{"id":8720,"date":"2006-02-07T00:00:00","date_gmt":"2006-02-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060207-07n"},"modified":"2006-02-07T00:00:00","modified_gmt":"2006-02-06T22:00:00","slug":"besteuerung-von-biokraftstoffen-wirtschaft-in-brandenburg-besonders-betroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/besteuerung-von-biokraftstoffen-wirtschaft-in-brandenburg-besonders-betroffen\/","title":{"rendered":"Besteuerung von Biokraftstoffen: Wirtschaft in Brandenburg besonders betroffen"},"content":{"rendered":"<p><b>Verunsicherung herrscht bei Brandenburgs Biodieselproduzenten. Seit in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass das Bundesfinanzministerium noch in diesem Jahr erstmals auch eine Steuer f\u00fcr Biokraftstoffe einf\u00fchren will, treibt der Blick in die Zukunft vielen Herstellern Sorgenfalten auf die Stirn.<\/b><\/p>\n<p>Gro\u00df ist die Bef\u00fcrchtung, dass mit den geplanten zehn bis 15 Cent pro Liter bereits ab August der Siegeszug des Biodiesels ein j\u00e4hes Ende finden k\u00f6nnte. Der Preisvorteil gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichem Dieselkraftstoff k\u00f6nnte dahin geschmolzen sein und damit ein f\u00fcr Brandenburg zunehmend lukrativer Markt zum Erliegen kommen. <\/p>\n<p>&#8220;Eigentlich wollten wir unsere Produktionsstrecke noch erweitern. Aber hinter dem Investitionsvorhaben steht nun ein gro\u00dfes Fragezeichen&#8221;, sagt Helmut Harms-Ensink, Mitgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a href=\"http:\/\/www.bdk-kyritz.de\/\" >Biodiesel Kyritz GmbH<\/a>. <\/p>\n<p>Rund 30.000 Tonnen Biodiesel stellt das Unternehmen im Nordwesten Brandenburgs j\u00e4hrlich her. Etwa 17 Millionen Euro wurden in den Standort investiert. <\/p>\n<p>Heute besch\u00e4ftigt der Biodieselproduzent am Standort Kyritz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin 30 Mitarbeiter. Doch nun sind dunkle Wolken am Himmel \u00fcber der Raffinerie aufgezogen. <\/p>\n<p>&#8220;Wir haben gro\u00dfe Sorgen&#8221;, r\u00e4umt Harms-Ensink ein. Zum einen wegen der H\u00f6he des angesetzten Steuersatzes, zum anderen, weil die Zeit bis August knapp sei. &#8220;Sowohl beim Ankauf von Raps, aber auch beim Verkauf des Diesels wird langfristig geplant&#8221;, erl\u00e4utert der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Und Vertr\u00e4ge m\u00fcssten letztendlich zu den Konditionen erf\u00fcllt werden, wie sie bei Gesch\u00e4ftsabschluss vorlagen. <\/p>\n<p>Derzeit allerdings werden gar keine Vertr\u00e4ge ausgehandelt bei der Biodiesel Kyritz GmbH. &#8220;Uns fehlt einfach die Planungssicherheit&#8221;, sagt Helmut Harms-Ensink. <\/p>\n<p>Die Ungewissheit bereitet auch Karl-Hermann Th\u00fcrkow, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a href=\"http:\/\/www.biowerk-kleisthoehe.de\/\" >Biowerk Kleisth\u00f6he GmbH<\/a> aus der Uckermark, Sorgen. &#8220;Wir sind sehr, sehr verunsichert.&#8221; <\/p>\n<p>Erst sei viel Geld in die Hand genommen worden, um den Markt aufzubauen und nun k\u00f6nnte durch die vorzeitige Besteuerung alles abgew\u00fcrgt werden. &#8220;Damit w\u00e4re die Attraktivit\u00e4t von Biodiesel voll weg&#8221;, glaubt Th\u00fcrkow. <\/p>\n<p>Seit 2003 produziert die Biowerk Kleisth\u00f6he GmbH bereits Biodiesel in der Uckermark. Mit rund 5.000 Tonnen pro Jahr und derzeit sechs Mitarbeitern und einem Auszubildenden z\u00e4hlt das Unternehmen zu den kleineren der insgesamt sechs Hersteller in Brandenburg. Mehrere Millionen seien investiert worden, so der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Weitere Schritte m\u00fcssten nun aber neu durchdacht werden. <\/p>\n<p>Wie bei der Kyritzer Raffinerie, so z\u00e4hlen auch bei Th\u00fcrkow die Speditionen zu den wichtigsten Abnehmern. Im Vertrauen auf eine Rechtssicherheit haben viele Fuhrunternehmer in der Vergangenheit aus Kostengr\u00fcnden ihre Lkw-Flotten auf Biodiesel umger\u00fcstet, sagt Gerd Bretschneider von der Fuhrgewerbe-Innung Berlin-Brandenburg. Dadurch seien den Spediteuren bereits Kosten entstanden. <\/p>\n<p>Wenn der Liter Biodiesel demn\u00e4chst genau so teuer werde wie herk\u00f6mmlicher Diesel, werde der Biokraftstoff am Ende sogar zum Verlustgesch\u00e4ft, da der Verbrauch insgesamt etwas h\u00f6her liege. Vor diesem Hintergrund sei das Vorziehen der Steuer in der H\u00f6he &#8220;eine Sauerei&#8221;. <\/p>\n<p>Kritisch zu den Pl\u00e4nen aus Berlin steht auch das Brandenburger Landwirtschaftsministerium in Potsdam. Derzeit h\u00e4tten sich Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen auf dem Markt nicht voll durchgesetzt, mahnt Sprecher Jens-Uwe Schade. Zudem m\u00fcsse die Diskussion auch in anderen Bereichen als nur bei den Finanzen gef\u00fchrt werden. <\/p>\n<p>Fast ausschlie\u00dflich durch erneuerbare Energien k\u00f6nnten neue Arbeitspl\u00e4tze im l\u00e4ndlichen Raum entstehen. Mehr als ein Viertel der deutschen Biodieselproduktion komme momentan aus der Mark, gibt Schade zu bedenken. &#8220;Wenn es schief geht, weil es mit dem Absatz nicht mehr funktioniert, sind die Menschen in Brandenburg besonders betroffen.&#8221; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Verunsicherung herrscht bei Brandenburgs Biodieselproduzenten. 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