{"id":8668,"date":"2005-12-13T00:00:00","date_gmt":"2005-12-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20051213-05n"},"modified":"2005-12-13T00:00:00","modified_gmt":"2005-12-12T22:00:00","slug":"greenpeace-studie-wto-verhandelt-urwaelder-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/greenpeace-studie-wto-verhandelt-urwaelder-weg\/","title":{"rendered":"Greenpeace Studie: WTO verhandelt Urw\u00e4lder weg"},"content":{"rendered":"<p><b>Der von der Welthandelsorganisation (WTO) geplante erleichterte Marktzugang f\u00fcr Industrieg\u00fcter f\u00f6rdert die Zerst\u00f6rung der  Urw\u00e4lder. Notwendige Urwaldschutzma\u00dfnahmen wie Einfuhrverbote von Holz aus  Urwaldzerst\u00f6rung  oder  die  Kennzeichnung  von \u00d6ko-Holz widersprechen zudem  laut  WTO  dem  Freihandel. <\/p>\n<p>Das ist das Ergebnis der Studie &#8220;<a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20051213-05\/wto_trading_away_ancient_forests.pdf\" >Trading away  the ancient forests<\/a>&#8221; (Die Urw\u00e4lder weg ver-handeln?), die Greenpeace in  Hongkong ver\u00f6ffentlicht hat. <\/p>\n<p>Holz geh\u00f6rt zu den Industrieg\u00fctern, \u00fcber  deren  Handelsliberalisierung  Vertreter  aus  149  L\u00e4ndern  auf  der sechsten  WTO-Ministerkonferenz vom 13.-18. Dezember in Hongkong verhandeln werden.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Urw\u00e4lder, Holz  und  Holzprodukte geh\u00f6ren nicht auf den Verhandlungstisch der WTO&#8221;, fordert Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. &#8220;Sonst landen unsere  letzten  Urw\u00e4lder  noch  restlos  auf  der Welthandelsflotte.&#8221; <\/p>\n<p>Laut Weltern\u00e4hrungsorganisation FAO gehen pro Jahr nach aktuellen Zahlen \u00fcber 13 Millionen  Hektar Urwald verloren. Das entspricht der Fl\u00e4che Griechenlands. Der  grenz\u00fcberschreitende  Holzhandel  hat  einen  Wert  von 200 Milliarden US-Dollar j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Bisher ging es in der WTO vor allem um die Handelsliberalisierung von landwirtschaftlichen  Produkten  und  Dienstleistungen.  Jetzt will die WTO unter dem  Stichwort  NAMA (non-agricultural market access) auch Verhandlungen dar\u00fcber f\u00fchren, wie Industrieg\u00fcter, zum Beispiel Holzprodukte, leichter exportiert und importiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die WTO ist dabei ein Schrank aus Holz, bei dessen Einschlag Urw\u00e4lder zerst\u00f6rt  wurden, das gleiche  wie ein Schrank aus \u00d6ko-Holz. Wer \u00d6ko-Holz bevorzugt, verzerrt laut WTO den freien Wettbewerb. <\/p>\n<p>Ein Staat, der aus \u00f6kologischen  Gr\u00fcnden die Einfuhr von Urwaldholz verbieten oder bei \u00f6ffentlichen Bauten nur Holz mit dem \u00d6ko-Siegel FSC verwenden m\u00f6chte, riskiert einen Streit mit der WTO. Allein die Drohung mit einem WTO-Streitfall schreckt viele Regierungen vor Urwaldschutz ab, da Strafz\u00f6lle in Millionenh\u00f6he drohen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein  Beispiel:  Die  Bundesregierung  hat  ein  von Greenpeace angesto\u00dfenes Urwaldschutzgesetz  vorgelegt.  Danach sollen der Besitz und der Handel mit Holz aus illegalen Quellen und aus Urwaldzerst\u00f6rung strafbar werden. Auch aus  Sorge  vor  Handelssanktionen  bleibt  die  Umsetzung  bisher  auf der Strecke.<\/p>\n<p>&#8220;Regierungen m\u00fcssen das Recht haben, die Urwaldkrise zu bremsen, indem sie ihre Grenzen f\u00fcr illegal gef\u00e4lltes Holz oder Holz aus Urwaldzerst\u00f6rung schlie\u00dfen&#8221;, sagt Martin Kaiser.&#8221; Denn nur wenn den Holzkonzernen der lukrative Absatzmarkt versperrt wird, k\u00f6nnen die W\u00e4lder aufatmen und die Waldbesitzer in Deutschland lachen.&#8221; Denn die Importe aus Raubbau sind vielfach g\u00fcnstiger als Holz aus \u00f6kologischer und sozial gerechter Waldnutzung.<\/p>\n<p>Die  Greenpeace-Studie  zeigt,  dass  die  fortschreitende Urwaldzerst\u00f6rung Menschen heimatlos macht und in die Armut treibt. Aber auch aus wirtschaftlicher Sicht ist der angestrebte WTO-Freihandel f\u00fcr Holzprodukte langfristig nicht sinnvoll. Denn wenn die Zerst\u00f6rung der Urw\u00e4lder so weiter geht, gibt es in der n\u00e4chsten Generation nur noch minderwertiges Plantagenholz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der von der Welthandelsorganisation (WTO) geplante erleichterte Marktzugang f&uuml;r Industrieg&uuml;ter f&ouml;rdert die Zerst&ouml;rung der  Urw&auml;lder. 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