{"id":8574,"date":"2005-11-09T00:00:00","date_gmt":"2005-11-08T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20051109-05n"},"modified":"2005-11-09T00:00:00","modified_gmt":"2005-11-08T22:00:00","slug":"ufop-studie-zum-winterrapsanbau-zur-ernte-2006","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ufop-studie-zum-winterrapsanbau-zur-ernte-2006\/","title":{"rendered":"UFOP-Studie zum Winterrapsanbau zur Ernte 2006"},"content":{"rendered":"<p><b>Bereits seit mehreren Jahren pr\u00e4sentiert die <a href=\"http:\/\/www.ufop.de\/\" >UFOP<\/a> Anfang November eine Prognose der Anbaufl\u00e4che von Winterraps zur Ernte des darauffolgenden Jahres. Im Rahmen der aktuellen Studie sind bundesweit rund 2.030 Landwirte befragt worden.<\/b><\/p>\n<p>Dieser Service der UFOP erlaubt fr\u00fchzeitig eine sehr exakte Sch\u00e4tzung der Winterrapsanbaufl\u00e4che des folgenden Erntejahres sowohl auf Bundesebene als auch f\u00fcr die einzelnen Bundesl\u00e4nder. Die Rapsfl\u00e4chenstudie der UFOP ist von allen Marktpartnern der Agrar- und Ern\u00e4hrungswirtschaft anerkannt und wird f\u00fcr Markteinsch\u00e4tzungen, Kalkulationen und als Grundlage f\u00fcr Investitionen genutzt.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20051109-05\/Gesamtanbau_2006_mittel.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Gesamt\"\/><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20051109-05\/Energiepflanzen_2006_mittel.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Energie\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>Die Ergebnisse der Studie belegen, dass auch zur Ernte 2006 Winterraps \u2013 ausgehend von dem bereits sehr hohen Anbauniveau der letzten Jahre \u2013 bei den deutschen Landwirten weiterhin an Wertsch\u00e4tzung gewonnen hat. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind die interessanten Marktperspektiven, der hohe Fruchtfolgewert, die M\u00f6glichkeit zum Entzerren von Arbeitsspitzen und eine Vereinfachung von pfluglosen Anbausystemen. Unsicherheit hinsichtlich der k\u00fcnftigen Gestaltung der Zuckermarktordnung und die im Vergleich zum Raps unbefriedigende Entwicklung der Getreidepreise hat eine Entscheidung der Landwirte f\u00fcr den Winterrapsanbau gewiss zus\u00e4tzlich beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>Auf Grundlage der aktuellen Befragung sch\u00e4tzt das von UFOP beauftragte Marktforschungsinstitut Produkt + Markt die Winterrapsanbaufl\u00e4che zur Ernte 2006 auf 1.427.057 ha. Somit ergibt sich gegen\u00fcber der Ernte 2005 eine Ausdehnung der Anbaufl\u00e4che f\u00fcr Winterraps von bundesweit 7,8 % oder 103.857 ha. In Deutschland wird zur Ernte 2006 soviel Winterraps angebaut wie nie zuvor!<\/p>\n<p>Die deutliche Fl\u00e4chenausdehnung beim Winterraps zur Ernte 2006 war in dieser Dimension nicht zweifelsfrei zu erwarten, da es auf Grund der schlechten Witterung im August in einigen Teilen Deutschlands zu einer verz\u00f6gerten Weizenernte und in der Folge zu versp\u00e4teten Aussaatterminen gekommen ist. Allerdings hat der erneut zugenommene Marktanteil von sp\u00e4tsaatvertr\u00e4glichen Winterrapshybriden eine h\u00f6here Flexibilit\u00e4t beim Aussaattermin unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Bei Betrachtung der Fl\u00e4chenentwicklung f\u00e4llt auf, dass in allen Bundesl\u00e4ndern ein Anstieg zu verzeichnen ist. Zweistellige Zuwachsraten beobachten wir in Baden-W\u00fcrttemberg mit 19,6% (13.191 ha), in Nordrhein-Westfalen mit 16,5% (10.016 ha), in Sachsen-Anhalt mit 11,9% (17.315 ha) und in Schleswig-Holstein mit 10,2% (10.720 ha). \u00dcberdurchschnittlich stark ist auch die Wachstumsrate in Niedersachen mit 9,4% (10.857 ha), w\u00e4hrend im Fl\u00e4chenland Bayern mit 7,5% (12.105 ha) eine sehr hohe absolute Steigerung zu verzeichnen ist. Auch  Hessen mit 7,9%, und Rheinland-Pfalz\/Saar mit 6 % verzeichnen einen sp\u00fcrbaren Zuwachs, w\u00e4hrend die intensiven Rapsanbaugebiete in den neuen Bundesl\u00e4ndern eher moderaten Anstieg der Anbaufl\u00e4che verzeichnen mit 6,3% in Brandenburg, mit 4,4% in Sachsen, mit 3,3% in Mecklenburg-Vorpommern und mit 2,6% in Th\u00fcringen.<\/p>\n<p>Die Ausdehnung der Anbaufl\u00e4chen f\u00fcr Winterraps resultiert aus zwei sich verst\u00e4rkenden Entwicklungen. Zum einen sind in diesem Herbst mit 5,5% der Befragten deutlich mehr Betriebe in den Rapsanbau eingestiegen, als Betriebe ausgestiegen sind. Der Anteil der Aussteiger liegt bei rund 3,0%. Im Ergebnis bauen bundesweit deutlich mehr Betriebe Raps an als im Vorjahr. Zum anderen ist die durchschnittliche Rapsanbaufl\u00e4che pro Betrieb angestiegen.<\/p>\n<p>Die in der Vergangenheit \u00fcbliche Einteilung in klassische Anbauregionen ist, angesichts des Rapsanbaus auf bundesweit sehr hohem Niveau sowie der in vielen Bundesl\u00e4ndern auch zur Ernte 2006 wieder deutlichen Steigerungsraten, nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Die aktuell erhobenen Daten belegen, dass heute in ganz Deutschland professionell und erfolgreich Winterrapsanbau praktiziert wird.<\/p>\n<p>Im Ranking der Bundesl\u00e4nder nach Anbaufl\u00e4chen f\u00fchrt Mecklenburg-Vorpommern mit rund 240.000 ha deutlich vor Bayern mit rund 170.000 ha und Sachsen-Anhalt mit rund 160.000 ha Winterrapsanbau. Es folgen Niedersachsen und Sachsen fast gleich auf mit jeweils etwas \u00fcber 125.000 ha. Dann kommen Brandenburg mit rund 120.000 ha, Schleswig-Holstein mit 115.000 ha und Th\u00fcringen mit etwa 110.000 ha. Baden-W\u00fcrttemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinlandpfalz\/Saarland folgen mit deutlich unter 100.000 ha Winterrapsanbaufl\u00e4che.<\/p>\n<p>In der UFOP-Rapsfl\u00e4chenstudie wurden sowohl Daten zum Gesamtanbau erhoben als auch Daten zu den einzelnen Marktsegmenten. Hierbei handelt es sich um den Anbau auf der Basisfl\u00e4che \u2013 dem sogenannten Food-Anbau, den Winterrapsanbau auf der Stilllegungsfl\u00e4che und den Anbau mit Energiepflanzenpr\u00e4mie. Betrachtet man die Entwicklung des Rapsanbaus in den Segmenten, sind diese zur Ernte 2006 deutlich unterschiedlich zu beurteilen.<\/p>\n<p>Das insgesamt gr\u00f6\u00dfte Segment stellt der Food-Anbau auf der Basisfl\u00e4che dar. Dieser Anbau  wird im Vergleich zum Vorjahr um 9,3% oder 83.569 ha ausgedehnt. Der gr\u00f6\u00dfte Zuwachs findet sich dabei in den Bundesl\u00e4ndern, in denen der Rapsanbau auch insgesamt am st\u00e4rksten an Bedeutung gewinnt. So verzeichnet der Food-Raps Zuwachsraten in H\u00f6he von 23,8% in Baden-W\u00fcrttemberg, von 18,9% in Nordrhein-Westfalen, von 17,6% in Sachsen-Anhalt, von 16,5% in Niedersachsen und von 16,1% in Schleswig-Holstein. Lediglich in Hessen und in Th\u00fcringen wird sich der Anbau auf der Basisfl\u00e4che um 7,1% bzw. um 1,9% verringern. <\/p>\n<p>Winterrapsanbau als Energiepflanze ist bisher das kleinste Segment, welches wiederum die h\u00f6chsten Wachstumsraten aufweist. Bundesweit k\u00f6nnten bis Januar 2006 f\u00fcr rund 145.000 ha Vertr\u00e4ge mit Verarbeitern abgeschlossen werden, was einer Ausdehnung der Anbaufl\u00e4che um 20,5 % oder 24.659 ha entspricht. Der Anstieg des Rapsanbaus als Energiepflanze ist in allen Bundesl\u00e4ndern zu beobachten, allerdings aufgrund des unterschiedlichen Ausgangsniveaus zur Ernte 2005 mit sehr unterschiedlichen absoluten Fl\u00e4chenzahlen. \u00dcber drei Viertel des Gesamtanbauumfangs an Winterraps als Energiepflanze liegt zur Ernte 2006  in den neuen Bundesl\u00e4ndern, knapp 30% oder 41.965 ha allein in Mecklenburg-Vorpommern. <\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Anteil von Winterraps als Energiepflanze in den neuen Bundesl\u00e4ndern ist zum einen darauf zur\u00fcck zu f\u00fchren, dass dort die Energiepflanzenpr\u00e4mie von 45 EUR\/ha bei rund 80% der Betriebe bekannt ist. Im Gegensatz hierzu ist in den alten Bundesl\u00e4ndern die F\u00f6rderung nur zwischen knapp 60 und 70% der Betriebe gel\u00e4ufig. <\/p>\n<p>Die UFOP wird daher eine Kampagne starten, um \u00fcber die Energiepflanzenf\u00f6rderung zu informieren. Zum anderen zeigt sich deutlich, dass auf Grund des Antragsverfahrens \u2013 die Landwirte sind nach EU-Recht verpflichtet, die Anbauvertr\u00e4ge statt mit dem Handel mit der \u00d6lm\u00fchle als Erstverarbeiter abzuschlie\u00dfen \u2013 der Energiepflanzenanbau erst ab einer gewissen Mindestfl\u00e4che attraktiv wird. <\/p>\n<p>Somit sind Betriebe mit geringem Anbauumfang von der Nutzung der Pr\u00e4mie quasi &#8220;ausgeschlossen&#8221;. Die UFOP erneuert an dieser Stelle ihre Forderung, das gut eingespielte Vertragssystem beim Anbau von Winterraps auf Stillegungsfl\u00e4chen auch auf den Energiepflanzenanbau anzuwenden.<\/p>\n<p>Falls in den landwirtschaftlich kleinstrukturierten Bundesl\u00e4ndern Baden-W\u00fcrttemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz\/Saar mit den hohen prognostizierten Wachstumsraten beim Winterrapsanbau als Energiepflanze die in der UFOP-Studie ge\u00e4u\u00dferte Absicht, die geplanten Fl\u00e4chen mit der Energiepflanzenpr\u00e4mie bis zum  31. Januar 2006 vertraglich zu binden, nicht umgesetzt werden kann, werden die entsprechenden Fl\u00e4chen mit dem bereits ausges\u00e4ten Winterraps rechnerisch dem Food-Anbau auf der Basisfl\u00e4che zufallen.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20051109-05\/Basisflaechen_2006_mittel.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Stilllegung\"\/>Der Anbau von Winterraps auf Stilllegungsfl\u00e4chen bel\u00e4uft sich zur Ernte 2006 auf 301.320 ha, was einem R\u00fcckgang von 1,4% oder 4.371 ha entspricht. Dabei ist eine deutliche Verringerung des Anbaus in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz\/Saarland und in Brandenburg mit jeweils zweistelligen Abnahmeraten zu verzeichnen, w\u00e4hrend in Hessen deutlich mehr Raps auf Stilllegungsfl\u00e4chen angebaut wird (17,6%).<\/p>\n<p>Die Ausdehnung des Winterrapsanbaus mit Energiepflanzenpr\u00e4mie wird mit 24.659 ha bundesweit st\u00e4rker prognostiziert als die Einschr\u00e4nkung des Stilllegungsanbaus mit 4.371 ha. Damit wird der Anbau von Non-Food-Winterraps zur Ernte 2006 insgesamt 446.842 ha betragen.<\/p>\n<p>Mit Blick auf den wachsenden Raps\u00f6lverbrauch sowohl von Seiten der Ern\u00e4hrungsindustrie als auch von Seiten der Biokraftstoffindustrie haben die deutschen \u00d6lsaatenerzeuger mit der Ausdehnung der Winterrapsanbaufl\u00e4che zur Ernte 2006 richtig reagiert.<\/p>\n<p>Die UFOP fordert den Ausbau von Verarbeitungskapazit\u00e4ten als Voraussetzung f\u00fcr eine vollst\u00e4ndige Verarbeitung der Erntemenge 2006.<br \/><b>Raps\u00f6l<\/b> ist heute so teuer wie selten zuvor. Die Rapserzeuger erwarten jetzt f\u00fcr die heranwachsenden Ernte h\u00f6here Erzeugerpreise gemessen an der Wertsch\u00f6pfung in der Produktionskette. Nur diese Preisanreize sind Motivation f\u00fcr eine weitere Anbauausdehnung, um den auch k\u00fcnftig weiterhin steigend prognostizierten Raps\u00f6lbedarf decken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Bereits seit mehreren Jahren pr&auml;sentiert die UFOP Anfang November eine Prognose der Anbaufl&auml;che von Winterraps zur Ernte des darauffolgenden Jahres. 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