{"id":8743,"date":"2006-01-31T00:00:00","date_gmt":"2006-01-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060131-05n"},"modified":"2006-01-31T00:00:00","modified_gmt":"2006-01-30T22:00:00","slug":"ngos-stellen-gemeinsame-papiervision-whrend-der-paper-world-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ngos-stellen-gemeinsame-papiervision-whrend-der-paper-world-vor\/","title":{"rendered":"NGOs stellen gemeinsame Papiervision w&auml;hrend der &#8220;Paper World&rdquo; vor"},"content":{"rendered":"<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20060131-05\/Klopapier__front.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Bild\"\/><b>Eine Koalition aus fast 50 Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) aus 21 L\u00e4ndern stellte am 27. Januar 2006 ihre Gemeinsame Vision f\u00fcr einen Wandel der Papierindustrie in Europa vor. <\/p>\n<p>Diese Pr\u00e4sentation fand w\u00e4hrend der <a href=\"http:\/\/paperworld.messefrankfurt.com\/frankfurt\/de\/home.html\" >Paper World<\/a>, der internationalen Messe f\u00fcr den Papierhandel in Frankfurt statt. Es ist das erste Mal, dass sich NGOs europaweit zu Themenkomplex Papier zusammengeschlossen haben.<\/b><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>Auf lange Sicht stellen sich die NGOs ein k\u00fcnftiges Europa vor, in dem 50 Prozent weniger Papier verbraucht wird, produziert von einer Industrie, die weniger abh\u00e4ngig von Prim\u00e4rfasern aus Holz ist, die Recycling-Material maximal nutzt, die die Artenvielfalt sch\u00fctzt, die die Landrechte der Bev\u00f6lkerung vor Ort respektiert, die f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze sorgt und die soziale Verh\u00e4ltnisse schafft, die nutzbringend, konfliktfrei und gerecht sind. <\/p>\n<p>&#8220;Wir w\u00fcnschen uns ein Europa, dessen Papier aus verantwortungsvoller und nachhaltiger Waldwirtschaft stammt und ausschlie\u00dflich unter Nutzung erneuerbarer Energien hergestellt wurde, mit Wasser, das am Ende der Papierproduktion noch so sauber wie zuvor ist. Eine Papierherstellung, die auf dem Konzept von &#8220;zero waste&#8221; und &#8220;zero emissions&#8221; (Null-Abfall und Null-Schadstoffemissionen) beruht,&#8221; so steht es in der Vision. <\/p>\n<p>Sie beinhaltet au\u00dferdem eine Agenda f\u00fcr die kommenden zehn Jahre, in der die Mindestanforderungen aufgef\u00fchrt sind, die die NGOs f\u00fcr erforderlich halten, um die negativen \u00f6kologischen und sozialen Auswirkungen weltweit zu reduzieren.<\/p>\n<p>Die NGOs appellieren an die Papierindustrie, sich den in der Vision genannten Herausforderungen zu stellen und schnellstm\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um ihren Verbrauch und ihre Abh\u00e4ngigkeit von Prim\u00e4rfasern zu reduzieren, ihre soziale Verantwortung sicher zu stellen, Zellstofffasern verantwortungsvoll zu gewinnen und saubere Produktionsverfahren zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Die gemeinsame Vision erleichtert es den NGOs, sich bei der Arbeit gegenseitig zu unterst\u00fctzen und gleichzeitig den Stil und Herangehensweisen jeder einzelnen beteiligten NGO zu respektieren. Die NGOs werden in den kommenden Jahren auf die gemeinsamen Ziele der Vision hinarbeiten.<\/p>\n<p>Die Vision betont die besondere Verantwortung der Papierindustrie, ihre Produktion und ihren Ressourcenverbrauchs sowohl in Europa als auch in der \u00fcbrigen Welt zu ver\u00e4ndern \u2013 hin zu Verfahren, die \u00f6kologisch und sozial verantwortlich sind. <\/p>\n<p>&#8220;Die Europ\u00e4er verbrauchen viermal mehr Papier als der weltweite Durchschnitt und sie importieren eine riesige Menge an Zellstoff und Papier aus bedrohten W\u00e4ldern in aller Welt, aus Indonesien, Kanada, China, Chile und zahlreichen weiteren Regionen. Aufgrund ihres Papierverbrauchs und ihrer Papierproduktion haben die Europ\u00e4er eine globale Verantwortung&#8221;, sagt Jim Ford, Direktor von ForestEthics.<\/p>\n<p>&#8220;In Europa gibt es nur noch wenige nat\u00fcrliche W\u00e4lder. Industrie und Regierungen m\u00fcssen sich dort f\u00fcr den Schutz wertvoller W\u00e4lder einsetzen, wo es noch etwas zu retten gibt. Sie m\u00fcssen sich f\u00fcr eine h\u00f6chst verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung einsetzen, so wie es in der Vision beschrieben ist&#8221;, so Otto Miettinen, Waldreferent bei Friends of the Earth Finland.<\/p>\n<p>&#8220;Durch \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Konsum werden die negativen Auswirkungen der Papierproduktion auf die Umwelt und auf die Lebensgrundlagen von Menschen weltweit verst\u00e4rkt. Deshalb muss die Papierindustrie jetzt handeln&#8221;, so Lydia Bartz, Waldreferentin bei urgewald.<\/p>\n<p>&#8220;Urw\u00e4lder werden vernichtet, nur damit europ\u00e4ische Papierunternehmen ganz allt\u00e4gliche Produkte wie Zeitungen, Zeitschriften und Toilettenpapier herstellen und an eine nicht ausreichend informierte Kundschaft verkaufen&#8221;, sagt Gavin Edwards, Koordinator der weltweiten Waldkampagne bei Greenpeace International. <\/p>\n<p>&#8220;Die heute publizierte Vision ist der Aufruf an die Zellstoff- und Papierunternehmen, ihr Handeln zu korrigieren und damit zu beginnen, Verbraucher mit Produkten zu versorgen, die diese W\u00e4lder sch\u00fctzen, und nicht mit solchen, die sie zerst\u00f6ren.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Es gibt derzeit einen Trend der globalen Papierindustrie, in gro\u00dffl\u00e4chige Monokultur-Baumplantagen im S\u00fcden zu investieren, die dann h\u00e4ufig massive soziale und \u00f6kologische Probleme verursachen. Die lokale Bev\u00f6lkerung k\u00e4mpft \u00fcberall in der Welt gegen solche Gro\u00dfplantagen. Das ist der Grund, weshalb ROBIN WOOD diese nicht als eine nachhaltige Form f\u00fcr eine Zellstoffgewinnung betrachtet. Die Papierindustrie muss verantwortungsvoll handeln,&#8221; sagt Peter Gerhardt, Tropenwald-Referent bei ROBIN WOOD.<\/p>\n<p>&#8220;W\u00e4lder sind f\u00fcr die Arbeit des WWF zum Erhalt der Artenvielfalt von vorrangiger Bedeutung, und die Forstindustrie spielt eine wichtige Rolle, uns beim Erreichen unserer Ziele zu unterst\u00fctzen&#8221;, sagt Duncan Pollard, Direktor des Global Forest4Life Programms bei WWF International. <\/p>\n<p>&#8220;Die Papierindustrie ist traditionell innovativ und hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie in der Lage ist, wichtige und gesellschaftlich relevante Fragen zu thematisieren. Der WWF hat schon immer mit Unternehmen zusammen gearbeitet, die bereit sind, ihre Praxis zu verbessern und ein firmenweit vorbildliches Handeln bei den in der Vision genannten Themen erkennen lassen.&#8221;<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/code-of-conduct-gegen-illegalen-holzeinschlag\/\" >2006-01-24<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fuer-unser-papier-urwald-und-artenvernichtung-am-polarkreis\/\" >2005-08-22<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Eine Koalition aus fast 50 Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) aus 21 L&auml;ndern stellte am 27. 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