teppichabf\u00e4lle fallen pro Jahr an \u2013 allein in der EU. Der Gro\u00dfteil davon wird deponiert oder verbrannt, denn Teppiche geh\u00f6ren zu den Verbundwerkstoffen, bei denen man mit einem rein mechanischen Recycling kaum weiterkommt. Doch damit gehen viele Ressourcen verloren, schlie\u00dflich bestehen Teppichabf\u00e4lle, die im Projekt ISOPREP behandelt werden, etwa zu einem Viertel aus dem erd\u00f6lbasierten Kunststoff Polypropylen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_89160\" aria-describedby=\"caption-attachment-89160\" style=\"width: 143px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fraunhofer.de\/de\/presse\/presseinformationen\/2021\/juni-2021\/polypropylen-recycling-aus-teppichabfaellen\/jcr:content\/contentPar\/sectioncomponent_139733144\/sectionParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent3\/image.img.4col.large.jpg\/1620386687719\/ibp-polypropylen-recycling-aus-teppichabfaellen-bild-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89160 size-medium\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/ibp-polypropylene-recycling-from-carpet-waste-pic-3-143x300.jpg\" alt=\"ibp-polypropylene-recycling-from-carpet-waste-pic-3\" width=\"143\" height=\"300\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-89160\" class=\"wp-caption-text\">Hochreines Polypropylen aus dem ISOPREP-Prozess. \u00a9 ISOPREP<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Teppich-Recycling: Neuartiges Verfahren macht\u00b4s m\u00f6glich<\/h3>\n<p>Ein Forscherteam, dem auch das Fraunhofer IBP angeh\u00f6rt, hat im EU-Projekt \u00bbISOPREP\u00ab ein neuartiges Recycling-Verfahren entwickelt. \u00bbMit diesem l\u00e4sst sich erstmals Polypropylen aus Teppichabf\u00e4llen zur\u00fcckgewinnen \u2013 und zwar in Prim\u00e4rqualit\u00e4t\u00ab, sagt Maike Illner, Wissenschaftlerin am Fraunhofer IBP. Das wiedergewonnene Polypropylen kann also nicht nur f\u00fcr minderwertigere Produkte verwendet werden \u2013 man spricht dabei von \u00bbDown-Cycling\u00ab \u2013 sondern kommt mit seiner Qualit\u00e4t an die von neu hergestelltem Polypropylen heran. Es eignet sich somit auch f\u00fcr hochwertige Produkte.<\/p>\n<p>Basis f\u00fcr das Verfahren ist ein besonderes L\u00f6sungsmittel, genauer gesagt ein ionisches Liquid. Besteht dieses aus den passenden Komponenten, l\u00f6st es selektiv das Polypropylen aus den Teppichfasern heraus. Bevor das Expertenteam den Teppichabf\u00e4llen mit dem L\u00f6sungsmittel zu Leibe r\u00fcckt, werden diese gereinigt \u2013 dabei wird unter anderem m\u00f6glichst viel des Teppichr\u00fcckens abgetrennt\u2013 und zerkleinert. Die vorbehandelten Teppichabf\u00e4lle kommen in einen Reaktor, in dem sie mit dem L\u00f6sungsmittel behandelt werden: Das Polypropylen wird selektiv im L\u00f6sungsmittel gel\u00f6st, was f\u00fcr eine effektive Abtrennung von Farbstoffen und anderen Additiven sorgt. Im gr\u00f6\u00dferen Laborma\u00dfstab mit mehreren Litern funktioniert das Verfahren bereits. Nun arbeitet das Konsortium daran, den Prozess auf eine Pilotanlage zu \u00fcbertragen: Eine Tonne Teppichabf\u00e4lle soll diese pro Tag recyclen k\u00f6nnen. Zum Projektende im M\u00e4rz 2022 soll die Pilotanlage in Betrieb sein.<\/p>\n<figure id=\"attachment_89170\" aria-describedby=\"caption-attachment-89170\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-89170\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/ibp-polypropylene-recycling-from-carpet-waste-pic-1-300x119.jpg\" alt=\"ibp-polypropylene-recycling-from-carpet-waste-pic-1\" width=\"250\" height=\"99\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-89170\" class=\"wp-caption-text\">ISOPREP Logo \u00a9 ISOPREP<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Kosten und Umweltwirkung<\/h3>\n<p>Doch ein Recyclingverfahren kommt nur dann zum gro\u00dftechnischen Einsatz, wenn es kostenm\u00e4\u00dfig konkurrenzf\u00e4hig ist. Das hei\u00dft in diesem Fall: Das recht teure ionische Liquid muss m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig im Kreislauf gef\u00fchrt werden. \u00bbLiegen die Verlustraten bei einem Prozent oder darunter, hat der Prozess das Potenzial, hinsichtlich der Kosten mit der Neuherstellung von Polypropylen zu konkurrieren\u00ab, fasst Illner zusammen. \u00bbDas zeigt eine vorl\u00e4ufige \u00f6konomische Analyse, die wir am Fraunhofer IBP durchgef\u00fchrt haben.\u00ab Dazu untersuchten die Fraunhofer-Forscherinnen und -Forscher, welche Mengen an Material und Energie f\u00fcr den Prozess ben\u00f6tigt werden sowie was als Produkt wieder herauskommt, und errechneten die entsprechenden Kosten. Sie ber\u00fccksichtigten in der \u00f6konomischen Analyse zudem, wie sich die Kosten langfristig entwickeln k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die \u00d6kologie des Teppich-Recyclings steht am Fraunhofer IBP im Fokus. Aufschluss gibt unter anderem die Lebenszyklusbetrachtung: Welche Emissionen beispielsweise entstehen beim Recyclingprozess? Auch hier gilt: Erreicht das Konsortium sein Ziel, die Verlustraten des L\u00f6sungsmittels auf ein Prozent und weniger zu senken, sind Prim\u00e4renergiebedarf und Treibhausgasemissionen in einer \u00e4hnlichen Gr\u00f6\u00dfenordnung wie die der Neuherstellung.<\/p>\n<h3>Auf andere Polypropylen-Abfallstr\u00f6me \u00fcbertragbar<\/h3>\n<p>Zwar stehen Teppichabf\u00e4lle im Blickpunkt des Projekts. Doch das entwickelte Verfahren kann deutlich mehr: Die Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass es sich auf eine Vielzahl an Abfallstr\u00f6men \u00fcbertragen l\u00e4sst, die Polypropylen enthalten und f\u00fcr das konventionelle Recycling ungeeignet sind. \u00bbEin Beispiel sind Polypropylen-Produkte, die Farbstoffe und Additive enthalten\u00ab, konkretisiert Illner. \u00bbBislang ist es schwierig, diese aus dem Kunststoff herauszul\u00f6sen, so dass sich das recycelte Polypropylen nur f\u00fcr einen minderwertigeren Einsatz verwenden l\u00e4sst.\u00ab Mit dem neuen Verfahren l\u00e4sst sich das Polypropylen nicht nur von anderen Materialien, sondern auch von zugesetzten Farbstoffen und Additiven trennen und steht somit einer hochwertigen Anwendung zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Projekt wird mit Mitteln aus dem Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramm der Europ\u00e4ischen Union unter Grant Agreement Nr. 820787 gef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teppichabf\u00e4lle bestehen zu einem erheblichen Teil aus erd\u00f6lbasiertem Polypropylen. Bislang sind sie jedoch nicht recycelbar; sie werden daher verbrannt oder deponiert. \u00dcber ein neuartiges L\u00f6sungsmittel l\u00e4sst sich das Polypropylen aus Teppichabf\u00e4llen in Prim\u00e4rqualit\u00e4t zur\u00fcckzugewinnen \u2013 ohne merkliche Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen. Auch in punkto Kosten ist das Verfahren des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Bauphysik IBP und seiner Partner durchaus konkurrenzf\u00e4hig. 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