{"id":86227,"date":"2021-03-15T07:26:19","date_gmt":"2021-03-15T06:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=86227"},"modified":"2021-09-09T19:32:52","modified_gmt":"2021-09-09T17:32:52","slug":"werner-mertz-gelingt-recycling-quantensprung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/werner-mertz-gelingt-recycling-quantensprung\/","title":{"rendered":"Werner &amp; Mertz gelingt Recycling-Quantensprung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es ist eine richtige Sensationsmeldung f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft, die Werner &amp; Mertz da verlauten l\u00e4sst: Dem Mainzer Hersteller von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln ist es zusammen mit Kooperationspartner ALPLA gelungen, im Rahmen der Recyclat-Initiative den Anteil an Recyclat aus dem Gelben Sack bei PET-Flaschen auf 50% zu erh\u00f6hen! PET Recycling Team Wolfen schafft nun das bis dato scheinbar Unm\u00f6gliche. Die ersten 200.000 Flaschen f\u00fcr die Marke Frosch kommen bereits ab M\u00e4rz 2021 zum Einsatz. Bis Ende des Jahres werden alle PET-Flaschen auf das neue Format umgestellt.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_86228\" aria-describedby=\"caption-attachment-86228\" style=\"width: 557px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86228\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/pet_1-1024x935.jpg\" alt=\"pet_1\" width=\"557\" height=\"508\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/03\/pet_1-1024x935.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/03\/pet_1-300x274.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/03\/pet_1-600x548.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/03\/pet_1.jpg 1862w\" sizes=\"auto, (max-width: 557px) 100vw, 557px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-86228\" class=\"wp-caption-text\">Schon seit 2012 bestehen die PET-Flaschen von Werner &amp; Mertz aus 100% Post Consumer Recyclat, davon 20% aus der Quelle Gelber Sack. Nun wird dieser Anteil auf 50% erh\u00f6ht \u2013 das ist einzigartig, nicht nur in der WPR-Branche. Copyright Grafik: Werner &amp; Mertz<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Advanced Mechanical Recycling dank vollautomatisierter Anlage<\/h3>\n<p>Bereits 2012 hat Werner &amp; Mertz zusammen mit ALPLA und weiteren Kooperationspartnern entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette die Recyclat-Initiative ins Leben gerufen und setzt sich seitdem daf\u00fcr ein, dass Plastik aus Endverbrauchersammlungen (sogenanntes Post Consumer Recyclat, kurz PCR) als Wertstoff nach der Verwendung erneut hochwertig aufbereitet und wiederverwendet wird und dadurch im Kreislauf bleibt. So ist es 2014 gelungen, die PET-Flaschen der bekannten Marke Frosch auf 100% PCR umzustellen, davon 20% aus der Quelle Gelber Sack. Die restlichen 80% stammen aus der europ\u00e4ischen Getr\u00e4nkeflaschensammlung (Bottle to Bottle). \u00dcber 440 Millionen solcher Flaschen sind bislang in den Handel gekommen.<\/p>\n<p>Werner &amp; Mertz hat schon lange eine Erh\u00f6hung des Anteils aus dem Gelben Sack angestrebt. Bislang hat die vorhandene Technologie es noch nicht zugelassen, die gew\u00fcnschte Transparenz bei rPET zu erreichen. Ein entscheidender Schritt nach vorne ist jetzt vollzogen: PET Recycling Team Wolfen ist seit Oktober 2020 t\u00e4tig. In das von ALPLA und FROMM gegr\u00fcndete Joint Venture wurden mehr als 8 Millionen Euro investiert.<\/p>\n<p>Im neuen Recyclingwerk l\u00e4uft beinahe alles vollautomatisiert: Das PET, das mit LKWs in Wolfen angeliefert wird, stammt aus Gelben S\u00e4cken oder Tonnen ausschlie\u00dflich aus deutschen Kunststoffsammelsystemen sowie Kunststoffaufbereitern und wird in sogenannten Leichtstoffverpackungsanlagen vorsortiert. Am Wolfener Standort erfolgt dann eine exakte Trennung nach transparentem PET und farbigem PET. Der Fokus liegt dabei auf PET-Hohlk\u00f6rpern, dazu geh\u00f6ren nicht-bepfandete PET-Flaschen, PET-Flaschen von Haushaltsreinigern sowie Schalen. Reststoffe werden ebenso getrennt. Die qualitativ hochwertige Feinsortierung ist eine Weiterentwicklung der bekannten Infrarottechnologie (NIR). Im n\u00e4chsten Schritt wird daraus transparentes Granulat bei Texplast Wolfen, das von ALPLA dann in Preforms und Flaschen weiterverarbeitet wird. Auf diese Weise werden Wertstoffe aus Deutschland in Deutschland recycelt und f\u00fcr international t\u00e4tige Unternehmen wieder zu Flaschen verarbeitet. Eine komplett nationale L\u00f6sung, wodurch auch die Transportdistanzen gering bleiben.<\/p>\n<p>\u201eWerner &amp; Mertz ist f\u00fcr uns nicht nur ein langj\u00e4hriger und gesch\u00e4tzter Kunde, sondern ein Impulsgeber f\u00fcr die gesamte Branche. Wir hoffen, dass dieses Beispiel auch weitere Unternehmen motiviert, diese hochwertigen Recyclate einzusetzen. Alle reden von nachhaltigen Verpackungen, wir beweisen gemeinsam, dass es klappt\u201c, sagt Georg L\u00e4sser, Head of Corporate Recycling bei ALPLA Group.<\/p>\n<p>Reinhard Schneider, Inhaber von Werner &amp; Mertz, betont, dass sich die neuen Flaschen in Optik und Haptik nicht von den bisherigen Verpackungen unterscheiden: \u201eDer Kunde wird keinen Unterschied in der Qualit\u00e4t bemerken. Wir verraten bewusst nicht, welches Format wir zuerst umstellen \u2013 das haben wir auch damals bei der Umstellung auf 20% Gelber Sack so gehandhabt, um zu testen, welche Reaktionen es gibt. Fazit: Gar keine. Es ist niemandem aufgefallen. Das ist f\u00fcr uns der beste Beweis, dass echte Nachhaltigkeit auch ohne Verzicht oder halbherzige Kompromisse m\u00f6glich ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>Forderungen nach gesetzlichen Anreizen f\u00fcr den Einsatz von PCR<\/strong><br \/>\nDas Beispiel zeigt: Hochwertige Sortiertechnologien sind vorhanden und die Qualit\u00e4t des Recyclats ist hoch. Warum aber ist Werner &amp; Mertz immer noch so gut wie alleine bei der Nutzung von Recyclat aus dem Gelben Sack?<\/p>\n<p>Reinhard Schneider: \u201eDie h\u00f6heren Kosten von Recyclat im Vergleich zu Neuplastik schrecken nach wie vor viele Hersteller ab, dieses Problem hat sich aufgrund der sinkenden Roh\u00f6lpreise noch versch\u00e4rft. Aber wenn die hohen Recyclat-Qualit\u00e4ten nicht nachgefragt werden, gibt es keine Grundlage, in bessere Sortierung und Aufbereitung zu investieren, so wie es ALPLA gerade im gro\u00dfen Stil getan hat. Dabei wird Recycling wirtschaftlicher, je mehr mitmachen. Eine enorme Chance.\u201c<\/p>\n<p>Deshalb fordert Werner &amp; Mertz, dass von Seiten des Gesetzgebers finanzielle Anreize f\u00fcr den Einsatz von PCR geschaffen werden, um der Verm\u00fcllung unseres Planeten wirksam entgegentreten zu k\u00f6nnen sowie einen klimaschonenden Plastikkreislauf zu erreichen. Werner &amp; Mertz setzt sich f\u00fcr die Schaffung eines Fonds ein, in den alle Inverkehrbringer einzahlen m\u00fcssen und nur diejenigen, die Post Consumer Recyclat einsetzen, erhalten eine R\u00fcckzahlung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine richtige Sensationsmeldung f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft, die Werner &amp; Mertz da verlauten l\u00e4sst: Dem Mainzer Hersteller von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln ist es zusammen mit Kooperationspartner ALPLA gelungen, im Rahmen der Recyclat-Initiative den Anteil an Recyclat aus dem Gelben Sack bei PET-Flaschen auf 50% zu erh\u00f6hen! 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