{"id":8665,"date":"2005-12-14T00:00:00","date_gmt":"2005-12-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20051214-09n"},"modified":"2005-12-14T00:00:00","modified_gmt":"2005-12-13T22:00:00","slug":"eu-baumwollsubventionen-graben-nicht-nur-afrika-das-wasser-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-baumwollsubventionen-graben-nicht-nur-afrika-das-wasser-ab\/","title":{"rendered":"EU-Baumwollsubventionen graben nicht nur Afrika das Wasser ab"},"content":{"rendered":"<p><b>W\u00e4hrend es auf der WTO-Konferenz in Hongkong um den Abbau von Subventionen geht, ist die EU dabei, umstrittene Baumwollzahlungen aufzustocken. Die spanische Regierung will in den kommenden zwei Tagen in Br\u00fcssel durchsetzen, die EU-F\u00f6rderung f\u00fcr den Anbau von Baumwolle auszuweiten.<\/b> <\/p>\n<p>&#8220;Die Entscheidung w\u00e4re dreifach fatal&#8221;, sagt WWF-Experte Martin Geiger, &#8220;erstens f\u00fcr die Umwelt, zweitens f\u00fcr Baumwollproduzenten in Afrika, drittens f\u00fcr die europ\u00e4ischen Steuerzahler.&#8221; Der wasserintensive Anbau von Baumwolle f\u00f6rdere die D\u00fcrre im ohnehin trockenen S\u00fcdeuropa. <\/p>\n<p>Gleichzeitig seien in Afrika zehn Millionen Menschen direkt von den Einnahmen aus der Baumwollproduktion abh\u00e4ngig. Weil ihr Einkommen durch die subventionierte Konkurrenz aus Europa massiv beschnitten wird, leistet die EU im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit rund 200 Millionen Euro an Ausgleichzahlungen. Der WWF mahnt eine grundlegende Reform des Systems an. <\/p>\n<p>&#8220;Dass mit EU-F\u00f6rdergeldern aus dem Agrar-Umweltprogramm der Wasserhaushalt in S\u00fcdeuropa nachhaltig gest\u00f6rt wird, ist unsinnig und unvereinbar mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie&#8221;, kritisiert Geiger, Leiter des Wasserprogramms beim WWF. Als ersten Schritt schl\u00e4gt er vor, dass die EU Zahlungen erst dann genehmigt, wenn alternative und weniger wasserintensive Landnutzungsformen zur l\u00e4ndlichen Entwicklung gepr\u00fcft wurden. <\/p>\n<p>Der WWF fordert au\u00dferdem den Abbau der EU-Fl\u00e4chenpr\u00e4mien f\u00fcr Baumwolle. &#8220;Die EU schm\u00fcckt sich bei den laufenden WTO-Verhandlungen damit, keine direkten Exportsubventionen f\u00fcr Baumwolle mehr zu zahlen. In Wirklichkeit ist die ab 2006 g\u00fcltige EU-Reform jedoch ein fauler Kompromiss. <\/p>\n<p>Ein Drittel der Subventionen von 700 Millionen Euro wird weiterhin als Fl\u00e4chenpr\u00e4mie an weniger als 80.000 Bauern in Griechenland und Spanien bezahlt&#8221;, kritisiert Geiger. Das seien nichts anderes als indirekte Exportsubventionen.<\/p>\n<p>Hinzu kommt laut WWF, dass die europ\u00e4ische im Gegensatz zur afrikanischen Baumwolle mit gr\u00f6\u00dftenteils verschwenderischer Bew\u00e4sserung produziert wird. &#8220;Die extreme Trockenheit in Spanien in diesem Jahr hat wieder gezeigt, wie widersinnig es ist, ausgerechnet Pflanzen mit gro\u00dfem Wasserbedarf im d\u00fcrren und hei\u00dfen Mittelmeerraum anzubauen&#8221;, sagt Guido Schmidt vom WWF Spanien. <\/p>\n<p>Aus Sicht des WWF muss das EU-Subventionssystem vom Kopf auf nachhaltige F\u00fc\u00dfe gestellt werden. &#8220;Laut einer Studie des Overseas Development Institute sind bis zu 38 Prozent der Einkommenseinbu\u00dfen im afrikanischen Baumwollgesch\u00e4ft auf die Subventionen f\u00fcr Griechenland und Spanien zur\u00fcckzuf\u00fchren&#8221;, erl\u00e4utert Martin Geiger. <\/p>\n<p>&#8220;Es erscheint wie Hohn, dass die EU-Mitgliedsl\u00e4nder 200 Millionen Euro an Steuergeldern zur Kompensation und St\u00fctzung des westafrikanischen Baumwollsektors einsetzen, statt endlich konsequent ihre sch\u00e4dlichen Subventionen vollst\u00e4ndig abzubauen.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>W&auml;hrend es auf der WTO-Konferenz in Hongkong um den Abbau von Subventionen geht, ist die EU dabei, umstrittene Baumwollzahlungen aufzustocken. 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