{"id":88393,"date":"2021-05-21T07:37:17","date_gmt":"2021-05-21T05:37:17","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=88393"},"modified":"2021-09-09T21:05:29","modified_gmt":"2021-09-09T19:05:29","slug":"lanzatech-und-basf-erreichen-ersten-meilenstein-bei-der-stofflichen-nutzung-von-industriellen-abgasen-fuer-die-chemische-produktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/lanzatech-und-basf-erreichen-ersten-meilenstein-bei-der-stofflichen-nutzung-von-industriellen-abgasen-fuer-die-chemische-produktion\/","title":{"rendered":"LanzaTech und BASF erreichen ersten Meilenstein bei der stofflichen Nutzung von industriellen Abgasen f\u00fcr die chemische Produktion"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aus dem Kohlenstoff in industriellen Abgasen sollen wertvolle Chemikalien werden \u2013 dies ist das Ziel einer Kooperation zwischen LanzaTech und BASF. Jetzt haben die Partner einen ersten wichtigen Erfolg erzielt: Es ist gelungen, mit Hilfe spezieller Bakterien n-Octanol aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff, den Hauptinhaltsstoffen von Emissionen beispielsweise der Stahlindustrie, im Laborma\u00dfstab herzustellen. n-Octanol ist ein wichtiges Molek\u00fcl, das beispielsweise in der Kosmetik eingesetzt wird.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDurch die Verkn\u00fcpfung unserer Kompetenzen k\u00f6nnen wir schneller nachhaltigere Produkte auf den Markt bringen. Die interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit von Biologen, lanazetcBiochemikern und Ingenieuren ist entscheidend f\u00fcr Erfolge im Bereich der wei\u00dfen Biotechnologie und damit auch f\u00fcr den Erfolg dieses Projektes\u201c, davon ist Dr. Detlef Kratz, Leiter des BASF-Forschungsbereichs \u201eProcess Research &amp; Chemical Engineering\u201c, \u00fcberzeugt. LanzaTech bringt bei der Zusammenarbeit ihre einzigartige, innovative Technologie der Gasfermentation ein, w\u00e4hrend BASF die Expertise bei der Entwicklung und dem Betrieb von chemischen Prozessen hat. \u201eDie Integration der Gasfermentationstechnologie von LanzaTech in den BASF-Verbund erm\u00f6glicht uns, einen wichtigen Schritt in Richtung CO<sub>2<\/sub>-neutraler Kreislaufwirtschaft zu gehen\u201c, so Kratz weiter. Jennifer Holmgren, CEO LanzaTech, betont: \u201eUnser Klima ver\u00e4ndert sich und die Welt schaut gespannt auf uns, wie wir dringend ben\u00f6tigte Technologien entwickeln, um den wichtigen Rohstoff Kohlenstoff im Kreislauf zu halten. BASF ist f\u00fchrend darin, chemische Wertsch\u00f6pfungs- und Lieferketten neu zu denken und durch einen zirkul\u00e4ren Ansatz Abfallkohlenstoff wieder in neue Materialien umzuwandeln und so fossile Rohstoffe in der Erde zu lassen.\u201c<\/p>\n<p>Industrielle Abgase werden bisher verbrannt oder energetisch verwertet und zur Erzeugung von Strom und Dampf genutzt. Bei der Partnerschaft arbeiten die beiden Unternehmen an einem Prozess, bei dem eine biologische F\u00e4higkeit genutzt wird, die von Dr. Ramon Gonzalez, zurzeit Professor an der University of South Florida, entwickelt wurde. Ziel ist es, den Kohlenstoff aus diesen Abgasen als Rohstoff f\u00fcr die Herstellung von chemischen Produkten wie n-Octanol zu nutzen. Dieser innovative Kohlenstoffrecycling-Ansatz reduziert damit industrielle CO<sub>2<\/sub>-Emissionen und bel\u00e4sst fossile Rohstoffe in der Erde. Die Technologie von LanzaTech wird derzeit bereits im kommerziellen Ma\u00dfstab eingesetzt, um aus Abgasen bei der Stahlproduktion Ethanol herzustellen. Durch die Zusammenarbeit ist es nun gelungen, die Grundlagen zur Produktion von wertvollen Chemikalien wie n-Octanol durch Gasfermentation zu legen.<\/p>\n<p>Innerhalb nur weniger Monate haben die Unternehmen nicht nur einen geeigneten Bakterienstamm zur Herstellung dieses wichtigen Alkohols entwickelt, sondern auch ein innovatives Verfahrenskonzept, das eine kontinuierliche Herstellung und Reinigung des Produkts erm\u00f6glicht. Im n\u00e4chsten Schritt konzentrieren sich die Teams darauf, das biologische und technische Design zu optimieren, um einen effizienten Produktionsprozess zu erreichen.<\/p>\n<p>Ein Vorteil des Verfahrens: Die eingesetzten Mikroorganismen sind nicht w\u00e4hlerisch, was die Zusammensetzung des Abgases betrifft, sondern k\u00f6nnen unterschiedliche Verh\u00e4ltnisse von Kohlenmonoxid, Wasserstoff und Kohlendioxid nutzen. Die Mikroorganismen sind auch gegen\u00fcber unterschiedlichsten St\u00f6rstoffen tolerant. Daher muss das Abgas nicht mit gro\u00dfem Aufwand gereinigt werden. LanzaTechs Technologie kann verschiedene Rohstoffe nutzen und so auch festen Kohlenstoff aus Hausm\u00fcll oder landwirtschaftlichen Abf\u00e4llen recyceln. Durch die \u00dcberf\u00fchrung von festen Abf\u00e4llen in den gasf\u00f6rmigen Zustand mit Hilfe einer kontrollierten, partiellen Oxidation kann der im Gas enthaltene Kohlenstoff und Wasserstoff mit Hilfe des gleichen Gasfermentationsprozesses wieder in chemischen Produkten gebunden werden, statt in die Umwelt zu entweichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Kohlenstoff in industriellen Abgasen sollen wertvolle Chemikalien werden \u2013 dies ist das Ziel einer Kooperation zwischen LanzaTech und BASF. 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