{"id":86365,"date":"2021-03-17T07:26:17","date_gmt":"2021-03-17T06:26:17","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=86365"},"modified":"2021-03-12T14:47:48","modified_gmt":"2021-03-12T13:47:48","slug":"wir-koennen-mit-der-anlage-alle-reststoffe-verarbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wir-koennen-mit-der-anlage-alle-reststoffe-verarbeiten\/","title":{"rendered":"\u201eWir k\u00f6nnen mit der Anlage alle Reststoffe verarbeiten&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Daniel Plei\u00dfner hat gemeinsam mit Partnern eine mobile und modulare Bioraffinerie entwickelt, die Lebensmittelabf\u00e4lle noch vor Ort in hochwerte Rohstoffe f\u00fcr neue Lebensmittel umwandeln kann.<\/p>\n<p>Etwa zw\u00f6lf Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr in Deutschland weggeworfen. Doch das, was gew\u00f6hnlich im Abfall oder Biokompost landet, enth\u00e4lt wertvolle organische Reststoffe. Biotechnologe Daniel Plei\u00dfner hat das Potenzial erkannt.<br \/>\nGemeinsam mit Partnern entwickelte der L\u00fcneburger Experte eine flexible Bioraffinerie, die Lebensmittelabf\u00e4lle direkt vor Ort in hochwertige Rohstoffe umwandeln kann. Herzst\u00fcck der Waste-to-Resource-Unit-Anlage ist ein Bioreaktor, der die aus den Reststoffen gewonnenen N\u00e4hrstoffe nutzt, um Mikroalgen zu kultivieren, die wiederum f\u00fcr neue gesunde Lebensmittel verwendet werden k\u00f6nnen. Aufgrund ihrer Container-Bauweise kann die Bio-Raffinerie modular zusammengesetzt werden und ist somit flexibel einsetzbar und gleichzeitig mobil. Die Waste-to-Resource-Unit-Anlage geh\u00f6rte zu den Finalisten des <a href=\"https:\/\/biooekonomie.de\/nachrichten\/neues-aus-der-biooekonomie\/drei-biooekonomie-ideen-im-finale\" target=\"_blank\">9. Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung<\/a>, der vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung ausgelobt wurde.<\/p>\n<p>Frage Was verbirgt sich hinter \u201eWaste-to-Resource-Unit\u201c und welchen bio\u00f6konomischen Nutzen h\u00e4tte eine solche Bioraffinerie?<\/p>\n<p>Antwort Die Waste-to-Resource-Unit \u2013 kurz W2RU \u2013 ist ein innovatives, modulares Verfahren zur Biokonversion von Lebensmittelabf\u00e4llen mittels heterotropher Mikroalgen zu proteinreicher Biomasse sowie zur simultanen Extraktion hochwertiger Chemikalien aus Lebensmittelabf\u00e4llen. Das Verfahren tr\u00e4gt somit zur Wertsch\u00f6pfung bei. Eine solche modulare und transportierbare Bioraffinerie kann als effektives Abfallverwertungsverfahren die Rohstoffeffizienz und Umweltbelastung verbessern.<\/p>\n<p>Frage Wie funktioniert die Anlage?<\/p>\n<p>Antwort Das Prinzip ist recht einfach. Die Anlage hydrolysiert organische Abf\u00e4lle vor oder nach der Extraktion hochwertiger Chemikalien. Das Hydrolysat wird den Algen als N\u00e4hrl\u00f6sung bereitgestellt, die gebildete Biomasse geerntet und der Verwertung zugef\u00fchrt. Man muss sich alle Prozesse nur sehr kompakt und miteinander verkn\u00fcpft vorstellen. Da liegt die Herausforderung.<\/p>\n<p>Frage Herzst\u00fcck der Bioraffinerie ist der Mikroalgen-Bioreaktor. In welchem Umfang wird hier Algenbiomasse produziert und wer soll die Algen sp\u00e4ter nutzen?<\/p>\n<p>Antwort Das Herzst\u00fcck des Verfahrens ist die Kultivierung von heterotrophen Mikroalgen. Der Umfang der Produktion h\u00e4ngt dabei von den eingesetzten Substraten (Abf\u00e4llen) und deren Zusammensetzung ab. Wir erhalten zum Beispiel bis zu 0,8 g Biomasse pro Gramm Glucose. Lebensmittelabf\u00e4lle aus Haushalten oder Kantinen k\u00f6nnen bis zu 70 % Kohlenhydrate enthalten. Die gebildete Biomasse kann sehr proteinreich sein. Eine Anwendung in der Herstellung von Lebens- und Futtermitteln ist daher durchaus denkbar.<\/p>\n<p>Frage Welche Reststoffe k\u00f6nnen in der Anlage verarbeitet werden und welche organischen Verbindungen sind f\u00fcr die Algenproduktion n\u00f6tig?<\/p>\n<p>Antwort Wir k\u00f6nnen mit der Anlage alle Reststoffe verarbeiten, die auch in einer Biogasanlage genutzt werden. Das hei\u00dft gemischte Lebensmittelabf\u00e4lle aus Haushalten, Restaurants, Kantinen und Handel sowie Reststoffe aus der Lebensmittelverarbeitung. F\u00fcr die Algenproduktion ben\u00f6tigen wir Zucker und Aminos\u00e4uren, die aus St\u00e4rke, Cellulose oder Proteinen gewonnen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Frage Wo k\u00f6nnte die Technologie konkret zum Einsatz kommen und sind technische Voraussetzungen seitens der Anwender erforderlich?<\/p>\n<p>Antwort Die Technologie kann grunds\u00e4tzlich da zum Einsatz kommen, wo gr\u00f6\u00dfere Mengen Lebensmittelabf\u00e4lle beziehungsweise Reststoffe anfallen. Wir k\u00f6nnen uns vorstellen, dass lebensmittelverarbeitende Unternehmen diese Technologie einsetzen, um ressourceneffizienter zu arbeiten. Der Einsatz durch lokale Abfallverwerter ist ebenfalls denkbar. Besondere technische Voraussetzungen sind nicht n\u00f6tig. Der Einsatz sollte \u00fcberall m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Frage Wie ist der Stand der Entwicklung und wie geht es weiter?<\/p>\n<p>Antwort Der Stand der Entwicklung erlaubt es, eine Pilotanlage zu errichten. Wir sind gerade auf der Suche nach Kooperationspartnern und finanzieller Unterst\u00fctzung, um das zu realisieren.<\/p>\n<p>An der Entwicklung der Bioraffinerie waren auch Wolf Raber, Dr. Natalie Laibach, Dr. Boje M\u00fcller und Dr. Sergiy Smetana beteiligt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daniel Plei\u00dfner hat gemeinsam mit Partnern eine mobile und modulare Bioraffinerie entwickelt, die Lebensmittelabf\u00e4lle noch vor Ort in hochwerte Rohstoffe f\u00fcr neue Lebensmittel umwandeln kann. 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