{"id":8862,"date":"2006-02-28T00:00:00","date_gmt":"2006-02-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060228-01n"},"modified":"2006-02-28T00:00:00","modified_gmt":"2006-02-27T22:00:00","slug":"neues-fraunhofer-verfahren-sauberer-diesel-vom-acker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neues-fraunhofer-verfahren-sauberer-diesel-vom-acker\/","title":{"rendered":"Neues Fraunhofer Verfahren: Sauberer Diesel vom Acker"},"content":{"rendered":"<p><b>In Zeiten steigender Kraftstoffpreise und der Klimaver\u00e4nderung hat die Suche nach Alternativen zu fossilen Energietr\u00e4gern Priorit\u00e4t. Ein Ersatz f\u00fcr herk\u00f6mmlichen Treibstoff ist Biodiesel. Mit einem neuen Verfahren l\u00e4sst sich Raps\u00f6l effizienter in Biodiesel umwanden.<\/b><\/p>\n<p>In der Reklame wird Biodiesel gern mit bl\u00fchenden Rapsfeldern und dem Begriff &#8220;CO<sub>2<\/sub>-neutral&#8221; beworben. Tats\u00e4chlich werden &#8220;nachwachsende&#8221; Pflanzen gezeigt, aus denen die meisten fl\u00fcssigen Motorkraftstoffe dieser Art gewonnen werden. Bis zum Jahr 2010 soll deren Anteil in der EU 5,75 Prozent erreichen \u2013 derzeit sind es etwa zwei Prozent. <\/p>\n<p>Ganz ohne Treibhausgase geht es nat\u00fcrlich auch hier nicht: M\u00e4h- und Dreschmaschinen, \u00d6lm\u00fchlen und Tanklaster brauchen ebenso Energie wie der Prozess der Umesterung, der chemischen Verwandlung, die n\u00f6tig ist, wenn reines Raps\u00f6l in nicht modifizierten Dieselmotoren verbrannt werden soll. <\/p>\n<p>Raps\u00f6l besteht im Wesentlichen aus Glycerin und Fetts\u00e4uren und wird mit Natron- oder Kalilauge und Methanol gemischt und erw\u00e4rmt. Die Lauge spaltet das Glycerin von den Fetts\u00e4uren ab. Diese verbinden sich mit dem Methanol und bilden Raps\u00f6lmethylester, der als Kraftstoff \u2013 noch \u2013 von der Steuer befreit ist. <\/p>\n<p>Ein Nachteil des herk\u00f6mmlichen Verfahrens: Das Endprodukt enth\u00e4lt rund zehn Masseprozent Glycerin. Diese Menge l\u00f6st sich nicht einfach im Diesel auf, sondern muss \u2013 wie andere Nebenprodukte auch \u2013 abgetrennt werden. Ein weiterer, Energie verbrauchender verfahrenstechnischer Schritt ist notwendig. <\/p>\n<p>Einen g\u00e4nzlich anderen Prozess, bei dem auf Tr\u00e4ger fixierte Enzyme die Umesterung katalysieren, untersuchen Forscher vom <a href=\"http:\/\/www.fraunhofer.de\/fhg\/press\/pi\/2006\/02\/Mediendienst22006Thema3.jsp\" >Fraunhofer-Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung IVV<\/a> in Freising. <\/p>\n<p>Der wesentliche Unterschied zum herk\u00f6mmlichen Weg besteht darin, dass das Raps\u00f6l nicht vollst\u00e4ndig umgesetzt wird. Ein Teil der Fetts\u00e4uren ist vielmehr chemisch am Glycerin gebunden. So bleibt das Glycerin im Biodiesel l\u00f6slich. Das &#8220;Glycerinproblem&#8221; entf\u00e4llt und die Ausbeute steigt um zehn Prozent. <\/p>\n<p>Weitere Vorteile des Prozesses: Er kommt mit etwa einem Drittel weniger Alkohol aus. Anstatt des giftigen, synthetisch hergestellten Methanol kann Ethanol verwendet werden. Da keine S\u00e4uren oder Laugen n\u00f6tig sind, bilden sich auch keine Seifen. Es f\u00e4llt weniger Abwasser an, das mit \u00d6lresten kontaminiert ist. <\/p>\n<p>&#8220;In unseren Vorversuchen konnte die Eignung des Verfahrens zur Teilumesterung von Pflanzen\u00f6len gezeigt werden&#8221;, betont Dr. Peter Eisner vom IVV. &#8220;Eine erste Bewertung von Laborprodukten l\u00e4sst auf gute Eigenschaften des Kraftstoffes schlie\u00dfen.&#8221; <\/p>\n<p>Zusammen mit dem Lehrstuhl f\u00fcr Energie und Umwelttechnik der Lebensmittelindustrie der TU M\u00fcnchen und einigen mittelst\u00e4ndischen Unternehmen wollen die Forscher vom IVV nun die Entwicklung und Optimierung des neuen Kraftstoffes weiter voranzutreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>In Zeiten steigender Kraftstoffpreise und der Klimaver&auml;nderung hat die Suche nach Alternativen zu fossilen Energietr&auml;gern Priorit&auml;t. Ein Ersatz f&uuml;r herk&ouml;mmlichen Treibstoff ist Biodiesel. 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