{"id":8688,"date":"2005-12-06T00:00:00","date_gmt":"2005-12-05T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20051206-09n"},"modified":"2005-12-06T00:00:00","modified_gmt":"2005-12-05T22:00:00","slug":"rapsoel-das-risiko-wird-geringer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/rapsoel-das-risiko-wird-geringer\/","title":{"rendered":"Raps\u00f6l: Das Risiko wird geringer"},"content":{"rendered":"<p><b>Einen solchen Boom hat es in Deutschland noch nicht gegeben: Galt Raps\u00f6l als Kraftstoff bisher nur als Nischenprodukt f\u00fcr wenige Idealisten, haben in diesem Jahr Landwirte zu Hunderten Traktoren auf den Pflanzen\u00f6lbetrieb umr\u00fcsten lassen. Auch wenn Skeptiker immer noch warnen und der Abschlussbericht des 100-Traktoren-Pflanzen\u00f6lprogrammes noch nicht vorliegt: Die Landwirte reagieren damit auf \u00f6konomische Zw\u00e4nge.<\/b><\/p>\n<p>Grund: Seit Anfang des Jahres sind die Dieselpreise explodiert. Dazu kommt, dass die Steuerverg\u00fcnstigung, die Agrardieselbeihilfe, seit Anfang des Jahres stark gek\u00fcrzt wurde. Hatte ein Landwirt fr\u00fcher f\u00fcr den gesamten Diesel 21,48 Cent je Liter zur\u00fcckerstattet bekommen, gilt diese Verg\u00fcnstigung heute nur noch f\u00fcr Dieselverbr\u00e4uche ab 1.860 Liter und maximal bis 10.000 Liter. <\/p>\n<p>Das bedeutet: Ein Ackerbauer, der 20.000 Liter im Jahr verf\u00e4hrt, bekommt statt 4.300 Euro jetzt nur noch 1.700 Euro wieder. Geht man von einem Dieselpreis von 1,10 Euro pro Liter aus, zahlt dieser Landwirt heute abz\u00fcglich der Agrardieselbeihilfe 20.300 Euro f\u00fcr den Treibstoff.<\/p>\n<p>Anders beim Einsatz von Pflanzen\u00f6l: Bei einem Preis von 65 Cent je Liter w\u00fcrde er bei 20.000 Liter Verbrauch 13.000 Euro zahlen. Damit spart er gegen\u00fcber dem Agrardiesel 7.300 Euro in einem Jahr ein. Der Haken dabei: Der Traktor muss auf den Pflanzen\u00f6lbetrieb umger\u00fcstet werden. Hier sind verschiedene Anbieter auf dem Markt, die entweder Ein- oder Zweitankmodelle anbieten. <\/p>\n<p>Die Praxis zeigt, dass sich viele Landwirte f\u00fcr das System entscheiden, das ihre Servicewerkstatt vor Ort anbietet. Immer mehr Umr\u00fcster vergeben Lizenzen oder vermarkten ihr Konzept an Werkst\u00e4tten vor Ort. Auch Maschinenringe oder Genossenschaften sind in diesen Markt eingestiegen.<\/p>\n<p>Der Vorteil vom Eintanksystem ist, dass kein Diesel mehr ben\u00f6tigt wird und die Verbrennung optimal auf das Pflanzen\u00f6l abgestimmt ist. Das Zweitanksystem, bei dem zum Starten noch Diesel verwendet wird, hat den Vorteil in seinem Kaltstartverhalten. Au\u00dferdem w\u00e4hlen Praktiker dieses System, wenn sie mit ihren Maschinen im Teillastbereich fahren, also unter 1.700 Umdrehungen pro Minute. <\/p>\n<p>Wie Untersuchungen der Universit\u00e4t Rostock gezeigt haben, besteht beim Pflanzen\u00f6lbetrieb im Teillastbereich die Gefahr, dass Motor\u00f6l in den Schmier\u00f6lkreislauf eindringt.<\/p>\n<p>Die Umr\u00fcstkosten liegen je nach System und Anbieter zwischen 3.000 und 6.000 Euro je Traktor. Innerhalb eines Jahres hat der Fahrer diese Kosten mit dem g\u00fcnstigen Pflanzen\u00f6l wieder hereingefahren.<\/p>\n<p>Aber wie gro\u00df ist das Risiko, das Landwirte mit dieser Technik eingehen? Dieses ist nicht zu vernachl\u00e4ssigen, da die Motorenhersteller noch sehr skeptisch gegen\u00fcber Raps\u00f6l sind und keine Freigabe erteilen. Aber mehr und mehr steigen Versicherungen ein, die Maschinenbruch &#8211; bis hin zu Vollkaskoversicherungen f\u00fcr den Pflanzen\u00f6ltraktor anbieten.<\/p>\n<p>Viel h\u00e4ngt aber auch von der Raps\u00f6lqualit\u00e4t ab. Wie die Untersuchungen der Uni Rostock zeigen, sind St\u00f6rungen an den Einspritzpumpen, Ablagerungen und andere St\u00f6rungsursachen vor allem auf falsche <b>Raps\u00f6lqualit\u00e4t<\/b> zur\u00fcckzuf\u00fchren. Immer mehr \u00d6lm\u00fchlen bem\u00fchen sich zwar, den Qualit\u00e4tsstandard f\u00fcr Raps\u00f6lkraftstoff einzuhalten, der in der Praxis auch als <b>&#8220;Weihenstephaner Standard&#8221;<\/b> bekannt ist. <\/p>\n<p>Sicherheit erhalten die Praktiker aber erst, wenn dieser Standard zu einer DIN-Norm umgewandelt wird. Die Signale daf\u00fcr stehen gut: Mitte des Jahres ist bereits eine Vornorm verabschiedet worden. Gegen\u00fcber dem bisherigen Standard wird diese Norm vor allem niedrigere Phosphor-, Calcium- und Magnesiumgehalte haben. Diese Vornorm k\u00f6nnte Anfang 2006 in die DIN 51605 umgewandelt werden.<\/p>\n<p>Was gut f\u00fcr die Fahrer ist, bedeutet aber f\u00fcr die \u00d6lm\u00fchlenbetreiber technischen Mehraufwand. Damit die Interessen der rund 250 deutschen \u00d6lm\u00fcller zuk\u00fcnftig besser vertreten werden, hat sich Mitte 2005 ein <a href=\"http:\/\/www.bioenergie.de\/pm\/pm_rapsoel.html\" >Bundesverband der dezentralen \u00d6lm\u00fchlen<\/a> gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Die Kraftstoffnorm bezieht sich derzeit nur auf Raps\u00f6l. Dr. Edgar Remmele, der Leiter der Arbeitsgruppe zur Einf\u00fchrung der Norm, betont, dass Raps\u00f6l derzeit am besten erforscht sei. Daher k\u00f6nnten die Qualit\u00e4tsparameter f\u00fcr diesen Kraftstoff am ehesten festgelegt werden. Langfristig k\u00f6nnte es aber auch Normen z.B. f\u00fcr Lein\u00f6l oder Leindotter gegeben. Diese Pflanzen spielten bislang bei der \u00d6lproduktion kaum eine Rolle. <\/p>\n<p>Aber gerade im Mischfruchtanbau ist Lein sehr erfolgreich. Bei diesen Mischungen werden \u00d6lpflanzen zusammen mit Getreide oder mit Leguminosen wie Erbsen zeitgleich auf einer Fl\u00e4che angebaut und gemeinsam geerntet. \u00dcber die unterschiedliche Gr\u00f6\u00dfe der Samen lassen sich die Fr\u00fcchte anschlie\u00dfend wieder trennen. <\/p>\n<p>Wie Versuche aus Bayern und Schleswig-Holstein zeigen, kann der \u00d6lertrag pro Hektar bei 350 kg liegen. Da landwirtschaftliche Arbeiten pro Hektar etwa 150 kg im \u00f6kologischen Landbau ben\u00f6tigen, kann ein Hektar Mischfruchtanbau \u00d6l f\u00fcr 1,1 bis 1,4 ha Ackerfl\u00e4che erzeugen.<\/p>\n<p>Wie genau es mit der Kraftstoffnorm weitergeht und welche aktuellen Erfahrungen es mit der dezentralen \u00d6lsaatenverarbeitung gibt, zeigt das <b>&#8220;2. Deutsche Pflanzen\u00f6l Energieforum&#8221;<\/b> auf der Messe <a href=\"http:\/\/www.energiemessen.de\/\" >CLAEN ENERGY POWER\u00ae<\/a> 2006 parallel zur Gr\u00fcnen Woche in Berlin. <\/p>\n<p>Bei der Tagung am 18. Januar 2006 geht es aber auch um neue Erkenntnisse zu Anbauverfahren von \u00d6lpflanzen und um Praktiker-Erfahrungen. Genaue Hinweise zum Tagungsprogramm, zur Anmeldung und weiteren Informationen erfahren Sie unter Tel.: 07121 &#8211; 3016-0 oder im Internet unter www.energiemessen.de.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.energie-server.de\/\" >erneuerbare energien<\/a> Kommunikations- und Informationsservice GmbH<br \/>Unter den Linden 15, 72762 Reutlingen<br \/>Miriam Hegner<br \/>Tel.: 00 49 &#8211; 71 21 &#8211; 30 16-0<br \/>Fax: 00 49 &#8211; 71 21- 30 16-100<br \/><a href=\"mailto:redaktion@energie-server.de\">redaktion@energie-server.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Veranstaltungshinweis vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/\/\" >2006-01-18<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Einen solchen Boom hat es in Deutschland noch nicht gegeben: Galt Raps&ouml;l als Kraftstoff bisher nur als Nischenprodukt f&uuml;r wenige Idealisten, haben in diesem Jahr<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-8688","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8688","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8688"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8688\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8688"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=8688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}