{"id":8861,"date":"2006-02-28T00:00:00","date_gmt":"2006-02-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060228-12n"},"modified":"2006-02-28T00:00:00","modified_gmt":"2006-02-27T22:00:00","slug":"aids-medikament-aus-sonnenblumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aids-medikament-aus-sonnenblumen\/","title":{"rendered":"AIDS-Medikament aus Sonnenblumen"},"content":{"rendered":"<p><b>Forschern des <a href=\"http:\/\/www.imbio.uni-bonn.de\/\" >Bonner Zentrums f\u00fcr molekulare Biotechnologie (IMBIO)<\/a> ist ein Durchbruch in der Synthese einer neuen Medikamentengruppe gelungen, von der sie hoffen, dass sie die Behandlung der AIDS-Erkrankung revolutionieren wird.<\/b><\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Hoffnungstr\u00e4ger der AIDS-Forschung ist derzeit die Dicaffeoyl-Chinas\u00e4ure (DCQA), der Prototyp einer neuen Medikamentengruppe. Leider ist die Substanz \u00e4u\u00dferst selten: Sie kommt zum Beispiel in Artischocken und in der Wegwarte vor, allerdings in so geringen Mengen, dass der Marktpreis bei 1.000.000 Euro pro Gramm liegt. Trotz des Preises versprechen sich die Wissenschaftler viel von weiterer Forschung, denn im Labor hat die DCQA das AIDS-Virus an der Vermehrung gehindert.<\/p>\n<p>Forscher der Universit\u00e4t Bonn haben eventuell einen Weg zur Herstellung von DCQA zu einem Bruchteil des aktuellen Preises gefunden. Im Rahmen seiner Arbeit an Sonnenblumen untersuchte das Team, wie die Pflanze auf Angriffe des Pilzes reagiert, der Wei\u00dfst\u00e4ngeligkeit verursacht. <\/p>\n<p>Sie fanden heraus, dass die Pflanzen, die gegen die Wei\u00dfst\u00e4ngeligkeit resistent sind, ihre eigene DCQA produzieren. &#8220;Dicaffeoyl-Chinas\u00e4ure kann zumindest in Zellkulturen die Vermehrung des HIV-Virus verhindern\u201d, erkl\u00e4rt Claudio Cerboncini, der inzwischen am Forschungszentrum Caesar t\u00e4tig ist. &#8220;Sie ist eine der wenigen heute bekannten Substanzen, die die virale Integrase hemmen \u2013 das ist ein Enzym, das der Erreger zur Vermehrung unbedingt ben\u00f6tigt.\u201d<\/p>\n<p>Diese Integrase-Hemmer gelten als ein bedeutender Durchbruch in der AIDS-Forschung und in der Behandlung der Krankheit, da dieser Wirkstoff im Gegensatz zu den derzeit verabreichten Medikamentencocktails wenige Nebenwirkungen hat \u2013 Cocktails, die zwar das Leben retten, aber den K\u00f6rper stark in Mitleidenschaft ziehen.<\/p>\n<p>Erste klinische Tests scheinen das Potenzial von DCQA zu best\u00e4tigen. &#8220;Wir wollen versuchen, Sonnenblumen oder auch andere pflanzliche Zellen zusammen mit dem Pilz Sclerotinia sclerotiorum in einer N\u00e4hrl\u00f6sung zu kultivieren und dann aus der Fl\u00fcssigkeit den Wirkstoff zu gewinnen\u201d, so Cembio-Forscher Ralf Theisen. &#8220;Wenn das wunschgem\u00e4\u00df funktioniert, k\u00f6nnten wir DCQA zu erheblich niedrigeren Kosten herstellen.\u201d<\/p>\n<p>Dr. Theisen erforscht eigentlich, welche Gene Pflanzen unter verschiedenen Schwerkraftbedingungen an- oder abschalten k\u00f6nnen, doch diese Forschung ist auch f\u00fcr die preiswerte DCQA-Synthese relevant. Wenn die Forschung planm\u00e4\u00dfig vorangeht, wird das DCQA-Gen der Sonnenblume identifiziert, kopiert und &#8220;in Bakterien eingeschleust, damit diese das Enzym in gro\u00dfen Mengen produzieren k\u00f6nnen. Damit w\u00e4re der kritische Syntheseschritt nur noch ein Kinderspiel und \u00fcber Fermentations-Technologie in industriellem Ma\u00dfstab zu bewerkstelligen\u201d.<\/p>\n<p><b>Weitere Ausk\u00fcnfte erteilt:<\/b> <br \/>Dr. Ralf Theisen<br \/><a href=\"http:\/\/www.imbio.uni-bonn.de\/\" >IMBIO, Universit\u00e4t Bonn<\/a><br \/>Tel. ++49-228-73 36 84<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:r.theisen@uni-bonn.de\">r.theisen@uni-bonn.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Forschern des Bonner Zentrums f&uuml;r molekulare Biotechnologie (IMBIO) ist ein Durchbruch in der Synthese einer neuen Medikamentengruppe gelungen, von der sie hoffen, dass sie die<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-8861","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8861","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8861"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8861\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8861"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8861"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8861"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=8861"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}