{"id":88049,"date":"2021-05-11T07:26:59","date_gmt":"2021-05-11T05:26:59","guid":{"rendered":"https:\/\/news.bio-based.eu\/?p=88049"},"modified":"2021-09-09T21:05:57","modified_gmt":"2021-09-09T19:05:57","slug":"geld-verdienen-mit-co2-bietet-der-klimawandel-oekonomische-chancen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/geld-verdienen-mit-co2-bietet-der-klimawandel-oekonomische-chancen\/","title":{"rendered":"Geld verdienen mit CO2: Bietet der Klimawandel \u00f6konomische Chancen?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_88054\" aria-describedby=\"caption-attachment-88054\" style=\"width: 552px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88054\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/06\/210225_CO2-Konversion_JoFa.jpg\" alt=\"210225_CO2-Konversion_JoFa\" width=\"552\" height=\"238\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-88054\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Fraunhofer IGB<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Seit dem 1. Januar 2021 werden die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Kraftstoffe bepreist. Damit wirkt sich der Klimawandel direkt nachteilig auf die produzierende Industrie aus: H\u00f6here Kosten in Produktionsprozessen, in denen fossile Brennstoffe genutzt werden, limitieren zuk\u00fcnftig vermehrt deren Wirtschaftlichkeit. K\u00f6nnen die mit der Bepreisung von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen verbundenen Kosten f\u00fcr Unternehmen gesenkt werden? Kann der Aussto\u00df von CO<sub>2<\/sub> durch innovative und biointelligente Prozesse oder Prozessketten reduziert und dabei Geld verdient werden?<\/strong><\/p>\n<h3>Die Antwort auf alle diese Fragen ist: Ja!<\/h3>\n<p>Wenn es um Kohlenstoffdioxid, kurz CO<sub>2<\/sub>, geht, wird meist vom Klimakiller gesprochen. Was\u00a0w\u00e4re aber, wenn CO<sub>2<\/sub> ein wertvoller Rohstoff w\u00e4re? Eine nahezu unbegrenzte Ressource, die global gleich verteilt vorliegt und auch aus Abgasstr\u00f6men industrieller Verbrennungsprozesse und aus weiteren sogenannten Punktquellen (Quellen von Gasstr\u00f6men mit hohem CO2-Gehalt) gewonnen werden kann. Eine sicherere Rohstoffquelle kann aus Sicht eines produzierenden Unternehmens kaum existieren.<\/p>\n<h3>Kohlenstoffdioxid: Rohstoff aus Atmosph\u00e4re und Abgasstr\u00f6men<\/h3>\n<p>Der Haken: Als Endprodukt der Energiegewinnung durch Verbrennung ist CO<sub>2<\/sub> energiearm. Um CO<sub>2<\/sub> nutzbar zu machen, muss Energie zugef\u00fchrt werden. Das kostet Geld. Weiterhin ist die CO<sub>2<\/sub>-Konzentration in der Luft trotz des drastischen Anstiegs der letzten Jahrzehnte mit rund 0,04 Prozent im Verh\u00e4ltnis zu den anderen Bestandteilen der Luft gering. Die Aufkonzentrierung vor einer Nutzung ist unvermeidlich. Die Technologie, atmosph\u00e4risches CO<sub>2<\/sub> verf\u00fcgbar zu machen, indem es aus der Luft gefiltert wird, existiert heute schon in Form von Luft-W\u00e4schern der Schweizer Firma Climeworks. Auch das erfordert Know-how und kostet viel Energie und letztendlich viel Geld.<\/p>\n<p>Anders sieht es bei Abgasstr\u00f6men aus, die nat\u00fcrlicherweise eine erh\u00f6hte CO<sub>2<\/sub>-Konzentration aufweisen, wie beispielsweise in der Zement- und Stahlindustrie. Diese Punktquellen, wie sie in der produzierenden Industrie in der Regel vorkommen, bieten die M\u00f6glichkeit, CO<sub>2<\/sub> nicht als Abfallprodukt, sondern als Zwischenprodukt in einer integrierten Wertsch\u00f6pfungskette zu betrachten: Aus dem problematischen Abfallprodukt des einen Prozesses wird der Rohstoff f\u00fcr eine erneute Wertsch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Emissionen senken und gleichzeitig CO<sub>2<\/sub> als Wertstoff f\u00fcr die Chemiebranche nutzen<br \/>\nEine solche Verwertung bei steigenden Bepreisungen von CO<sub>2<\/sub> in den kommenden Jahren auf nationaler als auch auf europ\u00e4ischer Ebene l\u00e4sst gleich zwei \u00f6konomische Hebel zu:<\/p>\n<ul>\n<li>Zum einen kann durch aktives Absenken der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bares Geld gespart werden.<\/li>\n<li>Zum anderen kann CO<sub>2<\/sub> in chemische Wertprodukte und Plattformchemikalien \u00fcberf\u00fchrt und somit einer kommerziellen Verwertung zugef\u00fchrt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Derartige CO<sub>2<\/sub>-basierte Technologien erm\u00f6glichen die Etablierung von \u00f6konomisch tragf\u00e4higen und nachhaltigen Prozessen. Ein Vorreiter in der Entwicklung solcher Technologiekonzepte ist das neuseel\u00e4ndische Unternehmen Lanzatech. Zun\u00e4chst wird Kohlenstoffdioxid\u00a0mit Wasserstoff (H<sub>2<\/sub>) zu Kohlenmonoxid umgesetzt. Das resultierende Synthesegas, eine Mischung aus CO und H<sub>2<\/sub> wird von acetogenen Mikroorganismen in einer Gasfermentation zu Acetat und Ethanol umgesetzt. Allerdings ist die Gasfermentation aus mikrobiologischer und verfahrenstechnischer Sicht noch limitiert.<\/p>\n<h3>Auf dem Laufenden bleiben mit der Blog-Reihe \u00bbGeld verdienen mit CO<sub>2<\/sub>\u00ab<\/h3>\n<p>Doch welche weiteren Alternativen gibt es, die energiearme Verbindung CO<sub>2<\/sub> einem Kreislauf zuzuf\u00fchren? Welche Technologien existieren bereits heute, um eine Wertsch\u00f6pfung aus CO<sub>2<\/sub> in einer klimafreundlichen Wirtschaft zu etablieren? Bisherige Technologien umfassen das Power-to-X-Konzept, in dem energiereiche chemische Verbindungen mittels \u00dcberschussstrom als Energiespeicher hergestellt werden. Beispielsweise haben unsere Kolleginnen und Kollegen am Fraunhofer IGB, zumeist in Zusammenarbeit mit anderen Fraunhofer-Instituten oder Firmen, erfolgreich die Synthese von Ethen, Ameisens\u00e4ure oder Methanol demonstriert.<\/p>\n<p>Am Fraunhofer IGB gehen wir aber noch einen Schritt weiter. Es zeichnen sich nun interdisziplin\u00e4re Forschungserfolge ab, in denen wir technologische Ans\u00e4tze aus der katalytischen Chemie und der Biotechnologie im Sinne der Biointelligenz gewinnbringend miteinander verkn\u00fcpfen. Wir k\u00f6nnen zum Beispiel mit Hilfe von Mikroorganismen aus CO<sub>2<\/sub> hergestellte Ameisens\u00e4ure in Fermentationsprozessen weiterverarbeiten. Solche Prozesskaskaden sind eine Erweiterung des Power-to-X-Konzepts und wir beschreiben sie als Power-to-X-to-Y-Verfahren. Durch diese Verfahren lassen sich Syntheserouten f\u00fcr einen weiten Bereich chemischer Produkte mit hoher Wertsch\u00f6pfung entwickeln, basierend auf der Nutzung von Kohlenstoffdioxid\u00a0als Rohstoff. Auf diese Weise wird der dringend gesuchte Weg in ein Zeitalter der Unabh\u00e4ngigkeit von fossilen Ressourcen geebnet.<\/p>\n<p>Wie dieser Weg aussehen kann, welche Prozesse und Prozessketten dahinterstehen und was f\u00fcr Technologien existieren und noch ben\u00f6tigt werden, wird die Blog-Reihe \u00bbGeld verdienen mit CO<sub>2<\/sub>\u00ab untersuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 1. Januar 2021 werden die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Kraftstoffe bepreist. Damit wirkt sich der Klimawandel direkt nachteilig auf die produzierende Industrie aus: H\u00f6here Kosten in Produktionsprozessen, in denen fossile Brennstoffe genutzt werden, limitieren zuk\u00fcnftig vermehrt deren Wirtschaftlichkeit. K\u00f6nnen die mit der Bepreisung von CO2-Emissionen verbundenen Kosten f\u00fcr Unternehmen gesenkt werden? Kann [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,5571],"tags":[10744,15938,10743],"supplier":[649,3148,2392],"class_list":["post-88049","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-co2-based","tag-carboncapture","tag-powertox","tag-useco2","supplier-fraunhofer-institut-fuer-grenzflaechen-und-bioverfahrenstechnik-igb","supplier-fraunhofer-institut-fuer-produktionstechnik-und-automatisierung-ipa","supplier-lanzatech"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88049","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88049"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88049\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88049"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88049"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88049"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=88049"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}