{"id":8817,"date":"2006-03-14T00:00:00","date_gmt":"2006-03-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060314-07n"},"modified":"2006-03-14T00:00:00","modified_gmt":"2006-03-13T22:00:00","slug":"canadier-kanu-aus-naturfasern-bald-in-serie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/canadier-kanu-aus-naturfasern-bald-in-serie\/","title":{"rendered":"Canadier-Kanu aus Naturfasern bald in Serie?"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Braunschweiger Firma <a href=\"http:\/\/www.invent-gmbh.de\/s01_termine.aspx\" >Invent<\/a> hat einen Canadier entwickelt, der fast g\u00e4nzlich aus Naturwerkstoffen besteht. Der Preis liegt unter dem von Edelholzkanus. Eine Gewichtsersparnis von 15 Prozent erleichtert den Transport.<\/b><\/p>\n<p>Eine kleine Tour auf dem Braunschweiger Stadtsee hat der Prototyp schon hinter sich. &#8220;Wir waren mit der Jungfernfahrt unseres Canadiers aus nachwachsenden Rohstoffen sehr zufrieden&#8221;, sagt Wirtschaftsingenieur Thomas Wurl von der Firma Invent GmbH, die den Canadier mit finanzieller Unterst\u00fctzung der <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)<\/a> entwickelt. <\/p>\n<p>&#8220;Wir m\u00fcssen noch einige Dinge optimieren, hoffen aber im Laufe der n\u00e4chsten Monate, unseren zu 75 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen bestehenden Bootstyp in die Serie zu geben&#8221;, so Wurl. Beim Natur-Canadier ersetzen Naturfasern wie Flachs, Hanf oder Baumwolle und Pflanzen\u00f6l die herk\u00f6mmlichen Glas- und Kohlenstofffasern sowie Kunstharze. <\/p>\n<p>Die technischen Anspr\u00fcche an das naturfaserverst\u00e4rkte Biopolymer sind gro\u00df: Es muss eine hohe UV-Stabilit\u00e4t haben, temperaturwechselfest und robust sein, wenig Feuchtigkeit aufnehmen und eine hohe Tragf\u00e4higkeit aufweisen. <\/p>\n<p>Laut Wurl hat sich der neue Canadier hinsichtlich dieser Bedingungen bew\u00e4hrt, soll aber im Verh\u00e4ltnis zu g\u00e4ngigen Produkten ca. 15 Prozent leichter sein, womit Invent potenzielle Abnehmer hinsichtlich Transport \u00fcberzeugen will. Preism\u00e4\u00dfig liege das Kanu auf jeden Fall unterhalb von Kanus aus Edelh\u00f6lzern.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.lettmann.de\/\" >Sport Lettmann GmbH<\/a> in Moers als einer der f\u00fchrenden Anbieter von Kanus in Deutschland will k\u00fcnftig das &#8220;nachwachsende Boot&#8221; aus Braunschweig mit ins Angebotsprogramm aufnehmen: &#8220;Wir haben schon immer Sachen gemacht, die der Zeit etwas voraus waren. F\u00fcr mich ist es jetzt einfach an der Zeit, auch etwas in diesem Bereich zu tun&#8221;, sagt Inhaber Klaus Lettmann. Er prognostiziert dem Naturfaser-Canadier eine wachsende Nachfrage, &#8220;einfach weil Kanuten zumeist Naturfreunde sind und sich gern mit dem Produkt identifizieren m\u00f6chten, das sie unter dem Hintern haben.&#8221; <\/p>\n<p>Auch Thomas Wurl rechnet mit gutem Absatz: &#8220;Wir gehen davon aus, dass schon im ersten Jahr rund 50 Exemplare verkauft werden&#8221;, so der Invent-Mitarbeiter. Zum Vergleich: In Deutschland werden j\u00e4hrlich zirka 5.000 Kanadier gekauft.<\/p>\n<p>Die Nachhaltigkeit des Produkts ist laut Wurl ein wichtiges Argument. Denn w\u00e4hrend die Glas- und Kohlenstofffaserprodukte konventioneller Bootstypen Entsorgungsprobleme mit sich bringen, stellt das Kanu aus Naturfasern und Biopolymer kein Umweltproblem dar. Zwar verrottet der Duroplast auf Pflanzenbasis nicht von selbst, kann aber thermisch problemlos verwertet werden und es entweichen keine umweltgef\u00e4hrdenden Schadstoffe. <\/p>\n<p>Ob das Produkt bei den naturnahen Wassersportlern tats\u00e4chlich ankommt, wird sich trotz aller Umwelt-Pluspunkte letztlich erst am Verkaufstresen entscheiden. Auch Lettmann wei\u00df, dass dies neben der Qualit\u00e4t auch eine Frage des Marketings ist.<\/p>\n<p>Die Braunschweiger Entwickler hoffen indes, dass mit der Konstruktion ihres Kanus die Verwendung von naturfaserverst\u00e4rkten Biopolymeren im gesamten Wassersportbereich (Jollen, Yachten, Surfbretter) voran kommt. <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus erwarten sie in Zukunft auch eine Nachfrage aus dem gesamten Verkehrskomplex, etwa Auto und Bahn, wo sich ein Nachhaltigkeitskonzept bereits zunehmend durchsetzt.  (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zu-95-prozent-recyclebar-und-energiesparend-neue-u-bahnzuege-fuer-hamburg-setzen-umweltstandards\/\" >2002-11-11<\/a>.)<\/p>\n<p>Auch Autohersteller wie DaimlerChrysler, Volkwagen oder Opel haben l\u00e4ngst begriffen, dass ihre Hightech-Gef\u00e4hrte sich \u00fcber Nachhaltigkeitskonzepte besser verkaufen lassen. Invent ist den Konzernen nun schon mal ein St\u00fcck davon gepaddelt und hat zumindest schon eine Fahrt heil \u00fcberstanden.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bio-boot-aus-flachs-und-baumwolle\/\" >2004-09-16<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/naturverbund-im-autofond\/\" >2003-04-15<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Braunschweiger Firma Invent hat einen Canadier entwickelt, der fast g&auml;nzlich aus Naturwerkstoffen besteht. Der Preis liegt unter dem von Edelholzkanus. 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