{"id":8857,"date":"2006-02-28T00:00:00","date_gmt":"2006-02-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060228-11n"},"modified":"2006-02-28T00:00:00","modified_gmt":"2006-02-27T22:00:00","slug":"leinenproduktion-in-russland-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/leinenproduktion-in-russland-unter-druck\/","title":{"rendered":"Leinenproduktion in Russland unter Druck"},"content":{"rendered":"<p><b>Von der verst\u00e4rkten Nachfrage aus Europa und USA nach billigen Leinenstoffen in den Jahren 2003 und 2004 konnten auch russische Hersteller profitieren.<\/b> <\/p>\n<p>In dem klassischen Flachsanbauland wurden nach Angaben von Aziz Kapakjew vom Allrussischen Konjunkturforschungsinstitut in Moskau im Jahre 2003 so doch 157 Mio m<sup>2<\/sup>, in 2004 gar 159 Mio m<sup>2<\/sup> produziert. Dies entspr\u00e4che grob gerechnet (150g Garn\/m<sup>2<\/sup>) einem Garnverbrauch von etwa 23.500 t. Dieses relativ hohe Fl\u00e4chengewicht ist angesichts der dort vorwiegend erzeugten mittleren und groben Garne eher noch zu niedrig angesetzt.<\/p>\n<p>Folgt man den Zahlen des Europ\u00e4ischen Leinenverbandes CELC, bietet sich ein v\u00f6llig anderes Bild: Im gesamten Osteuropa, d.h. Russland, sowie der Ukraine und Wei\u00dfrussland, wurden 2004 lediglich 13.700 t Garn produziert sowie weitere 1.800 t Garn importiert. <\/p>\n<p>Bei einem Garnexport von lediglich 300 t standen also 15.200 t zur Gewebeproduktion zur Verf\u00fcgung. Selbst wenn alles Garn in Russland verwebt worden bzw. in der Ukraine und Wei\u00dfrussland kein Gewebe hergestellt worden w\u00e4re, w\u00fcrde sich das durchschnittliche Fl\u00e4chengewicht auf lediglich 90 g\/m<sup>2<\/sup> ergeben. Dies ist v\u00f6llig unrealistisch. <\/p>\n<p>Wahrscheinlicher ist, dass nicht Reinleinenstoffe sondern vor allem mit erfasste Leinenmischungen diese hohe Produktionsmenge ausmachen. Bezogen auf Reinleinengewebe wird die russische Produktion 50 Mio m<sup>2<\/sup> kaum \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Ebenso unrealistisch ist die Argumentation von Aziz Kapakjew, dass das Produktionswachstum teilweise durch den Mangel an Rohstoffen behindert w\u00fcrde. Das Rohstoffproblem ist vermutlich ein qualitatives; von einer Anbaufl\u00e4che von 100.000 ha werden in Russland allenfalls 20% des westeurop\u00e4ischen Fl\u00e4chenertrages an Fasern gewonnen. <\/p>\n<p>Dies ist nur zu einem geringen Teil nat\u00fcrlich bedingt, viel st\u00e4rker wirken sich nicht-Kosten- bzw. Risiko-deckende Faserpreise sowie \u00fcberholte Anbau- und Verarbeitungsmethoden aus. Und nur deshalb m\u00fcssen gute Faserqualit\u00e4ten seit einigen Jahrzehnten importiert werden.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund ist es aus russischer Sicht sehr erfreulich, dass diejenigen Kombinate, die den Schritt auf den europ\u00e4ischen und amerikanischen Bekleidungs- und Heimtexmarkt gewagt haben, dort teilweise auch recht erfolgreich sind &#8211; bieten sie doch f\u00fcr den Nichtfachmann &#8220;echtes&#8221; Leinen zu g\u00fcnstigen Preisen an. <\/p>\n<p>Dass der fast ebenso bedeutende Inlandsmarkt mit seiner st\u00e4ndig steigenden Kaufkraft fast kampflos dem Import aus Fernost auf einem Silbertablett serviert wird, ger\u00e4t beim westw\u00e4rtigen Blick offenbar aus den Augen der Leinen-Oligarchen. <\/p>\n<p>Denn die stark r\u00fcckl\u00e4ufige russische Leinenproduktion im Jahr 2005 r\u00fchrt vor Allem daher, dass im Westen Billigangebote nur durch Eines zu ersetzen sind: Qualitativ bessere, aber gleich g\u00fcnstige Produkte aus Fernost.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Von der verst&auml;rkten Nachfrage aus Europa und USA nach billigen Leinenstoffen in den Jahren 2003 und 2004 konnten auch russische Hersteller profitieren.<\/b> <\/p>\n<p>In<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-8857","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8857"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8857\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8857"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=8857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}