{"id":8860,"date":"2006-02-28T00:00:00","date_gmt":"2006-02-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060228-02n"},"modified":"2006-02-28T00:00:00","modified_gmt":"2006-02-27T22:00:00","slug":"patentiertes-verfahren-zwei-stufen-zum-biokraftwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/patentiertes-verfahren-zwei-stufen-zum-biokraftwerk\/","title":{"rendered":"Patentiertes Verfahren: Zwei Stufen zum Biokraftwerk"},"content":{"rendered":"<p><b>Von der Theorie in die Praxis: Die an der Cottbuser Universit\u00e4t entwickelte und patentierte zweistufige Biogas-Anlage von Professor G\u00fcnter Busch und seinem Forscherteam sorgte bereits vor gut einem Jahr bundesweit f\u00fcr Aufmerksamkeit in der Fachwelt. Nun soll die Anlage in Altd\u00f6bern (Oberspreewald-Lausitz) erstmals in die Praxis umgesetzt werden.<\/b><\/p>\n<p> Eine Hand voll regionaler Unternehmen hat sich daf\u00fcr zusammengefunden und bereits neue Arbeitspl\u00e4tze geschaffen. Im Sommer soll das Biokraftwerk stehen. Interesse weckt das auch im Ausland.<\/p>\n<p> Den Beteiligten schwebt ein Biogas-Kompetenzzentrum f\u00fcr S\u00fcdbrandenburg vor. Ziel ist es, von Altd\u00f6bern aus die neue Technologie zu vermarkten und weiterzuentwickeln. &#8220;Ein auf wirtschaftlicher Grundlage und von der Basis entwickeltes Feld&#8221;, schw\u00e4rmt der Professor. <\/p>\n<p>Der Anfang ist gemacht. F\u00fcnf Partner haben sich zusammengetan. Neben dem <a href=\"http:\/\/www.abfall.tu-cottbus.de\/index_cf.htm\" >Lehrstuhl f\u00fcr Abfallwirtschaft<\/a> der Brandenburgischen Technischen Universit\u00e4t (BTU), der die Verfahrensidee liefert, sind das: die Agrar GmbH Altd\u00f6bern \u2013 der Biomasselieferant, das Ingenieurb\u00fcro <a href=\"http:\/\/www.gicon.de\/\" >Gicon GmbH<\/a> mit neuer Niederlassung in Altd\u00f6bern \u2013 die Vermarkter und Techniker, die <a href=\"http:\/\/www.lab-agrarberatung.de\/index_start.htm\" >Landwirtschaftliche Beratung der Agrarverb\u00e4nde Brandenburg (LAB) GmbH<\/a> \u2013 die Marketingfachleute und die <a href=\"http:\/\/www.gfa-guben.de\/\" >Gesellschaft f\u00fcr Anlagenbau (GfA) GmbH<\/a> Guben \u2013 die Apparatebauer. <\/p>\n<p>Auf Unterst\u00fctzung hoffen die Beteiligten f\u00fcr das Zwei-Millionen-Euro-Projekt vom Land Brandenburg. Der F\u00f6rdermittelbescheid ist nach Auskunft der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) eingegangen und wird bearbeitet. Die Kosten bewegten sich in diesen Dimensionen, weil es sich bei dem Biokraftwerk um eine Referenzanlage handelt. <\/p>\n<p>Busch erkl\u00e4rt: &#8220;Dabei geht es neben der Gasproduktion vor allem um die Optimierung der technologischen Prozesse. Daf\u00fcr sind aufw\u00e4ndige Messprogramme und -instrumente notwendig.&#8221; So hoffen die Ingenieure und Wissenschaftler, die beim Verfahren anfallende Fl\u00fcssigkeitsmenge von derzeit rund 1.500 Kubikmetern auf 60 bis 75 Prozent zu reduzieren und dabei gleichzeitig Leistung sowie Ertrag zu erh\u00f6hen. &#8220;Ein Prozent mehr ist ja viel&#8221;, sagt G\u00fcnter Busch. <\/p>\n<p>In Altd\u00f6bern soll Mais zu Strom werden. Die Anlage wird ein Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von rund 500 Kilowattstunden mit Gas beliefern. &#8220;Je nach Standort und Anforderung k\u00f6nnen auch mehrere der Anlagen parallel geschaltet werden&#8221;, erkl\u00e4rt der Wissenschaftler. <\/p>\n<p>Die Standardausstattung des neuen Biogaskraftwerkes umfasst drei Perkolatoren \u2013 das sind im Grunde drei Meter hohe Waschmaschinen, in denen von den festen Pflanzenstoffen die l\u00f6slichen Substanzen getrennt werden (Hydrolyse). Anschlie\u00dfend kommt diese Fl\u00fcssigkeit in den zw\u00f6lf Meter hohen Biogasreaktor, wo die gel\u00f6sten Fetts\u00e4uren von Bakterien in Methangas umgewandelt werden (Methanisierung). <\/p>\n<p><b>Zwei Stufen und viele Vorteile<\/b><\/p>\n<p>Das Besondere an der neuen Anlage ist die Zweiteilung. Bei dem herk\u00f6mmlichen Verfahren laufen Hydrolyse und Methanisierung parallel. &#8220;Das macht die Anlagen hochkompliziert und anf\u00e4llig&#8221;, so der Professor. Durch die Teilung wird au\u00dferdem der ganze Prozess per Ventil regulierbar. &#8220;Damit ist ein Biokraftwerk erstmals in der Lage auf Anforderung des Stromnetzbetreibers zu produzieren, um Netzschwankungen auszugleichen&#8221;, erkl\u00e4rt Busch. Auch die Leistung ist viel gr\u00f6\u00dfer als in den bisherigen Biogaskraftwerken. &#8220;F\u00fcr die Verarbeitung von Mais brauchen normale Anlagen zwischen 60 und 120 Tagen. Wir produzieren die gleiche Menge Biogas in zw\u00f6lf bis 15 Tagen&#8221;, sagt der Fachmann. <\/p>\n<p><b>Energie aus M\u00fcll in Brasilien<\/b><\/p>\n<p>Obwohl das Biokraftwerk noch nicht einmal steht, ist das Interesse an dem neuen Verfahren sehr gro\u00df. Neben der Schradenbiogas GmbH (Elbe-Elster) aus der Region, kommen auch Anfragen aus dem Ausland. In Brasilien k\u00f6nnte mit dem BTU-Verfahren das M\u00fcll-Problem in den Griff bekommen werden. &#8220;Der Bioanteil im Hausm\u00fcll betr\u00e4gt dort \u00fcber 60 Prozent&#8221;, sagt der Abfall-Experte. Die Reststoffe kommen auf die Deponie und bilden dort kein Methan mehr, das als eines der gr\u00f6\u00dften Klimakiller gilt. Diesbez\u00fcglich gebe es au\u00dferdem Kontakte nach Thailand. <\/p>\n<p>Selbst von der Karibikinsel Martinique kommen Anfragen. &#8220;Dort fehlen die transportablen Energietr\u00e4ger und das Biogas kann aufbereitet auch als Treibstoff genutzt werden&#8221;, erkl\u00e4rt Busch. Der Querdenker zeigt sich zufrieden, denn das f\u00fchrt auch zu unverhofften Verkn\u00fcpfungen innerhalb der BTU. So arbeitet der Lehrstuhl f\u00fcr Abfallwirtschaft seit Neuestem mit den Kraftfahrzeugstechnikern zusammen. <\/p>\n<p><b>Energie aus Biomasse<\/b> <\/p>\n<p>Die Stromerzeugung aus Bioenergietr\u00e4gern belief sich im Jahr 2004 auf rund 9,4 Milliarden Kilowattstunden und erreichte damit einen Anteil am Stromverbrauch von 1,6 Prozent. <\/p>\n<p>Nach Angaben des Fachverbandes Biogas wurden 2005 bundesweit fast 700 neue Anlagen gebaut. F\u00fcr 2006 rechnet der Verband mit ungef\u00e4hr 1.000 Neubauten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Von der Theorie in die Praxis: Die an der Cottbuser Universit&auml;t entwickelte und patentierte zweistufige Biogas-Anlage von Professor G&uuml;nter Busch und seinem Forscherteam sorgte bereits<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-8860","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8860","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8860"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8860\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8860"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8860"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8860"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=8860"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}