{"id":89035,"date":"2021-06-04T07:35:29","date_gmt":"2021-06-04T05:35:29","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=89035"},"modified":"2021-06-16T02:07:03","modified_gmt":"2021-06-16T00:07:03","slug":"ik-kommentar-eu-kommission-verstolpert-start-der-einweg-kunststoff-richtlinie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ik-kommentar-eu-kommission-verstolpert-start-der-einweg-kunststoff-richtlinie\/","title":{"rendered":"IK-Kommentar: EU-Kommission verstolpert Start der Einweg-Kunststoff-Richtlinie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die EU-Kommission hat heute ihre Leitlinien zur <a href=\"https:\/\/newsroom.kunststoffverpackungen.de\/2021\/05\/04\/eu-einweg-kunststoffprodukte-die-wichtigsten-regulierungsvorschlaege\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-Einweg-Kunststoff-Richtlinie<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Diese Leitlinien sollen kl\u00e4ren, welche Produkte von der Richtlinie erfasst werden. Eigentlich war die Ver\u00f6ffentlichung der Leitlinien bereits f\u00fcr Juli 2020 vorgesehen, verz\u00f6gerten sich allerdings mehrfach wegen der \u00dcber-Komplexit\u00e4t der Richtlinie sowie eines Streits um deren Anwendungsbereich. Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen hatte kritisiert, dass aufgrund der Verz\u00f6gerungen viele Unternehmen nicht in der Lage sind, ihre Produkte an die ab 3. Juli 2021 geltenden Vorgaben anzupassen. Verst\u00f6\u00dfe gegen die neuen Vorgaben sollten daher erst ab Januar 2022 geahndet werden, fordert die IK.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-89037 alignright\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Kunststoff-Verpackung-Lebensmittel-Gastronomie-To-Go-Einweg-400x267-300x200.jpg\" alt=\"Kunststoff-Verpackung-Lebensmittel-Gastronomie-To-Go-Einweg-400x267\" width=\"258\" height=\"172\" \/>Auch inhaltlich sieht die IK die neuen Leitlinien kritisch: <em>\u201eLeider hat die Kommission die Chance vertan, Unternehmen, Mitgliedstaaten und Vollzugsbeh\u00f6rden bei der Umsetzung der Richtlinie praktische Hilfestellung zu leisten. Stattdessen versucht sie, den Anwendungsbereich der Regelungen \u00fcber das geltende Recht hinaus auszuweiten\u201c<\/em>, kritisiert Dr. Martin Engelmann, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IK, und verweist konkret auf die Vorgaben f\u00fcr Lebensmittelverpackungen. Nach der EU-Richtlinie sind ausdr\u00fccklich nur solche Verpackungen erfasst, die \u00bbaufgrund ihres Volumens oder ihrer Gr\u00f6\u00dfe \u2013 insbesondere, wenn es sich um Einzelportionen handelt \u2013 tendenziell achtlos weggeworfen werden\u00ab.<\/p>\n<p>Damit wird das Ziel der Richtlinie bekr\u00e4ftigt, das Littering zu bek\u00e4mpfen. <em>\u201eNach vielem Hin und Her hat die Kommission zwar akzeptiert, dass sie dieses Kriterium nicht einfach ignorieren kann. Ihr Vorschlag allerdings, f\u00fcr Lebensmittelverpackungen denselben Grenzwert wie f\u00fcr Getr\u00e4nkebeh\u00e4lter zu verwenden, n\u00e4mlich 3 Liter, l\u00e4sst das Kriterium komplett ins Leere laufen\u201c<\/em>, kritisiert Engelmann. \u201e<em>Dadurch w\u00fcrde der Anwendungsbereich der Richtlinie erheblich ausgeweitet. Denn schlie\u00dflich sind Verpackungen f\u00fcr To-Go-Speisen, insbesondere Einzelportionen, erheblich kleiner. Mit diesem Vorschlag \u00fcberschreitet die Kommission klar ihre Kompetenzen.\u201c<\/em> Au\u00dferdem kritisiert er unterschiedliche Kriterien f\u00fcr feste und flexible Lebensmittelverpackungen, obwohl beide Verpackungsarten in Bezug auf die Littering-Pr\u00e4vention gleich zu behandeln seien. Schlie\u00dflich fehle in den Leitlinien der Hinweis, dass Lebensmittelverpackungen mit mehr als einer Portion und so genannte Multipacks ausdr\u00fccklich von der Richtlinie ausklammert werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_89036\" aria-describedby=\"caption-attachment-89036\" style=\"width: 239px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-89036\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/Dr-Martin-Engelmann-Hauptgeschaeftsfuehrer-IK-Industrievereinigung-Kunststoffverpackungen-Beitragsbild-e1606037301331-300x200-300x200.jpg\" alt=\"Dr-Martin-Engelmann-Hauptgeschaeftsfuehrer-IK-Industrievereinigung-Kunststoffverpackungen-Beitragsbild-e1606037301331-300x200\" width=\"239\" height=\"159\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-89036\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Martin Engelmann, IK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>\u201eZu unserem Bedauern sind die Leitlinien zum Schlachtfeld einer ideologischen Auseinandersetzung um Kunststoffverpackungen geworden\u201c<\/em>, fasst Engelmann die monatelange Diskussion zusammen. Anstelle praktischer Hilfe machten die Leitlinien die Umsetzung noch komplizierter. <em>\u201eF\u00fcr die betroffenen Unternehmen sind diese Leitlinien \u00b4Steine statt Brot\u00b4, denn es bleibt vielfach unklar, welche To-Go-Lebensmittelverpackungen erfasst sind.\u201c Durch die unklaren Vorgaben aus Br\u00fcssel drohe \u00fcberdies ein Flickenteppich unterschiedlicher nationaler Regelungen in den EU-Mitgliedstaaten. \u201eWir werden uns nun zusammen mit anderen betroffenen Branchen f\u00fcr eigene, klare Umsetzungshilfen einsetzen\u201c<\/em>, k\u00fcndigt Engelmann an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission hat heute ihre Leitlinien zur EU-Einweg-Kunststoff-Richtlinie ver\u00f6ffentlicht. Diese Leitlinien sollen kl\u00e4ren, welche Produkte von der Richtlinie erfasst werden. 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