{"id":88215,"date":"2021-05-17T07:41:26","date_gmt":"2021-05-17T05:41:26","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=88215"},"modified":"2021-06-18T19:29:56","modified_gmt":"2021-06-18T17:29:56","slug":"forschungsergebnisse-aus-forst-und-holz-in-der-praxis-etablieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschungsergebnisse-aus-forst-und-holz-in-der-praxis-etablieren\/","title":{"rendered":"Forschungsergebnisse aus Forst und Holz in der Praxis etablieren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) setzt f\u00fcr die nationalen und europ\u00e4ischen Ziele beim Klimaschutz und die Ausrichtung der Wirtschaft auf die Bio\u00f6konomie weiter auf die verst\u00e4rkte Verwendung von Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Die Gesellschaft sei auf den nachwachsenden Rohstoff angewiesen, erkl\u00e4rte die Leiterin der Abteilung Wald, Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe im BMEL, Dr. Eva Ursula M\u00fcller, auf der diesj\u00e4hrigen Statustagung zur Charta f\u00fcr Holz 2.0.<\/strong><\/p>\n<p>Die Potenziale von Holz als wertvollem nachwachsenden Rohstoff m\u00fcssten verantwortungsvoll und effizient genutzt werden, so M\u00fcller. Sie begr\u00fc\u00dfte die Br\u00fcsseler Initiative des \u201eNeuen Europ\u00e4ischen Bauhauses\u201c, bei der der Holzbau eine zentrale Rolle spielen k\u00f6nne. Auf der Statustagung waren neben den Berichten aus den sechs Arbeitsgruppen der Charta die Themen Forschung und Wissenstransfer ein Schwerpunkt.<\/p>\n<p>Derzeit unterst\u00fctzt das BMEL \u00fcber die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) 350 Vorhaben zur Wald- und Holzforschung mit 103,2 Millionen Euro aus dem F\u00f6rderprogramm Nachwachsende Rohstoffe. Weitere 207 Forschungsprojekte rund um Wald und Holz f\u00f6rdert das BMEL zusammen mit dem Bundesumweltministerium mit 73,2 Millionen Euro \u00fcber den Waldklimafonds.<\/p>\n<p>Ausgew\u00e4hlte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wurden auf der Tagung exemplarisch vorgestellt. Die Vorhaben sind Bestandteil des Charta-Statusberichtes SPEZIAL, der auf vier Jahre Forschung und Entwicklung im Kontext der Charta zur\u00fcckblickt und 66 ausgew\u00e4hlte Projekte aus der Forschungsf\u00f6rderung des BMEL und aus der Ressortforschung des Th\u00fcnen-Instituts beleuchtet.<\/p>\n<p>In der Praxis werden die Forschungsergebnisse dringend erwartet. Unter dem Titel \u201eKomplexe Themen \u2013 einfach vermitteln\u201c unterstrich Prof. Annette Le\u00dfm\u00f6llmann vom Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) in ihrem Impulsvortrag das aktuelle Erfordernis bildender, aufkl\u00e4render und anregender Wissenschaftskommunikation im Dialog und \u201eauf Tuchf\u00fchlung\u201c mit der Gesellschaft. F\u00fcr das Umsetzen konkreter Forschungsergebnisse in der Praxis sei der Transfer n\u00fctzlichen, umsetzbaren Wissens in beruflichen Kontexten mit klaren Handlungszielen erforderlich. F\u00fcr den Wissenstransfer aus der Forschung sei es notwendig, die \u201ePraxis in die Wissenschaft zu holen\u201c, so die Professorin.<\/p>\n<p>Die Vertreter der Arbeitsgruppen zu den sechs Handlungsfeldern der Charta f\u00fcr Holz 2.0 r\u00fcckten in ihren Arbeitsberichten den Bereich Forschung und Entwicklung ebenfalls ins Blickfeld.<\/p>\n<p>Dr. Denny Ohnesorge, Vorsitzender der <strong>Charta-Arbeitsgruppe Bauen mit Holz in Stadt und Land<\/strong>, unterstrich das Ziel der Bundesregierung, die Bauforschung zu intensivieren und den Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft und weiteren nat\u00fcrlichen Baustoffen weiter zu f\u00f6rdern. Gegenw\u00e4rtig erarbeitet die AG in Kooperation mit Fachberatern einen Leitfaden zum Vergaberecht f\u00fcr den Holzbau. Die Tatsache, dass der Holzbau auf politischer Ebene diskutiert, seine Potenziale erkannt und in der Praxis stark nachgefragt werde, sei auch ein Erfolg der Charta f\u00fcr Holz, so Dr. Ohnesorge. Dennoch seien neben der Forschung auch weitere Anpassungen des Baurechts erforderlich, um das mehrgeschossige und materialeffiziente Bauen mit Holz voranzubringen. Ein weiteres Thema der AG ist die Bildung und Lehre im Holzbau, bei der die Experten der AG die Entwicklung von Angeboten unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Auf die angesichts der Waldsch\u00e4den wachsende Verantwortung f\u00fcr einen effizienten Umgang mit dem Wertstoff Holz verwies Anemon Strohmeyer als Vorsitzende der <strong>AG Material- und Energieeffizienz<\/strong>. Die Arbeitsgruppe legte f\u00fcr Entscheidungstr\u00e4ger u. a. bereits Empfehlungen zum Etablieren einer ressourceneffizienteren Kreislaufwirtschaft im Bereich Holz vor. \u201eZuk\u00fcnftig heterogenere Holzsortimente fordern die unterschiedlichen Verwertungswege heraus, flexibler zu agieren\u201c, erkl\u00e4rte sie. Mit Blick auf die Klimaschutzpotenziale im Bereich Transport und Logistik ist f\u00fcr dieses Jahr ein weiteres Empfehlungspapier geplant.<\/p>\n<p>Holz habe eine lange Tradition \u201ein einer immer schon existierenden, aber nicht als solcher wahrgenommenen biobasierten Wirtschaft\u201c, sagte Prof. Matthias Zscheile, Vorsitzender der <strong>AG Potenziale von Holz in der Bio\u00f6konomie<\/strong>. Heute gehe es darum, Holz als nachwachsenden Rohstoff zunehmend in der chemischen und biotechnologischen Industrie zu etablieren. Seit dem Herbst 2020 erarbeitet die AGHandlungsempfehlungen f\u00fcr ein Thesenpapier \u201eHolzbasierte Bio\u00f6konomie\u201c. Ende Februar hatte die Arbeitsgruppe in einem Expertengespr\u00e4ch u. a. M\u00f6glichkeiten und Grenzen von \u00d6kobilanzen f\u00fcr innovative Produkte der Bio\u00f6konomie ausgelotet.<\/p>\n<p>Zur Bereitstellung hochwertigen Saatgutes f\u00fcr einen klimaresilienten Wald bed\u00fcrfe es dauerhafter Forschungsstrukturen und langfristiger Finanzierungsm\u00f6glichkeiten, erinnerte der Vorsitzende der<strong> Charta-Arbeitsgruppe Wald und Holz<\/strong>, Franz Thoma, unter Verweis auf die j\u00fcngst von der Arbeitsgruppe vorgelegten Empfehlungen zur Forstpflanzenz\u00fcchtung. Aktuell liegt der Fokus der AG u. a. auf dem Risikomanagement der Verf\u00fcgbarkeit von Nadelrohholz, das vor allem im Baubereich weiter stark gefragt ist. \u201eWenn wir bis 2050 klimaneutral wirtschaften wollen, wird es ohne Holz nicht gehen \u2013 der Rohstoff wird ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses sein, betonte er.<\/p>\n<p>Beim Wissenstransfer zu Digitalisierungsthemen sieht die <strong>Arbeitsgruppe Cluster Forst und Holz<\/strong> an den Schnittstellen zwischen den Branchen Optimierungsbedarf. Dazu sei der enge Austausch mit dem Runden Tisch \u201eDigitalisierung Forst und Holz\u201c der FNR erforderlich., berichtete der stellvertretende AG-Vorsitzende Dr. J\u00fcrgen Bauer. Zudem unterst\u00fctzt die Arbeitsgruppe die FNR bei der Vorbereitung der diesj\u00e4hrigen <a href=\"https:\/\/www.charta-fuer-holz.de\/charta-aktivitaeten\/cluster-forst-holz-arbeitstagung\/einladung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cluster-Arbeitstagung<\/a>, die im Auftrag des BMEL auf den Austausch zwischen Netzwerken, Cluster-Initiativen und Landesbeir\u00e4ten Holz abzielt. Die Tagung in Kooperation mit der Plattform Forst und Holz wird am 20. Mai 2021 online stattfinden und den Fokus auf die Chancen der Digitalisierung f\u00fcr die Kommunikation richten. Zudem wirkt die AG am Entstehen einer internen Online-Plattform zur Vernetzung der bundesweit mehr als 30 Clusterinitiativen zu Forst und Holz sowie an einer Strategie zur Ausbildung und Fachkr\u00e4ftegewinnung im Cluster mit. F\u00fcr die Erarbeitung eines Branchen-Benchmarks Forst und Holz arbeitet die die AG eng mit dem Th\u00fcnen-Institut zusammen.<\/p>\n<p>Die Optionen einer \u201eDachkampagne der Forst &amp; Holz-Branche\u201c werden in der Arbeitsgruppe Wald und Holz in der Gesellschaft beraten und entwickelt. Ziel einer m\u00f6glichen gemeinsamen Kommunikationskampagne der Branche sei es, die breite \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Leistungen von Wald und Holz f\u00fcr den Klimaschutz und die Verwendungsm\u00f6glichkeiten des Rohstoffes Holz in der Bio\u00f6konomie anschaulich und verst\u00e4ndlich zu informieren, berichtete AG-Vorsitzende Julia M\u00f6bus. Die AG steuert zudem Ideen f\u00fcr Kommunikationsbotschaften, einen Grafikpool und verschiedenste Kommunikationsmaterialien rund um den Bereich Wald und Holz bei.<\/p>\n<p>In seinem Res\u00fcm\u00e9e zum Abschluss der Tagung stellte Dirk Alfter, Referatsleiter Nachhaltige Waldbewirtschaftung, Holzmarkt im BMEL, fest, dass ein deutlicher Wandel sp\u00fcrbar sei. \u201eDie Themen Ressourcen- und Materialeffizienz haben heute einen erkennbar hohen Stellenwert in der Forst- und Holzwirtschaft\u201c, sagte er. Bei der Vielfalt der aufgezeigten M\u00f6glichkeiten und innovativen L\u00f6sungsans\u00e4tze sei deutlich geworden, dass sich der Sektor der Verantwortung bei der Verwendung von Holz bewusst ist. Auf den \u201eMarktpl\u00e4tzen\u201c der Kommunikation m\u00fcssten die Potenziale und Herausforderungen nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holzverwendung noch st\u00e4rker thematisiert werden. Eine n\u00e4chste Gelegenheit dazu bietet sich mit der \u00f6ffentlichen Veranstaltung \u201eCharta f\u00fcr Holz 2.0 im Dialog\u201c am 10. Juni 2021, auf der u. a. Beispiele zur St\u00e4rkung der Holzverwendung aus anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern pr\u00e4sentiert und diskutiert werden.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><br \/>\nDie Statustagung ist ein wichtiger Bestandteil der vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft initiierten Charta f\u00fcr Holz 2.0. Die Charta bildet den Rahmen f\u00fcr einen umfangreichen Dialogprozess, der den verst\u00e4rkten Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft als Beitrag zum Klimaschutz, zur Ressourcenschonung und der St\u00e4rkung der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume thematisiert.<\/p>\n<p>Die FNR ist seit 1993 als Projekttr\u00e4ger des BMEL f\u00fcr das F\u00f6rderprogramm Nachwachsende Rohstoffe (FPNR) und seit 2019 f\u00fcr den von BMEL und BMU gemeinsam getragenen Waldklimafonds (WKF) aktiv. Sie unterst\u00fctzt au\u00dferdem \u00fcber WKF und FPNR gef\u00f6rderte Forschungsthemen in den Bereichen nachhaltige Forstwirtschaft und innovative Holzverwendung.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<p>Charta f\u00fcr Holz:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.charta-fuer-holz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.charta-fuer-holz.de\/<\/a><\/p>\n<p>Statusbericht SPEZIAL 2020\/21: Forschung, Entwicklung, Wissenstransfer<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.charta-fuer-holz.de\/fileadmin\/charta-fuer-holz\/dateien\/service\/mediathek\/WEB_Statusbericht_2021_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.charta-fuer-holz.de\/fileadmin\/charta-fuer-holz\/dateien\/service\/mediathek\/WEB_Statusbericht_2021_final.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) setzt f\u00fcr die nationalen und europ\u00e4ischen Ziele beim Klimaschutz und die Ausrichtung der Wirtschaft auf die Bio\u00f6konomie weiter auf die verst\u00e4rkte Verwendung von Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Die Gesellschaft sei auf den nachwachsenden Rohstoff angewiesen, erkl\u00e4rte die Leiterin der Abteilung Wald, Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe im BMEL, Dr. Eva [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":58,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[16380,10608],"supplier":[19232],"class_list":["post-88215","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biobased","tag-biooekonomie","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88215"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88215\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88215"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88215"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88215"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=88215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}