{"id":88795,"date":"2021-06-01T07:37:28","date_gmt":"2021-06-01T05:37:28","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=88795"},"modified":"2021-09-09T21:05:10","modified_gmt":"2021-09-09T19:05:10","slug":"co2-reduktion-bam-erforscht-wie-sich-aus-dem-klimagas-nachhaltig-chemikalien-gewinnen-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/co2-reduktion-bam-erforscht-wie-sich-aus-dem-klimagas-nachhaltig-chemikalien-gewinnen-lassen\/","title":{"rendered":"CO2-Reduktion: BAM erforscht, wie sich aus dem Klimagas nachhaltig Chemikalien gewinnen lassen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_88798\" aria-describedby=\"caption-attachment-88798\" style=\"width: 559px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88798\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/2021-05-18-co2-reduction-1024x725.jpg\" alt=\"Reduce greenhouse gas emission for climate change and sustainabl\" width=\"559\" height=\"396\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-88798\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: Istock \/ NicoElNino<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Aus dem sch\u00e4dlichen Klimagas CO<sub>2<\/sub> lassen sich mithilfe von Bakterien vielseitig einsetzbare Chemikalien gewinnen. Bislang sind die Verfahren dazu noch wenig wirtschaftlich. Die BAM testet in einem neuen Projekt Materialien, die die Methode kosteng\u00fcnstiger und schnell skalierbar machen sollen.<\/strong><\/p>\n<p>Deutschland hat gerade seine Emissionsziele angepasst und will bis 2045 klimaneutral werden. Dabei k\u00f6nnte u.a. ein breit einsetzbares und zugleich dezentrales Verfahren einen Beitrag leisten: Aus dem Klimagas Kohlendioxid lassen sich mithilfe von \u00d6kostrom und Bakterien zahlreiche Substanzen gewinnen, die als Ausgangsstoffe f\u00fcr viele Spezialchemikalien dienen k\u00f6nnen. Dabei werden die altbekannten Verfahren der Elektrolyse und Fermentation miteinander kombiniert: CO<sub>2<\/sub> wird erst zu CO reduziert und dann von den Bakterien verstoffwechselt. Die entstehenden Alkohole, S\u00e4uren und Fette lassen sich vielseitig nutzen.<\/p>\n<p>\u201eDie sogenannte Elektrobiotechnologie ist ein aktueller Forschungstrend mit gro\u00dfem Potenzial\u201c, erkl\u00e4rt Tim Fellinger von der Bundesanstalt f\u00fcr Materialforschung und -pr\u00fcfung (BAM). \u201eIm Kampf gegen den Klimawandel werden in Zukunft auch Technologien notwendig sein, mit denen sich dezentral die Emissionen von Kohlendioxid reduzieren lassen. Umso besser, wenn dabei n\u00fctzliche Substanzen entstehen.\u201c<\/p>\n<p>Dass das Verfahren einen Mehrwert schaffen kann, ist bereits bewiesen, jedoch m\u00fcssen hierf\u00fcr bislang die Elektrolyse und die Fermentation in zwei getrennten Schritten erfolgen, was Platz kostet und mehr Material verbraucht. Das liegt auch daran, dass bei der Umwandlung von Kohlendioxid bislang Silber oder Kupfer als Katalysator verwendet werden. Die kostbaren Metalle vertragen sich aber aufgrund ihrer antibakteriellen Wirkung nicht sonderlich gut mit den n\u00fctzlichen Mikroorganismen.<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen startet Tim Fellinger jetzt an der BAM eines von insgesamt 14 nationalen Kooperationsprojekten, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in einem Schwerpunktprogramm gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Der promovierte Chemiker und sein Team wollen in den n\u00e4chsten drei Jahren Katalysatormaterialien auf Kohlenstoffbasis entwickeln, die biokompatibel und noch dazu deutlich g\u00fcnstiger sind. Ein weiterer entscheidender Vorteil: Es lassen sich so Elektroden mit signifikant gr\u00f6\u00dferer Oberfl\u00e4che entwickeln, die die Reaktion beschleunigen.<\/p>\n<p>Dazu werden die Wissenschaftler*innen in einem neuen BAM-Speziallabor f\u00fcr Energiematerialien, ausgestattet mit einem Elektrolyse-Teststand, zun\u00e4chst die vielversprechendsten Werkstoffe optimieren und dann in eine eigens designte bioelektrochemische Zelle verbauen, die die Schritte der Elektrolyse und Fermentation miteinander kombiniert.<\/p>\n<p>\u201eWenn sich unsere Technik bew\u00e4hrt, wird man sie in Zukunft rasch skalieren k\u00f6nnen\u201c, so Fellinger. \u201eSie lie\u00dfe sich dann vielerorts dezentral einsetzen; \u00fcberall dort, wo bei Produktionsprozessen stetig Kohlendioxid produziert und bisher mangels Alternativen als Klimagas in die Atmosph\u00e4re freigesetzt wird.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem sch\u00e4dlichen Klimagas CO2 lassen sich mithilfe von Bakterien vielseitig einsetzbare Chemikalien gewinnen. 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