{"id":88331,"date":"2021-05-20T07:32:42","date_gmt":"2021-05-20T05:32:42","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=88331"},"modified":"2021-09-09T19:31:21","modified_gmt":"2021-09-09T17:31:21","slug":"aus-muell-wird-neu-basf-covestro-und-evonik-setzen-auf-chemisches-recycling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aus-muell-wird-neu-basf-covestro-und-evonik-setzen-auf-chemisches-recycling\/","title":{"rendered":"Aus M\u00fcll wird neu: BASF, Covestro und Evonik setzen auf chemisches Recycling"},"content":{"rendered":"<p>Jeder kennt die Berge an Kunststoffabf\u00e4llen in den M\u00fclltonnen vor dem Haus oder im Hof. Das Material ist im Alltag allgegenw\u00e4rtig und landet doch \u2013 kaum gebraucht \u2013 schnell wieder in der Wertstofftonne. Wobei diese Bezeichnung irref\u00fchrend ist: Als wertvoll gilt Kunststoff sicherlich, nur wird er nur zu einem niedrigen Teil wirklich recycelt.<\/p>\n<p>Rund 20 Millionen Tonnen an Kunststoffabf\u00e4llen fallen j\u00e4hrlich in Europa an, die nicht wiederverwertet werden, sondern in Verbrennungsanlagen landen. Ein Grund sind die Grenzen des mechanischen Recyclings. Daf\u00fcr sind m\u00f6glichst sortenreine und getrennte Kunststoffe n\u00f6tig, bei Verbundstoffen st\u00f6\u00dft dieses Verfahren auf Schwierigkeiten.<\/p>\n<p>Die Hoffnungen liegen deswegen auf dem chemischen Recycling. Dabei wird das Material in seine Grundbausteine zerlegt, sodass es wieder in den Anfang der Verarbeitungskette einflie\u00dfen kann. Die Technologie gilt als vielversprechend, steckt faktisch aber noch in den Anf\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Doch die Chemieindustrie sucht dabei intensiv nach innovativen Verfahren und Kooperationen. Vor wenigen Tagen hat sich BASF mit zwei Partnern verb\u00fcndet. Ziel ist der Bau einer Pyrolyseanlage zur Zersetzung von Kunststoffabf\u00e4llen. Das Material soll die Entsorgungsfirma Remondis liefern. Die Technologie entwickelt BASF gemeinsam mit dem norwegischen Spezialisten Quantafuel.<\/p>\n<p>\u201eBASF hat sich zum Ziel gesetzt, ab 2025 j\u00e4hrlich 250.000 Tonnen recycelte Rohstoffe zu verarbeiten. Dabei ist es wichtig, nur Rohstoffe einzusetzen, die aus Kunststoffabf\u00e4llen gewonnen werden, welche sonst nicht recycelt worden w\u00e4ren\u201c, sagt der verantwortliche BASF-Manager Lars Kissau.<\/p>\n<p>Das aus Kunststoffabf\u00e4llen gewonnene Pyrolyse\u00f6l wird in die Verbundproduktion von BASF eingespeist, es werden also in gleicher Menge die sonst \u00fcblichen Mengen an Rohstoffen aus \u00d6l und Gas eingespart. Die Essener Evonik entwickelt derzeit ein Verfahren, mit dem stark verschmutzte PET-Abf\u00e4lle in reine Ausgangsstoffe zur\u00fcckverwandelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch der Kunststoffhersteller Covestro treibt das chemische Recycling voran. Im M\u00e4rz hat der Konzern am Standort Leverkusen eine Pilotanlage f\u00fcr die Zerlegung von Weichschaum aus Matratzen gestartet. Die so zur\u00fcckgewonnen Rohstoffe sollen dann wieder vermarktet werden.<\/p>\n<p>Die Verfahren gelten als vielversprechend, doch es gibt noch einige H\u00fcrden: Nach einer Beurteilung des Umweltbundesamts ist die werkstoffliche Verwertung bisher immer noch grunds\u00e4tzlich \u00f6kologisch und \u00f6konomisch vorteilhafter als ein chemisches Recycling. Denn f\u00fcr die Zersetzung der Kunststoffe werden gro\u00dfe Mengen von Energie und chemischen Zusatzstoffen ben\u00f6tigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder kennt die Berge an Kunststoffabf\u00e4llen in den M\u00fclltonnen vor dem Haus oder im Hof. Das Material ist im Alltag allgegenw\u00e4rtig und landet doch \u2013 kaum gebraucht \u2013 schnell wieder in der Wertstofftonne. Wobei diese Bezeichnung irref\u00fchrend ist: Als wertvoll gilt Kunststoff sicherlich, nur wird er nur zu einem niedrigen Teil wirklich recycelt. 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