{"id":8887,"date":"2006-02-20T00:00:00","date_gmt":"2006-02-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060220-03n"},"modified":"2006-02-20T00:00:00","modified_gmt":"2006-02-19T22:00:00","slug":"steuer-auf-pflanzenoel-kraftstoff-groesster-traktorenhersteller-plant-rueckzug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/steuer-auf-pflanzenoel-kraftstoff-groesster-traktorenhersteller-plant-rueckzug\/","title":{"rendered":"Steuer auf Pflanzen\u00f6l-Kraftstoff: Gr\u00f6\u00dfter Traktorenhersteller plant R\u00fcckzug"},"content":{"rendered":"<p><b>Pflanzen\u00f6l gilt als k\u00fcnftige Alternative zum Dieseltreibstoff. Die Steuerpl\u00e4ne der Bundesregierung k\u00f6nnten diese energiepolitische Vision zunichte machen. <a href=\"http:\/\/www.deere.com\/de_DE\/\" >John Deere<\/a>, der gr\u00f6\u00dfte Traktorenhersteller der Welt, hat f\u00fcr den Fall der geplanten Steuer auf den nachwachsenden Treibstoff angek\u00fcndigt, sich aus der Entwicklung der entsprechenden Technik zur\u00fcckzuziehen. Das best\u00e4tigte der <a href=\"http:\/\/www.bayerischerbauernverband.de\/\" >Bayerische Bauernverband<\/a> gegen\u00fcber dem <a href=\"http:\/\/www.merkur-online.de\/\" >Merkur Online<\/a>. Damit tritt ein, was Gegner der Steuer bef\u00fcrchten.<\/b> <\/p>\n<p>&#8220;Die Kuh, die man einmal melken wollte, wird nun geschlachtet&#8221;, sagt Markus Hollemann von &#8220;Green City&#8221;. Denn ohnehin ist eine Steuerpflicht ab 2009 f\u00fcr die Treibstoffe vom Bauernhof geplant. &#8220;Wenn diese aus ihrer Nische gekommen sind&#8221;, wurde den Bauern von der Bundesregierung zugesichert.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Steuerpl\u00e4ne macht das Bundesfinanzministerium die EU verantwortlich, die eine \u00dcberkompensation moniert habe, weil Bio-Treibstoffe bisher generell von der Mineral\u00f6lsteuer befreit sind. Daran zweifeln nicht nur die Betroffenen. Auch die BHF-Bank sieht die Erh\u00f6hung &#8220;auch fiskalisch motiviert&#8221;.<\/p>\n<p><b>Bauern bliebe nur bescheidener Anteil<\/b><\/p>\n<p>Mit 10 Cent soll der auch Bio-Diesel genannte Rapsmethylester besteuert werden. 15 Prozent Aufschlag sollen es werden, wenn Biodiesel dem herk\u00f6mmlichen Treibstoff beigemischt wird. Dies hat seinen Grund: An der Zapfs\u00e4ule wird f\u00fcr herk\u00f6mmlichen Diesel auch mehr Geld verlangt.<\/p>\n<p>Doch 15 Cent will Finanzminister Peer Steinbr\u00fcck auch f\u00fcr den Liter Pflanzen\u00f6l haben. Das ist zwar billiger als Rapsmethylester. Doch um es einsetzen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen Fahrzeuge aufw\u00e4ndig umger\u00fcstet werden. &#8220;Das Thema w\u00e4re erledigt&#8221;, sagt Franz Vielhuber, Referent f\u00fcr erneuerbare Energietr\u00e4ger beim Bayerischen Bauernverband.<\/p>\n<p>Bauern wie Umweltsch\u00fctzer setzen vorwiegend auf das richtige Pflanzen\u00f6l. Denn dieses muss nicht aufw\u00e4ndig chemisch aufbereitet werden. Es kommt gefiltert aus der \u00d6lpresse und ist so abf\u00fcllbar. Weil sich der entsprechende Investitionsaufwand in Grenzen h\u00e4lt, funktionieren regionale Vermarktungsstrukturen. Diese bieten die Chance, dass m\u00f6glichst viel vom Ertrag beim Bauern bleibt.<\/p>\n<p>Dagegen sehen die Autohersteller das Pflanzen\u00f6l skeptisch. Sie setzen auf gro\u00dftechnisch hergestellte Produkte mit normierbarer Qualit\u00e4t &#8211; und damit auf Biodiesel. Doch dann sind die Verteilungsstrukturen im Spiel, die bisher bereits das Gesch\u00e4ft mit den Treibstoffen beherrschen. <\/p>\n<p>Den Bauern, die schon als neue \u00d6lscheichs dargestellt wurden, bliebe voraussichtlich nur ein gleichbleibend bescheidener oder sinkender Anteil. Schon bisher folgte der Biodiesel-Preis mit geringem Abstand dem f\u00fcr Erd\u00f6l-Diesel. Von den Erh\u00f6hungen hatten die Bauern nach Vielhubers Aussage nichts.<\/p>\n<p><b>Bei Gro\u00dfverbrauchern steht Pflanzen\u00f6l hoch im Kurs<\/b><\/p>\n<p>Auch aus ganz anderen Gr\u00fcnden sehen die Bauern die Steuer f\u00fcr Pflanzen\u00f6l als willk\u00fcrlich an. &#8220;Es gibt f\u00fcr Pflanzen\u00f6l keine belastbare Berechnung&#8221;, sagt Vielhuber.<\/p>\n<p>Bisher werden Preise verlangt, die an den Zapfs\u00e4ulen zwischen 70 und 80 Cent liegen. Damit wird die teure Umr\u00fcstung f\u00fcr viele Fahrer interessant. Rechnet man die Steuer, die zus\u00e4tzliche Mehrwertsteuer und den Mehrverbrauch bei Pflanzen\u00f6l ein, geht die Rechnung schon nicht mehr auf. <\/p>\n<p>Dabei steht Pflanzen\u00f6l gerade bei Gro\u00dfverbrauchern hoch im Kurs. Zahlreiche Speditionen haben entsprechende Tanks angeschafft. Denn bei 10.000 Litern Abnahmemenge im Monat liegen die Einkaufspreise zwischen 58 und 65 Cent pro Liter. So sind &#8211; bis auf MAN &#8211; die gro\u00dfen Nutzfahrzeughersteller in Europa dabei, sich auf die entsprechende Nachfrage einzustellen. <\/p>\n<p>Das Pfl\u00e4nzchen beginnt zu gedeihen und soll nicht ausgetreten werden. Deshalb bekommen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbr\u00fcck Post von zahlreichen Bauern. Die Kreisobm\u00e4nner des Bayerischen Bauernverbandes fordern in Protestbriefen, Biokraftstoffe auch k\u00fcnftig steuerlich so zu stellen, dass Verbraucher, Handel und Hersteller weiter einen Anreiz haben, in sie zu investieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Pflanzen&ouml;l gilt als k&uuml;nftige Alternative zum Dieseltreibstoff. Die Steuerpl&auml;ne der Bundesregierung k&ouml;nnten diese energiepolitische Vision zunichte machen. 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