{"id":8810,"date":"2006-03-15T00:00:00","date_gmt":"2006-03-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060315-04n"},"modified":"2006-03-15T00:00:00","modified_gmt":"2006-03-14T22:00:00","slug":"oekologisch-bauen-mit-holz-stroh-und-lehm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oekologisch-bauen-mit-holz-stroh-und-lehm\/","title":{"rendered":"\u00d6kologisch Bauen mit Holz, Stroh und Lehm"},"content":{"rendered":"<p><b>Energieverbrauch, Innenraumklima, Ressourcenschutz, Regionalit\u00e4t: Diese vier Faktoren bestimmen im Wesentlichen, ob ein Haus \u00f6kologisch &#8211; und das hei\u00dft in der Regel auch &#8211; gesund ist oder nicht. Die modernen Baustoffe, die diesen vier Faktoren entsprechen, sind in Wirklichkeit alt bekannt: Holz, Lehm, Stroh und Schilf.<\/b> <\/p>\n<p>Holz, Stroh, Schilf und Lehm sind regionale Rohstoffe, die nicht nur fr\u00fcher, sondern auch heute noch fast \u00fcberall in Europa lokal vorkommen. Tats\u00e4chlich sind die \u00e4ltesten, mehrere Jahrhunderte alten Wohnh\u00e4user Europas eben auf diesen drei 100 Prozent \u00f6kologischen Baustoffen aufgebaut, w\u00e4hrend unsere Betonkl\u00f6tze oder Betonbr\u00fccken des 20. Jahrhunderts teilweise bereits nach 50 Jahren bauf\u00e4llig oder sanierungsbed\u00fcrftig sind. Aber nicht nur dies. Lehm ist auch gut f\u00fcr das Innenraumklima. <\/p>\n<p>&#8220;Immer mehr Bauherrinnen und Bauherren fordern ein Energie- und Kosten sparendes Bauen, legen Wert auf ein gesundes, ausgeglichenes Raumklima und begreifen, dass der nat\u00fcrliche Baustoff Lehm den industriellen Baumaterialien wie Beton, Ziegel, Kalksandstein und Porenbeton \u00fcberlegen ist&#8221;, schreibt die Fachhochschule Weihenstephan im Rahmen ihres Projektes <a href=\"http:\/\/www.fh-weihenstephan.de\/fgw\/ila\/recyprok\/\" >Recyprok<\/a>. <\/p>\n<p>&#8220;Lehm z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Baustoffen der Welt und war in Mitteleuropa bis vor etwa 100 Jahren auch entsprechend weit verbreitet&#8221;, best\u00e4tigt das \u00f6sterreichische <a href=\"http:\/\/www.baubiologie.at\/\" >Institut f\u00fcr Baubiologie und -\u00f6kologie (IBO)<\/a> und fasst die weiteren Vorteile von Lehm als Baustoff zusammen. <\/p>\n<p>&#8220;Lehm gibt keine Schadstoffe ab, hat keine bekannten Wirkungen auf Allergiker und besitzt in Summe gute baubiologische Eigenschaften. Lehm ist billig, nahezu \u00fcberall verf\u00fcgbar und braucht f\u00fcr seine Herstellung vergleichsweise wenig Energie. Entsorgungstechnisch bereitet Lehm nahezu keine Probleme: Er wird wieder zu Erde.&#8221; <\/p>\n<p><b>Heimisches Holz haben wir genug<\/b> <\/p>\n<p>Die \u00d6ko-Bilanz von Holz ist \u00e4hnlich gut. &#8220;Ein wesentlicher Vorteil des Baustoffes Holz war und ist, dass er nahezu \u00fcberall verf\u00fcgbar ist und ohne gr\u00f6\u00dferen Energie- und Maschineneinsatz abgebaut werden kann&#8221;, so die Weihenstephaner Bauforscher. <\/p>\n<p>Keine Angst. Urwald wird f\u00fcr echte \u00d6ko-H\u00e4user nicht verloren gehen. Solange Bio-Bauherren oder Bio-Holzhausproduzenten keine Tropenh\u00f6lzer oder aus \u00f6stlichen L\u00e4ndern importierte H\u00f6lzer verwenden, muss kein Urwald sterben. Diese H\u00f6lzer brauchen wir auch gar nicht! Bei uns gibt es heimisches Holz genug. <\/p>\n<p>&#8220;Die urspr\u00fcnglichen Waldfl\u00e4chen, die sich in Deutschland zu Kultur- und Wirtschaftsfl\u00e4chen entwickelten, werden seit 200 Jahren nach dem Nachhaltigkeitsprinzip bewirtschaftet. Das bedeutet, dass mehr Holz aufgeforstet als gerodet wird&#8221;, schreibt die FH Weihenstephan. Pro Jahr w\u00fcchsen 60 Millionen Kubikmeter Holz in Bayern nach, von denen derzeit gut zwei Drittel genutzt w\u00fcrden. <\/p>\n<p>&#8220;Nicht nur aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden ist die Verwendung von Holz sinnvoll&#8221;, so die Baustoff-Forscher. &#8220;Auch die \u00f6kologischen Aspekte d\u00fcrfen nicht au\u00dfer Acht gelassen werden. Holz ist der \u00f6kologische Baustoff schlechthin. Generell ben\u00f6tigen H\u00f6lzer bei der Erzeugung, Gewinnung und Verarbeitung wenig Energie.&#8221; Und bei heimischen H\u00f6lzern werde auf Grund der kurzen Transportwege der Energieverbrauch zus\u00e4tzlich verringert. Abfallprodukte k\u00f6nnten ebenfalls weiter verwendet werden. Dar\u00fcber hinaus sei die R\u00fcckf\u00fchrung in den nat\u00fcrlichen Kreislauf ohne Probleme m\u00f6glich. <\/p>\n<p>Der dritte traditionelle \u00d6ko-Baustoff im Bunde ist Stroh. Dieser l\u00e4sst sich generell aus jeder Grasart herstellen. Bei uns \u00fcbliches Stroh besteht meist aus den Resten der Getreideernte, also in der Regel aus den St\u00e4ngeln von Weizen, Hafer, Roggen und Gerste. Als D\u00e4mm- und Baustoff ist er kaum schlagbar. <\/p>\n<p>&#8220;Die Verwendung von Stroh als D\u00e4mmstoff&#8221;, so das IBO, &#8220;besitzt entgegen vieler Vorbehalte von alters her lange Tradition: Bereits um 1900 wurde diese Technik vor allem in den USA eingesetzt, um schnell, kosteng\u00fcnstig, einfach und effizient H\u00e4user zu bauen. Erst in den Siebzigerjahren sprang diese Technologie nach Mitteleuropa \u00fcber. Bislang wurden weltweit mehr als 10.000 Niedrigenergieh\u00e4user mit Strohd\u00e4mmung errichtet.&#8221; <\/p>\n<p>Die wichtigsten Vorteile des Strohs: Stroh wird aus dem Abfallmaterial eines nachwachsenden Rohstoffes, Getreide, gewonnen; es w\u00e4chst j\u00e4hrlich nach, ist kosteng\u00fcnstig und ist vollst\u00e4ndig \u00f6kologisch abbaubar. Au\u00dferdem ist es im verdichteten Zustand und richtig verarbeitet so gut wie nicht brennbar! <\/p>\n<p><b>Vom Ufer aufs Dach<\/b> <\/p>\n<p>Als Dachmaterial eines Bio-Hauses eignet sich das altbekannte Schilf. Sein Einsatz hat nichts mit Romantik oder damit zu tun, dass sich die Bauherren vielleicht keine gebrannten &#8211; und damit fossile oder Holzenergie verbrauchenden &#8211; Dachziegel leisten konnten. <\/p>\n<p>Schilfd\u00e4cher kennen wir heutzutage zwar fast nur noch aus dem Norden oder Osten Europas. Doch Schilf wuchs einst nicht nur in gro\u00dfen Mengen an der Ostseek\u00fcste oder in Ungarn und \u00d6sterreich am ber\u00fchmten Neusiedler See. Schilf war fr\u00fcher in gro\u00dfen Mengen an fast allen Fl\u00fcssen und Seen Deutschlands vorhanden &#8211; vor der Zeit der Flussbegradigungen und Flurbereinigungen. Das k\u00f6nnte auch k\u00fcnftig wieder so werden, womit wir uns nicht nur einen nachhaltigen, energetisch g\u00fcnstigen Rohstoff f\u00fcr gesunde D\u00e4cher wieder beschaffen. Mehr Schilf an Fl\u00fcssen, Seen und T\u00fcmpeln bedeutet auch wieder mehr Lebensraum f\u00fcr unsere schwindende, an Feuchtbiotope angepasste Tierwelt. <\/p>\n<p>Schilf hat deutliche \u00f6kologische Vorteile. Erstens ist es ein wirklich \u00f6kologisch nachwachsender Rohstoff, den man nicht genetisch manipulieren oder mit Pestiziden bespr\u00fchen muss. Die FH Weihenstephan bescheinigt au\u00dferdem: &#8220;Schilf ist besonders feuchtigkeitsresistent und atmungsf\u00e4hig.&#8221; Und noch einen Vorteil hat Schilf. Produktion und Verarbeitung des Schilfes verbraucht so gut wie keine Energie, aber daf\u00fcr umso mehr Handarbeit. <\/p>\n<p>Und was braucht unsere Gesellschaft mehr? Hohen Energieverbrauch oder neue, nachhaltige Jobs? <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Energieverbrauch, Innenraumklima, Ressourcenschutz, Regionalit&auml;t: Diese vier Faktoren bestimmen im Wesentlichen, ob ein Haus &ouml;kologisch &#8211; und das hei&szlig;t in der Regel auch &#8211; gesund ist<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-8810","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8810","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8810"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8810\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8810"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8810"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8810"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=8810"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}