{"id":8779,"date":"2006-01-20T00:00:00","date_gmt":"2006-01-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060120-01n"},"modified":"2006-01-20T00:00:00","modified_gmt":"2006-01-19T22:00:00","slug":"neues-grossprojekt-bioenergiepark-fuer-250-millionen-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neues-grossprojekt-bioenergiepark-fuer-250-millionen-euro\/","title":{"rendered":"Neues Gro\u00dfprojekt: Bioenergiepark f\u00fcr 250 Millionen Euro"},"content":{"rendered":"<p> <b>Die <a href=\"http:\/\/www.neue-vermoegen.de\/\" >Neue Verm\u00f6gen AG<\/a> und die <a href=\"http:\/\/www.bioma-energie.at\/\" >BioMA Energie AG<\/a> planen den Bau eines Bioenergieparks in der Gemeinde Tacherting in Nachbarschaft zu Degussa und Linde. Das in dieser Form weltweit einzigartige Gro\u00dfprojekt mit einem Investitionsvolumen von rund 250 Millionen Euro soll im Endausbau in sp\u00e4testens drei Jahren rund 200 neue Arbeitspl\u00e4tze bieten.<\/b><\/p>\n<p>Die Pl\u00e4ne sehen f\u00fcr den Standort ein ganzheitliches Fl\u00e4chennutzungskonzept vor, das verschiedene Technologien unter einem Dach vereint und eine nach heutigem Stand der Technik optimale Nutzung nachwachsender Rohstoffe f\u00fcr die Erzeugung von Strom, W\u00e4rme und Biokraftstoffen bei minimaler Belastung der Umwelt erlaubt. In Erg\u00e4nzung dazu ist ein Erlebnispark mit Besucherzentrum vorgesehen.<\/p>\n<p>Die Finanzierung des Projekts liegt in den H\u00e4nden der Initiatoren &#8211; der BioMa Energie AG, die bereits vier Bio-Masse-Kraftwerke in \u00d6sterreich gebaut hat und betreibt sowie ihrer Muttergesellschaft, dem in Traunstein ans\u00e4ssigen unabh\u00e4ngigen Verm\u00f6gensverwalter Neue Verm\u00f6gen AG &#8211; und einem deutsch-\u00f6sterreichischen Bankenkonsortium. <\/p>\n<p>Die Neue Verm\u00f6gen AG hat sich seit ihrer Gr\u00fcndung vor rund sieben Jahren als eine der ersten Adressen der Branche in ganz Deutschland entwickelt. Vorstand Ferdinand Fiedler, selbst seit Generationen in der Region verwurzelt, bekennt sich dar\u00fcber hinaus zu einer Leidenschaft f\u00fcrs Holz. In seiner Freizeit bewirtschaftet er ein S\u00e4gewerk f\u00fcr St\u00e4mme in \u00dcbergr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Betrieben werden soll der Bioenergiepark von einer noch zu gr\u00fcndenden Gesellschaft, an der sich auch Anleger aus der Region beteiligen k\u00f6nnen. Fiedler kalkuliert mit einem k\u00fcnftigen Jahresumsatz von rund 100 Mio. Euro und Ertr\u00e4gen von 25 bis zu 40 Millionen, haupts\u00e4chlich \u00fcber Strom-, W\u00e4rme- und Kraftstoffverkauf, aber auch durch das Besucherzentrum.<\/p>\n<p>Das Projekt, das die Initiatoren jetzt gemeinsam in Tacherting vorstellten, hat bereits im Vorfeld erste H\u00fcrden genommen. Die technischen Anlagen sollen auf einem Grundst\u00fcck der Degussa, das bereits als Industriegebiet gewidmet ist, entstehen. <\/p>\n<p>Der in der Nachbarschaft konzipierte Erlebnispark zum Thema nachwachsende Rohstoffe soll auf einem Mischgebiet gebaut werden. Um Verfahren, die sich alle im Rahmen der Widmungen bewegen sollen, zu beschleunigen, hat die Regierung von Oberbayern bereits die Kompetenzen an das Landratsamt Traunstein \u00fcbertragen. <\/p>\n<p>Wie sehr sich das Thema Bioenergie und ihre intelligente Nutzung als Attraktion entwickeln kann, das belegen die Initiatoren mit einem Kraftwerk, das die BioMa bereits in Pfaffenhofen betreibt.<\/p>\n<p>Die Gemeinde Tacherting stehe \u00fcberdies voll zu dem Projekt, betonte B\u00fcrgermeister Rudolf Schenkl jetzt bei der Pr\u00e4sentation im Rathaus. Auch der erste Info-Termin mit Anliegern ist f\u00fcr das Projekt positiv verlaufen.<\/p>\n<p>Der Technologiepark soll zudem eng mit der Grundlagenforschung und den anwendungsorientierten Forschungsaktivit\u00e4ten im Bereich der erneuerbaren Energien verzahnt werden.In diesem Kontext ist der Aufbau eines Kompetenzzentrums zur Erforschung und Weiterentwicklung von Verfahren zur Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen geplant. <\/p>\n<p>Die Projektinitiatoren verstehen diesen Teil des Bioenergieparks dabei als Erg\u00e4nzung zu dem <a href=\"http:\/\/www.konaro.bayern.de\/\" >Kompetenzzentrum f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe<\/a> in Straubing, in dem die Staatsregierung die Aktivit\u00e4ten rund um die nachwachsenden Rohstoffe in Bayern geb\u00fcndelt hat.<\/p>\n<p>Der Bioenergiepark soll aber auch eine wichtige Vorf\u00fchr- und Vorbildfunktion erf\u00fcllen. Hierzu soll vor allem das in den Technologiepark eingebundene Begegnungszentrum dienen.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.degussa.de\/\" >Degussa<\/a> unterst\u00fctze die Ansiedlung des Bioenergieparks mit allen ihr zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln, bekr\u00e4ftigten jetzt Dr. Joachim Semel und Stefan Greger f\u00fcr die Standorte an der Alz. <\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rte Ziel der Projektinitiatoren wie auch der Degussa AG ist es, wie sie in Tacherting erkl\u00e4rten, &#8220;den s\u00fcdostbayerischen Standort zu sichern und die regionale Industrie und damit letztlich auch die Region insgesamt wirtschaftlich zu st\u00e4rken.&#8221;<\/p>\n<p>Konkret sollen in dem Bioenergiepark ein Biomasse-Heizkraftwerk sowie Produktionsanlagen f\u00fcr die Herstellung von Biokraftstoffen (Biodiesel und Bioethanol) und Holzpellets entstehen. Als Energietr\u00e4ger sollen ausschlie\u00dflich unbelastete nat\u00fcrliche Rohstoffe &#8211; Holz, Getreide und \u00d6lsaaten, vorwiegend aus der Region &#8211; zum Einsatz kommen. <\/p>\n<p>Unter diesen Bedingungen gilt die W\u00e4rme- und Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen als zukunftsweisend, da hierbei nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie bei dem Wachstum der Pflanzen zuvor gebunden wurde und die Stickoxidbelastung deutlich unter den strengen gesetzlichen Grenzwerten bleibt.<\/p>\n<p>Als weiteren Pluspunkt nennt Ferdinand Fiedler: &#8220;Durch die Einbindung der heimischen Land- und Forstwirtschaft in den Kreislauf bleibt ein hoher Teil der finanziellen Wertsch\u00f6pfung in der Region.&#8221;<\/p>\n<p>So sollen im Bioenergiepark selbst \u00fcber 200 neue Arbeitspl\u00e4tze entstehen. Die indirekten Besch\u00e4ftigungseffekte, etwa in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Tourismus- und Gastronomiegewerbe, sind hierin noch nicht ber\u00fccksichtigt. <\/p>\n<p>Fiedler: &#8220;Dabei k\u00f6nnte sich der Bioenergiepark durchaus zu einem neuen Besuchermagneten der Tourismusregion Chiemgau entwickeln.&#8221; Damit leiste das Vorhaben zugleich einen Beitrag zu dem unter der \u00dcberschrift &#8220;High-Tech in S\u00fcdostbayern&#8221; angestrebten Strukturwandel im Bayerischen Chemiedreieck.<\/p>\n<p>Rund 400.000 Tonnen Getreide &#8211; Roggen und Weizen &#8211; und rund 150.000 Tonnen \u00d6lsaaten &#8211; Raps, Leindotter und Sonnenblumen &#8211; sollen den Pl\u00e4nen zufolge in der ersten Ausbaustufe verarbeitet werden. <\/p>\n<p>Damit lassen sich pro Jahr etwa 50.000 Tonnen Biodiesel und etwa 120.000 Tonnen Bioethanol herstellen &#8211; genug um 25.000 bzw. 50.000 Kraftfahrzeuge mit einer j\u00e4hrlichen Fahrleistung von 20.000 Kilometern ein Jahr lang mit reinem Biokraftstoff zu versorgen. Etwa 90 Prozent der Logistik sollen \u00fcber den Bahnanschluss des Standorts abgewickelt werden.<\/p>\n<p>Das Biomasse-Heizkraftwerk ist f\u00fcr rund 20 Megawatt Stromleistung und etwa 80 bis 90 Megawatt W\u00e4rmeleistung ausgelegt, genug um rund 40.000 Haushalte und die Firmen vor Ort Jahr f\u00fcr Jahr mit Strom und W\u00e4rme zu versorgen. <\/p>\n<p>Zum Vergleich: In herk\u00f6mmlichen Kraftwerken w\u00e4ren hierzu etwa 70 Millionen Liter Heiz\u00f6l pro Jahr notwendig. Die Brennr\u00fcckst\u00e4nde sollen als mineralischer D\u00fcnger den Weg zur\u00fcck in die B\u00f6den der Land- und Forstwirte finden. <\/p>\n<p>In der Pellet-Produktionsanlage sollen mit dem Biostrom und der bei der Stromproduktion anfallenden W\u00e4rme j\u00e4hrlich rund 30.000 Tonnen Holzpellets hergestellt werden, die als umweltschonende Alternative zu fossilen Brennstoffen in Feuerungsanlagen f\u00fcr die W\u00e4rmegewinnung genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Realisierung des Projekts h\u00e4ngt nun noch vom Ausgang des Baugenehmigungsverfahrens und der Entwicklung der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen ab. <\/p>\n<p>Der Koalitionsvertrag der Gro\u00dfen Koalition hatte in seiner urspr\u00fcnglichen Fassung eine Abl\u00f6sung der in Deutschland bislang bestehenden Steuerbeg\u00fcnstigung f\u00fcr Biokraftstoffe durch eine Beimischungspflicht vorgesehen. <\/p>\n<p>Diese Formulierung im Koalitionsvertrag hatte Anlass zu Spekulationen \u00fcber die Zukunft der in Deutschland bereits erfolgreich etablierten Vermarktung von reinen Biokraftstoffen gegeben, denn ein vollst\u00e4ndiger Wegfall der Steuerbeg\u00fcnstigung w\u00fcrde f\u00fcr die Vermarktung von reinen Biokraftstoffen aus Deutschland das Aus bedeuten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Neue Verm&ouml;gen AG und die BioMA Energie AG planen den Bau eines Bioenergieparks in der Gemeinde Tacherting in Nachbarschaft zu Degussa und Linde.<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-8779","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8779","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8779"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8779\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8779"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8779"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8779"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=8779"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}