{"id":88758,"date":"2021-05-28T06:41:16","date_gmt":"2021-05-28T04:41:16","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=88758"},"modified":"2021-09-09T21:05:21","modified_gmt":"2021-09-09T19:05:21","slug":"trotz-gruenen-widerstand-eu-parlament-fuer-co2-armen-wasserstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/trotz-gruenen-widerstand-eu-parlament-fuer-co2-armen-wasserstoff\/","title":{"rendered":"Trotz Gr\u00fcnen-Widerstand: EU-Parlament f\u00fcr \u201eCO2-armen\u201c Wasserstoff"},"content":{"rendered":"<p>Ein Bericht zur EU-Wasserstoffstrategie ist am gestrigen Mittwoch (19. Mai) vom Europ\u00e4ischen Parlament gebilligt worden. Darin wird die Verwendung von \u201eCO2-armem Wasserstoff\u201c, der unter Nutzung von Erdgas hergestellt wird, als \u201eBr\u00fcckentechnologie\u201c bef\u00fcrwortet.<\/p>\n<p>Die EU-Wasserstoffstrategie, die im Juli vergangenen Jahres vorgestellt wurde, zielt eigentlich darauf ab, Wasserstoff zu f\u00f6rdern, der vollst\u00e4ndig auf erneuerbarem Strom (beispielsweise Wind- oder Solarenergie) basiert. In der Strategie wird aber auch sogenannter \u201eCO2-armer Wasserstoff\u201c als Zwischenl\u00f6sung angegeben, um die Produktion kurzfristig zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Im nun gebilligten Report des EU-Parlaments \u2013 ein unverbindlicher Antrag ohne rechtliche Konsequenzen \u2013 wird die \u201eNotwendigkeit\u201c anerkannt, dass der europ\u00e4ische Markt so schnell wie m\u00f6glich ausgebaut werden sollte. \u201eKohlenstoffarmer Wasserstoff\u201c werde dabei als \u201eBr\u00fccke\u201c hin zu einer komplett erneuerbaren Produktion ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Der Antrag wurde mit 411 Ja- gegen 135 Nein-Stimmen bei 149 Enthaltungen angenommen. Dagegen waren die Gr\u00fcnen sowie die rechtsextreme Fraktion Identit\u00e4t und Demokratie (ID), w\u00e4hrend die Europ\u00e4ischen Konservativen und Reformer (EKR) und die linke GUE\/NGL sich weitgehend enthielten.<br \/>\nEU-Kommission skizziert Pl\u00e4ne f\u00fcr 100 Prozent erneuerbaren Wasserstoff<\/p>\n<p>Die EU-Kommission hat ihre Pl\u00e4ne zur F\u00f6rderung von Wasserstoff vorgestellt, der vollst\u00e4ndig auf erneuerbarer Elektrizit\u00e4t basiert. Sie f\u00fcgte jedoch hinzu, dass auch \u201eCO2-armer\u201c Wasserstoff aus fossilen Brennstoffen unterst\u00fctzt werden soll.<\/p>\n<p>Nach Ansicht des Parlaments schlie\u00dft \u201eCO2-arm\u201c den sogenannten blauen Wasserstoff ein, der aus Erdgas in Kombination mit der Carbon Capture and Storage (CCS)-Technologie hergestellt wird. Dabei wird das bei der Wasserstoffproduktion entstehende CO2 abgeschieden und unterirdisch gelagert.<\/p>\n<p>Erneut wird die Atomenergie nicht explizit angesprochen. Die meisten Fachleute gehen aber davon aus, dass die Bezeichnung \u201eCO2-arm\u201c auch sogenannten gelben Wasserstoff auf Kernenergie-Basis mit einschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen \u2013 die sich gegen blauen Wasserstoff aus fossilem Gas aussprechen \u2013 brachten ihrerseits \u00c4nderungsantr\u00e4ge zum Bericht ein, die jedoch keine Mehrheit fanden.<\/p>\n<p>Wasserstoffmarkt aufbauen<\/p>\n<p>\u201eDie Mehrheit des Europ\u00e4ischen Parlaments hat sich f\u00fcr einen innovativen europ\u00e4ischen Wasserstoffmarkt ausgesprochen,\u201c fasste der deutsche Europaabgeordnete Jens Geier, der den Bericht im Namen der sozialdemokratischen S&amp;D-Fraktion geschrieben hatte, zusammen. \u201eDieser Bericht enth\u00e4lt kein einziges Wort, das ich dort nicht haben wollte,\u201c zeigte sich Geier bereits am Montag (17. Mai) bei einem Pressegespr\u00e4ch zufrieden.<\/p>\n<p>Seiner Ansicht nach sei ein funktionierender Wasserstoffmarkt \u201eein wichtiger Schritt hin zur europ\u00e4ischen Dekarbonisierung.\u201c<\/p>\n<p>Die deutsche Konservative Angelika Niebler (CSU\/EVP), die Schattenberichterstatterin f\u00fcr den Report ist, f\u00fcgte hinzu: \u201eDer Markthochlauf wird nur gelingen, wenn wir den Ausbau der erneuerbaren Wasserstofferzeugung mit den Potenzialen des kohlenstoffarmen Wasserstoffs erg\u00e4nzen. Auch unsere Klimaziele werden wir nur mit dem sogenannten blauen Wasserstoff erreichen.\u201c<\/p>\n<p>Beim Thema Atomenergie sei sie pers\u00f6nlich der Ansicht, \u201edass Atomstrom nicht zur Erzeugung von kohlenstoffarmem Wasserstoff verwendet werden sollte\u201e, so Niebler weiter. Letztendlich sei dies auch keine Entscheidung, die auf EU-Ebene, sondern von den einzelnen Mitgliedstaaten gef\u00e4llt wird.<br \/>\nEU-Parlament: Unterst\u00fctzung f\u00fcr CO2-armen Wasserstoff, Schweigen zu Atomkraft<\/p>\n<p>Der Industrie- und Energieausschuss des Europ\u00e4ischen Parlaments hat am Montag eine Resolution verabschiedet, mit der Wasserstoff unterst\u00fctzt wird, der aus \u201eCO2-armen\u201c Energiequellen hergestellt wird. Die Kernenergie als m\u00f6gliche Energiequelle wird im Antrag hingegen nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne Kritik<\/p>\n<p>Zwar hat der gebilligte Bericht keinerlei rechtliche Auswirkungen, er sendet jedoch ein politisches Signal im Vorfeld eines neuen Pakets mit Energie- und Klimagesetzen, das die EU-Kommission am 14. Juli vorlegen will.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne MEPs sowie Umwelt- und Klimaschutzgruppen zeigten sich entsprechend ver\u00e4rgert: \u201eAls Gr\u00fcne k\u00f6nnen wir Rufe nach finanzieller und regulatorischer F\u00f6rderung f\u00fcr sogenannten \u201aCO2-armen Wasserstoff\u2018 mit der Behauptung, er werde f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit ben\u00f6tigt, einfach nicht unterst\u00fctzen,\u201c betonte die EU-Parlamentarierin Henrike Hahn.<\/p>\n<p>Camille Maury vom WWF f\u00fcgte hinzu: \u201eDie Abgeordneten haben da etwas falsch verstanden. Sogenannter \u201aCO2-armer\u2018 Wasserstoff als \u201aBr\u00fcckentechnologie\u2018 ist eine CO2-reiche Br\u00fccke ins Nirgendwo.\u201c<\/p>\n<p>Damien Car\u00eame, ein franz\u00f6sischer Europaabgeordneter der Gr\u00fcnen und Schattenberichterstatter des Berichts, kritisierte: \u201eWasserstoff kann eine Energie der Zukunft sein, unter der einzigen einfachen Bedingung, dass er aus 100 Prozent erneuerbarer Energie hergestellt wird.\u201c<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber EURACTIV beklagte Car\u00eame auch den ausufernden Lobbyismus: \u201eIch bin emp\u00f6rt, dass derartig verr\u00fcckte Geldbetr\u00e4ge \u2013 58,6 Millionen Euro nach einer konservativen Sch\u00e4tzung von Corporate Europe Observatory! \u2013 von der Gaslobby ausgegeben wurden. Die 163 Treffen, die [die Lobbyisten] mit drei EU-Kommissaren, Mitgliedern ihrer Kabinette oder den entsprechenden Generaldirektionen hatten, haben die von der Kommission vorgestellte und vom Europ\u00e4ischen Parlament gebilligte Wasserstoffstrategie sehr stark gepr\u00e4gt\u201c.<\/p>\n<p>[Hinweis: Dies ist eine gek\u00fcrzte \u00dcbersetzung. Den Original-Artikel mit weiteren Stellungnahmen finden Sie hier. Bearbeitet von Fr\u00e9d\u00e9ric Simon und Tim Steins]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bericht zur EU-Wasserstoffstrategie ist am gestrigen Mittwoch (19. Mai) vom Europ\u00e4ischen Parlament gebilligt worden. Darin wird die Verwendung von \u201eCO2-armem Wasserstoff\u201c, der unter Nutzung von Erdgas hergestellt wird, als \u201eBr\u00fcckentechnologie\u201c bef\u00fcrwortet. Die EU-Wasserstoffstrategie, die im Juli vergangenen Jahres vorgestellt wurde, zielt eigentlich darauf ab, Wasserstoff zu f\u00f6rdern, der vollst\u00e4ndig auf erneuerbarem Strom (beispielsweise Wind- [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":74,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5571],"tags":[16168,13255,18514],"supplier":[4514,5585],"class_list":["post-88758","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-co2-based","tag-politik","tag-wasserstoff","tag-wasserstoffstrategie","supplier-european-parliament","supplier-european-union"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88758","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/74"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88758"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88758\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88758"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88758"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88758"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=88758"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}