{"id":8814,"date":"2006-03-15T00:00:00","date_gmt":"2006-03-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060315-02n"},"modified":"2006-03-15T00:00:00","modified_gmt":"2006-03-14T22:00:00","slug":"pflanzen-zur-energiegewinnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pflanzen-zur-energiegewinnung\/","title":{"rendered":"Pflanzen zur Energiegewinnung"},"content":{"rendered":"<p><b>Im September 2005 machte die Umstellung der Strom- und W\u00e4rmeversorgung im Bioenergiedorf J\u00fchnde im Landkreis G\u00f6ttingen auf Bioenergie Schlagzeilen. Die Energieversorgung mit Nahw\u00e4rme in J\u00fchnde beruht neben einem Holzhackschnitzelheizwerk vor allem auf der Biogasanlage. Diese wird mit 8.000 Kubikmeter Rinder- und 1.500 Kubikmeter Schweineg\u00fclle sowie rund 12.000 t Silage betrieben. Die J\u00fchnder Landwirte bauen daf\u00fcr Energiepflanzen auf 250 ha Ackerland an, das entspricht 15 bis 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che.<\/b><\/p>\n<p>Das Projekt wird von den Universit\u00e4ten Kassel und G\u00f6ttingen begleitet. Dr. Marianne Karpenstein-Machan vom Interdisziplin\u00e4ren Zentrum f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen stellte im Pflanzenz\u00fcchterischen-Genetischen Seminar Energiepflanzen vor, die auch auf klimatisch ung\u00fcnstigen Standorten angebaut werden k\u00f6nnen und zeigte Forschungsbedarf bei Pflanzenbau und Pflanzenz\u00fcchtung auf. <\/p>\n<p>Beim Anbau von Energiepflanzen komme es neben einem hohen Masseertrag pro Hektar vor allem auf eine hohe Methanausbeute sowie g\u00fcnstige Produktionskosten an. Daneben spiele auch die gesellschaftliche Akzeptanz eine Rolle. <\/p>\n<p>Das in J\u00fchnde eingesetzte System beruht auf einem vom Institut f\u00fcr Nutzpflanzenkunde entwickelten Zweikultur-Anbauverfahren, nach dem unter g\u00fcnstigen Bedingungen zwei Ernten pro Jahr m\u00f6glich sind. Einer Winterung, die bereits in der Milchreife geerntet wird, folgt eine zweite schnell wachsende Kultur, wie z.B. Mais oder Sonnenblumen. <\/p>\n<p>Karpenstein-Machan betonte, dass der eingesetzte Mix vor allem an den Standort angepasst sein m\u00fcsse. In J\u00fchnde habe man mit Getreideartenmischungen als Winterhauptkulturen gute Erfahrungen gemacht. Zum Einsatz kamen u.a. Triticale und Winterweizen sowie Triticale und Winterhafer. Als Sommerzwischenfr\u00fcchte wurden u.a. Sonnenblumen, Kleegras, Phacelia sowie \u00d6lrettich ausges\u00e4t. Bei der Zweitkultur sei oft Wasser der begrenzende Faktor.<\/p>\n<p>Karpenstein-Machan bedauerte, dass das Zuchtziel &#8220;Biomassegewinnung&#8221; noch kein Kriterium f\u00fcr die Bundessortenliste sei. Notwendig seien Sorten mit hoher reproduktiver Bestockung, mit guter Unkrautunterdr\u00fcckung und einer hohen Anzahl von \u00c4hren pro m<sup>2<\/sup>. Ziel m\u00fcsse eine hohe Gesamttrockenmasse bis zur Milch- oder Teigreife sein. Auch ein gr\u00f6\u00dferes Spektrum in Bezug auf den Reifezeitpunkt sowie insgesamt mehr Sorten, die f\u00fcr diesen Zweck zur Verf\u00fcgung stehen k\u00f6nnten, seien w\u00fcnschenswert. <\/p>\n<p>Bei Sommerroggen sei derzeit nur eine Sorte zugelassen, verbesserungsw\u00fcrdig bei Winterhafer sei die Winterh\u00e4rte. Da m\u00f6glichst keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden sollten, m\u00fcssten die Pflanzen widerstandsf\u00e4hig sein, vor allem in Bezug auf die Blattgesundheit. F\u00fcr den Einsatz in Biogasanlagen sei zudem ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis von Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor und Schwefel erforderlich. Schwierigkeiten bereite insbesondere der hohe Schwefelgehalt von Brassicaceen.<\/p>\n<p>Eine neue Nutzungsrichtung erfordere neue Anbau- und Z\u00fcchtungskonzepte. Und so sieht Karpenstein-Machan weiteren Forschungsbedarf bei der Anpassung des Anbausystems an den Standort, bei der Optimierung der Artenmischungen (u.a. Standraum pro Pflanze) sowie beim Sortenscreening.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/juehnde-ein-dorf-befreit-sich-vom-oel\/\" >2005-11-14<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Im September 2005 machte die Umstellung der Strom- und W&auml;rmeversorgung im Bioenergiedorf J&uuml;hnde im Landkreis G&ouml;ttingen auf Bioenergie Schlagzeilen. 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