{"id":8905,"date":"2006-02-14T00:00:00","date_gmt":"2006-02-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060214-02n"},"modified":"2006-02-14T00:00:00","modified_gmt":"2006-02-13T22:00:00","slug":"degussa-nachwachsende-rohstoffe-immer-staerker-genutzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/degussa-nachwachsende-rohstoffe-immer-staerker-genutzt\/","title":{"rendered":"Degussa: Nachwachsende Rohstoffe immer st\u00e4rker genutzt"},"content":{"rendered":"<p><b>Die <a href=\"http:\/\/www.degussa.de\/\" >Degussa AG<\/a>, D\u00fcsseldorf, will Vorbilder und Vorleistungen der Natur immer st\u00e4rker nutzen. &#8220;In einem F\u00fcnf-Jahreshorizont wollen wir den Umsatzanteil nachwachsender Rohstoffe im Degussa Konzern von heute f\u00fcnf Prozent auf rund zehn Prozent steigern. Je nach Entwicklung der Rohstoffkosten k\u00f6nnte dieser Anteil in zehn Jahren durchaus 20 Prozent betragen&#8221;, erkl\u00e4rt der Vorstandsvorsitzende Prof. Utz-Hellmuth Felcht.<\/b> <\/p>\n<p>Von der Natur zu lernen, ihre Kreativit\u00e4t zu nutzen, war schon immer eine gute Idee. Geradezu genial, wie Pflanzen sich zum Beispiel in die H\u00f6he schwingen oder aus dem Sonnenlicht Energie speichern. Kein Wunder also, wenn angesichts explodierender Tankstellen- und Heiz\u00f6lrechnungen das Interesse an Pflanzen als Energiequelle und Rohstoffbasis deutlich zunimmt. <\/p>\n<p>Kraftstoffe aus Raps und Soja, Chemikalien aus Zuckerrohr und Kartoffeln, Kunststoffe aus Mais und R\u00fcben &#8211; die Nutzungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr nachwachsende Rohstoffe werden immer zahlreicher. &#8220;Der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in der chemischen Industrie wird eines der wichtigsten Forschungsthemen in den n\u00e4chsten Jahren&#8221;, unterstreicht Dr. Alfred Oberholz, im Degussa Vorstand f\u00fcr Forschung und Entwicklung verantwortlich.<\/p>\n<p>Insbesondere die wei\u00dfe Biotechnologie er\u00f6ffnet neue Wege, nachwachsende Rohstoffe zu nutzen. Degussa unterstreicht ihre ehrgeizigen Ziele in der wei\u00dfen Biotechnologie mit dem neuen Science to Business Center Bio, das zum 1. Januar 2006 gegr\u00fcndet wurde. Das Unternehmen investiert bis zum Jahr 2010 hierf\u00fcr in Marl 50 Mio. Euro. <\/p>\n<p>In hochmodernen Labors und Technika sollen rund 60 eigene Forschungsmitarbeiter gemeinsam mit Hochschulen und industriellen Kooperationspartnern neue biotechnologische Produkte und Prozesse auf Basis nat\u00fcrlicher Rohstoffe auf den Weg bringen. <\/p>\n<p>Schon heute nutzt Degussa entsprechende Verfahren, um beispielsweise Aminos\u00e4uren sowohl f\u00fcr die Tierern\u00e4hrung als auch f\u00fcr die klinische Ern\u00e4hrung vom Menschen &#8211; wie durch Infusionsl\u00f6sungen &#8211; herzustellen. Zudem dienen Aminos\u00e4uren als spezielle Bausteine f\u00fcr Medikamente. Auf der anderen Seite erm\u00f6glicht das Unternehmen den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen: So ist der Gesch\u00e4ftsbereich Building Blocks weltweit f\u00fchrender Anbieter von Katalysatoren (Alkoholate), die zur Produktion von Biodiesel unabdingbar sind.<\/p>\n<p><b>Prinzip des Bierbrauens auch f\u00fcr Spezialchemie<\/b><\/p>\n<p>Eine Schl\u00fcsselrolle f\u00fcr k\u00fcnftige Biotechnologie-Produkte nimmt die langj\u00e4hrige Erfahrung der Degussa in der Fermentationstechnologie ein. Seit 20 Jahren betreibt das Unternehmen im heutigen Gesch\u00e4ftsbereich Feed Additives Forschung zur fermentativen Herstellung von Aminos\u00e4uren und hat dabei viele bahnbrechende technische Entwicklungen auf diesem Gebiet begleitet. <\/p>\n<p>Zudem besteht umfassende Erfahrung in der Entwicklung und im Betrieb von Fermentationsprozessen bis in den industriellen Gro\u00dfma\u00dfstab. Seit zwei Jahren arbeitet dar\u00fcber hinaus das Projekthaus ProFerm als gesch\u00e4ftsbereichs\u00fcbergreifendes Kompetenzzentrum f\u00fcr Fermentationsprozesse. &#8220;Schwerpunkt unserer Aktivit\u00e4ten ist die Herstellung von Spezialchemikalien mit den Forschungsgebieten Food und Pharma-Aminos\u00e4uren, bioaktive Inhaltsstoffe in Kosmetika, Verdickungsmittel und Hochdurchsatzverfahren&#8221;, so Dr. Andreas Karau, Leiter von ProFerm.<\/p>\n<p>Bei Fermentationsprozessen wird biologisches Material in einem Reaktor mit Hilfe von Mikroorganismen umgesetzt, die wiederum nat\u00fcrlichen Ursprungs, teilweise aber modifiziert sind. Im Prinzip werden derartige Verfahren z.B. zum Bierbrauen seit Jahrhunderten genutzt. Dennoch lassen sich diese Prozesse und die daf\u00fcr ben\u00f6tigten Mikroben immer wieder verbessern. <\/p>\n<p>So k\u00f6nnen Bakterien durch neue Erkenntnisse bei intrazellul\u00e4ren Abl\u00e4ufen zu immer neuen H\u00f6chstleistungen ma\u00dfgeschneidert werden. Danach sind sie in der Lage, z.B. Zucker direkt in komplexe hochwertige Produkte umzuwandeln. Vor diesem Hintergrund entwickeln bereits heute Mitarbeiter bei ProFerm und bei Feed Additives neuartige Bakterienst\u00e4mme und Fermentationsprozesse. <\/p>\n<p><b>Biokatalysatoren und Enzyme als &#8220;Beschleuniger&#8221;<\/b><\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Bedeutung haben dabei Biokatalysatoren oder Enzyme, die die gew\u00fcnschten Reaktionen sozusagen anschieben und in die beabsichtigte Richtung steuern. Diese Enzyme wandeln den &#8220;Rohstoff&#8221; in hochwertige Verbindungen um und werden durch gezielte genetische Ver\u00e4nderungen f\u00fcr ihren technischen Einsatz verbessert. Die &#8220;Beschleuniger&#8221; werden meist durch Hefen, Pilze oder Bakterien hergestellt. <\/p>\n<p>So lassen sich z.B. aus cellulosehaltigen Biomasseabf\u00e4llen verwertbare Zuckermolek\u00fcle gewinnen, die dann in Fermentationsprozessen zu vielf\u00e4ltigen Produkten wie Aminos\u00e4uren, Vitaminen, Organische S\u00e4uren wie Zitronens\u00e4ure und Milchs\u00e4ure oder Bioethanol umgesetzt werden. <\/p>\n<p>Von den Experten der Degussa wurden im Service Center Biokatalyse in Hanau sogar Methoden entwickelt, gleich mehrere Enzyme und notwendige Co-Faktoren in so genannten Designerzellen unterzubringen, die dann komplette Reaktionssysteme zum Laufen bringen. Die Service-Einrichtung, die aus dem Projekthaus Biotechnologie hervorgegangen ist, besch\u00e4ftigt sich intensiv mit derartigen Enzymoptimierungen und -produktionen und kann innerhalb der Degussa, aber auch von externen Kunden in Anspruch genommen werden. <\/p>\n<p>Kein Zweifel: Der Trend geht dahin, die Syntheseleistung der Natur intelligent zu nutzen. Das gilt gerade angesichts der sich weiter versch\u00e4rfenden globalen Knappheit bei den fossilen Energietr\u00e4gern. Die nat\u00fcrlichen Produktionsprozesse zeichnen sich insbesondere durch geringeren Rohstoff- und Energieeinsatz sowie weniger Abf\u00e4lle und Nebenprodukte aus. Und genau das sind Merkmale einer nachhaltigen Chemie. <\/p>\n<p>&#8220;Wir \u00fcberpr\u00fcfen die Verwendung nachwachsender Rohstoffe systematisch bei allen Projekten. Sie haben \u00fcberall dort eine Chance, wo sie spezifische Vorteile ergeben &#8211; also letztlich Kosten sparen oder Produkte erm\u00f6glichen, die anders gar nicht oder nur sehr schwer zug\u00e4nglich w\u00e4ren&#8221;, erkl\u00e4rt Dr. Stefan Nordhoff, Koordinator f\u00fcr nachwachsende Rohstoffe bei Degussa.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zucker-statt-erdoel-wie-die-biotechnik-die-chemische-industrie-erobert\/\" >2006-01-11<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Degussa AG, D&uuml;sseldorf, will Vorbilder und Vorleistungen der Natur immer st&auml;rker nutzen. &#8220;In einem F&uuml;nf-Jahreshorizont wollen wir den Umsatzanteil nachwachsender Rohstoffe im Degussa Konzern<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-8905","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8905"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8905\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8905"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=8905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}