{"id":8749,"date":"2006-01-31T00:00:00","date_gmt":"2006-01-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060131-01n"},"modified":"2006-01-31T00:00:00","modified_gmt":"2006-01-30T22:00:00","slug":"nachwachsende-rohstoffe-halten-einzug-in-die-kunststoffindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachwachsende-rohstoffe-halten-einzug-in-die-kunststoffindustrie\/","title":{"rendered":"Nachwachsende Rohstoffe halten Einzug in die Kunststoffindustrie"},"content":{"rendered":"<p><b>Der <a href=\"http:\/\/www.ibaw.org\/\" >Industrieverband f\u00fcr Biokunststoffe, IBAW<\/a>, zeichnet mit Blick auf das vergangene Jahr ein positives Bild der Branche. Der europ\u00e4isch ausgerichtete Verband hatte 2005 eine Rekordzahl an Mitgliederzug\u00e4ngen registriert.<\/b><\/p>\n<p>Bemerkenswert sei dabei, dass sich neben f\u00fchrenden Herstellern und Verarbeitern von Biokunststoffen nun auch gro\u00dfe Markenartikler und Agrarrohstoffunternehmen engagierten. <\/p>\n<p>F\u00fcr die zunehmende Bedeutung der Innovation sieht der Verband verschiedene Gr\u00fcnde. Die verbesserte Funktionalit\u00e4t der Werkstoffe und ein wachsender Markt steigern das Interesse. Dar\u00fcber hinaus spielen das Risiko der Importabh\u00e4ngigkeit und die Kostensteigerungen bei fossilen Rohstoffen ebenso eine Rolle wie der Klimawandel, dessen negative Auswirkungen zunehmend sichtbar werden. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe wird deshalb in der Kunststoffindustrie mit immer mehr Nachdruck verfolgt.<\/p>\n<p>Die Preiserh\u00f6hungen von 30-80% bei konventionellen Kunststoffen im Jahr 2005 motivieren viele Unternehmen, nach alternativen Produkten Ausschau zu halten. <\/p>\n<p>Einige Biokunststoffprodukte haben bereits heute die volle Wettbewerbsf\u00e4higkeit erreicht. Generell ist der Preisabstand agrarrohstoffbasierter Werkstoffe zu Standardkunststoffen erheblich geringer geworden; Zucker und St\u00e4rke waren 2005 preisg\u00fcnstigere Rohstoffe als Erd\u00f6l.<\/p>\n<p>Langfristige Perspektiven leiten sich zudem aus zuk\u00fcnftig gr\u00f6\u00dferen Anlagen mit weiter verbesserter Wirtschaftlichkeit ab. Die Anzahl der Hersteller von Biokunststoffprodukten nimmt weltweit stark zu, der wachsende Wettbewerb d\u00fcrfte die Entwicklung noch beschleunigen, so der Verband.<\/p>\n<p>Das gestiegene Interesse des Marktes ist auch eine Folge der zahlreichen Fortschritte bei der Technologie- und Produktentwicklung. In ersten bedeutsamen Anwendungsbereichen von Biokunststoffen erreichen die Produkte heute das Niveau von erd\u00f6lbasierten Standardkunststoffen. <\/p>\n<p>Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei Anwendungen im Verpackungsbereich, in der Landwirtschaft und Entsorgungswirtschaft. Gro\u00dfe Hersteller von Mobilfunkger\u00e4ten, Computern und Unterhaltungselektronik meldeten 2005 ebenfalls Fortschritte bei der Nutzung von Biomaterialien. <\/p>\n<p>Intensiv verfolgt wird die Kombination von bereits kommerzialisierten Biowerkstoffen untereinander. Dadurch entstehen neue funktionelle Eigenschaften und spezifische Vorteile. Entwicklungsschwerpunkt sind au\u00dferdem Mehrschichtfolien mit modifizierten Eigenschaften. Damit lie\u00dfen sich beispielsweise die Barriereeigenschaften von Packmitteln verbessern.<\/p>\n<p>Der Verband weist auf die Notwendigkeit der Etablierung erneuerbarer Rohstoffquellen hin: Industrie und Gesellschaft sind hochgradig abh\u00e4ngig von fossilen Rohstoffen. Dies betrifft nicht nur die Energieversorgung, die heute im Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen steht, sondern auch wichtige Produktbereiche wie den Kunststoffsektor. <\/p>\n<p>Der starke Anstieg des Roh\u00f6lpreises und die durch politische Konflikte ausgel\u00f6ste Unsicherheit bei der Rohstoffversorgung bringen erhebliche Risiken f\u00fcr die Kunststoffbranche mit sich. &#8220;Angesichts der bei Kunststoffen \u00fcblichen 20-30 Jahre langen Entwicklungszeitr\u00e4ume von der Erfindung bis zum breiteren Einsatz muss rechtzeitig nach Alternativen gesucht werden&#8221;, erl\u00e4utert Harald Kaeb, IBAW Vorsitzender. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Unternehmen bedeutet dies jedoch auch ein erhebliches Risiko, denn noch besetzen die Produkte lediglich Nischenm\u00e4rkte. Experten sch\u00e4tzen das technische Nutzungspotenzial von Biokunststoffen auf ca. 10% des heutigen Kunststoffmarktes von 40 Millionen Tonnen in Europa. <\/p>\n<p>Um es auszusch\u00f6pfen, sind Milliardeninvestitionen, vor allem f\u00fcr den Aufbau von gr\u00f6\u00dferen Produktionsanlagen, zu leisten. Die IBAW weist deshalb auf die hierf\u00fcr notwendigen unterst\u00fctzenden Rahmenbedingungen hin. Im Vergleich zur F\u00f6rderung erneuerbarer Energien und von Biotreibstoffen sind diese f\u00fcr Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen kaum entwickelt. <\/p>\n<p>Ein erstes positives Beispiel einer Ma\u00dfnahme zur F\u00f6rderung der Technologie ist die seit Mai 2005 g\u00fcltige Privilegierung von Bioverpackungen in der Deutschen Verpackungsverordnung. Der Verband fordert dazu auf, weitere Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine breite Markteinf\u00fchrung zu entwickeln. <\/p>\n<p>Die Biokunststoffindustrie stehe stellvertretend f\u00fcr einen Wandel, der in den n\u00e4chsten Jahrzehnten weitere vom Erd\u00f6l abh\u00e4ngige Produktbereiche erfassen wird, so Kaeb. <\/p>\n<p>Nachwachsende Rohstoffe sind eine gute L\u00f6sung: sie wachsen auch in L\u00e4ndern, welche \u00fcber keine Erd\u00f6lreserven verf\u00fcgen, und sie schonen das Klima durch geringere Kohlenstoffdioxid-Emissionen. <\/p>\n<p>Mit umgerechnet 2-3 Tonnen Biokunststoffproduktion je Hektar Ackerland k\u00f6nnen Millionen Tonnen Kunststoffe in der Landwirtschaft erzeugt und Fl\u00e4chenstilllegungen in Europa vermieden werden. &#8220;Wir k\u00f6nnen auch anders&#8221;, davon ist Kaeb \u00fcberzeugt, &#8220;was jetzt gebraucht wird, ist eine breitere Fahrrinne und noch mehr Schub, damit die Chancen der Biokunststofftechnologie schnellstm\u00f6glich nutzbar gemacht werden&#8221;.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ibaw.org\/\" >Interessengemeinschaft Biologisch Abbaubare Werkstoffe<\/a><br \/>Harald K\u00e4b<br \/>Marienstra\u00dfe 19\/20<br \/>10117 Berlin<br \/>Tel.: 030-284823-51<br \/>Fax: 030\/284823-59<br \/>E-mail: <a href=\"mailto:kaeb@ibaw.org\">kaeb@ibaw.org<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/abfallpolitik-starke-folie-aus-staerke\/\" >2005-06-14<\/a> und Veranstaltungshinweis vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/\/\" >2006-02-17<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Industrieverband f&uuml;r Biokunststoffe, IBAW, zeichnet mit Blick auf das vergangene Jahr ein positives Bild der Branche. 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