{"id":8679,"date":"2005-12-09T00:00:00","date_gmt":"2005-12-08T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20051209-01n"},"modified":"2005-12-09T00:00:00","modified_gmt":"2005-12-08T22:00:00","slug":"fachkongress-biogene-kraftstoffe-mglichkeiten-und-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fachkongress-biogene-kraftstoffe-mglichkeiten-und-grenzen\/","title":{"rendered":"Fachkongress &#8220;Biogene Kraftstoffe &#8211; M&ouml;glichkeiten und Grenzen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><b>Zum Fachkongress &#8220;Biogene Kraftstoffe &#8211; M\u00f6glichkeiten und Grenzen&#8221; fanden sich am 5. Dezember \u00fcber 230 Teilnehmer in Straubing, der Stadt der Nachwachsenden Rohstoffe, ein. Hierher hatten, unter organisatorischer Leitung des <a href=\"http:\/\/www.carmen-ev.de\/\" >C.A.R.M.E.N. e.V.<\/a>, der Mineral\u00f6lwirtschaftsverband, die BayWa AG und das Kompetenzzentrum f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe alle landwirtschaftlich und fachlich Interessierten geladen.<\/b><\/p>\n<p>Gut zehn Prozent des j\u00e4hrlichen bayerischen Dieselkraftstoffverbrauchs in H\u00f6he von 5,2 Millionen Tonnen k\u00f6nnten auf bayerischen \u00c4ckern erzeugt werden, betonte der bayerische Staatsminister f\u00fcr Landwirtschaft und Forsten, Josef Miller, in seinem Referat. Er forderte, dass &#8211; neben der im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Beimischungspflicht &#8211; reine Biokraftstoffe zun\u00e4chst weiterhin von der Mineral\u00f6lsteuer befreit bleiben sollen.<\/p>\n<p>Hans Spitzner, bayerischer Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, gab zu bedenken, dass &#8211; auch wenn mehr biogene Kraftstoffe gewollt sind und dazu eine Steuerbefreiung notwendig ist &#8211; dies zu Lasten des Bundeshaushaltes gehe. Um einen st\u00e4rkeren Beitrag von Biokraftstoffen kosteng\u00fcnstig zu erreichen, m\u00fcsse deshalb noch gekl\u00e4rt werden, wie hier weiter zu verfahren sei.<\/p>\n<p>MdL, Franz Kustner, Bezirkspr\u00e4sident des Bayerischen Bauernverbandes in der Oberpfalz, wollte den Beitrag der heimischen Landwirtschaft nicht allein in der Rohstoffbereitstellung sehen. Auch als Energiewirt m\u00f6chten Landwirte die Veredelung ihrer Produkte soweit m\u00f6glich selber wahrnehmen und sich damit als Unternehmer und nicht als &#8220;Unterlasser&#8221; positionieren. Reine Biokraftstoffe m\u00fcssen laut Kustner steuerfrei bleiben. In konstruktiver Zusammenarbeit mit den Motorenherstellern und der Mineral\u00f6lindustrie biete die Land- und Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Mobilit\u00e4t auch f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>Dr. Klaus Picard vom Mineral\u00f6lwirtschaftsverband stellte die \u00d6lpreisvoraussagen als nicht seri\u00f6s dar. Seiner Meinung nach gab es noch nie soviel \u00d6l wie heute. Dennoch sei es unter \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Aspekten ein Gebot der Vernunft, Alternativen zu entwickeln, wobei aber nicht die st\u00e4rksten und wettbewerbsf\u00e4higsten Energietr\u00e4ger durch dauersubventionierte Biokraftstoffe ersetzt werden sollten. Die Nutzung der Ganzpflanze f\u00fcr Biokraftstoffe der zweiten Generation biete v\u00f6llig neue Ans\u00e4tze f\u00fcr Antriebskonzepte und eine Chance f\u00fcr die Landwirtschaft, die Zukunft ohne Subventionen zu gestalten.<\/p>\n<p>Dass die bayerischen Raffinerien problemlos mit Anteilen von biogenen Kraftstoffen arbeiten k\u00f6nnen, erl\u00e4uterte Dr. Alois Virag von der OMV Deutschland GmbH. Lediglich deren Verf\u00fcgbarkeit sah er als begrenzend an. Dieser Raffinerieprozess sei kein technisches, sondern derzeit ein wirtschaftliches Problem.<\/p>\n<p>Jan Michael Henke vom Institut f\u00fcr Weltwirtschaft in Kiel erkl\u00e4rte, dass die Wettbewerbsf\u00e4higkeit biogener Kraftstoffe gegen\u00fcber fossilen nicht gegeben sei. Es werde zwar zur Marktentspannung, zur Energieversorgungssicherheit und zur Verringerung von Treibhausgasemissionen beigetragen, doch dies geschehe \u00fcber einen k\u00fcnstlichen Markt, der einer staatlichen Regulierung unterliege. <\/p>\n<p>Die unter klimaschutzpolitischen Gesichtspunkten anzustrebende Einsparung von fossilen Brennstoffen m\u00fcsse seiner Meinung nach nicht unbedingt im Transportsektor erfolgen. Wirtschaftlichere und kosteng\u00fcnstigere Ma\u00dfnahmen b\u00f6ten sich z.B. im station\u00e4ren Bereich bei der Strom- und W\u00e4rmeproduktion.<\/p>\n<p>Dr. Josef Krapf von der BayWa AG, M\u00fcnchen, zeigte sich offen gegen\u00fcber Kraftstoffen aus der landwirtschaftlichen Produktion. Mit 60 Biodiesel Tankstellen verf\u00fcge die BayWa \u00fcber das gr\u00f6\u00dfte Biodiesel-Tankstellennetz in Bayern. F\u00fcr die weitere Entwicklung im Bereich der biogenen Kraftstoffe sei die \u00d6lpreisentwicklung entscheidend.<\/p>\n<p>Dr. Wolfgang Steiger von der Volkswagen AG, Wolfsburg, stellte die bislang erreichten Ziele seines Konzerns vor. Die modernen Fahrzeuge seien wesentlich sparsamer und effizienter geworden, allerdings w\u00e4ren heutige Sicherheitsaspekte f\u00fcr gut 15 Prozent Verbrauchsverschlechterung verantwortlich. Er erkl\u00e4rte, dass noch in diesem Jahrzehnt synthetische konventionelle Kraftstoffe auf den Markt kommen w\u00fcrden, die vornehmlich<br \/>auf Erdgas basieren. Als mittelfristig bezeichnete er biomassebasierte SunFuels, die heute noch nicht wirtschaftlich tragbar seien.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Referate nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit f\u00fcr konkrete Fragen und rege Diskussionen.<\/p>\n<p>Prof. Martin Faulstich zog stellvertretend f\u00fcr das Kompetenzzentrum f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe das Res\u00fcmee und stellte in Aussicht, dass es viele L\u00f6sungen f\u00fcr die modernen Anspr\u00fcche an Mobilit\u00e4t geben werde, die nebeneinander Bestand haben w\u00fcrden.<\/p>\n<p><b>Ein Tagungsband zur Veranstaltung ist f\u00fcr 16 Euro (zzgl. Versand) bei C.A.R.M.E.N. erh\u00e4ltlich.<\/b><\/p>\n<p>Infos: <br \/><a href=\"http:\/\/www.carmen-ev.de\/\" >C.A.R.M.E.N. e.V.<\/a> <br \/>Schulgasse 18<br \/>94315 Straubing <br \/>Tel.: 09421\/960-300. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Zum Fachkongress &#8220;Biogene Kraftstoffe &#8211; M&ouml;glichkeiten und Grenzen&#8221; fanden sich am 5. 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