{"id":85311,"date":"2021-02-23T06:44:43","date_gmt":"2021-02-23T05:44:43","guid":{"rendered":"http:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=https%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F1169877%2Fblueten-des-johanniskrautes-dienen-als-gruener-katalysator.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2021-02-18T12:53:00","modified_gmt":"2021-02-18T11:53:00","slug":"blueten-des-johanniskrautes-dienen-als-gruener-katalysator","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/blueten-des-johanniskrautes-dienen-als-gruener-katalysator\/","title":{"rendered":"Bl\u00fcten des Johanniskrautes dienen als gr\u00fcner Katalysator"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein interdisziplin\u00e4res Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Bereichs Mathematik und Naturwissenschaften der TU Dresden hat in einem aktuellen Projekt erstmals getrocknete Bl\u00fcten des Johanniskrautes (Gattung Hypericum) als aktiven Katalysator in verschiedenen photochemischen Reaktionen eingesetzt. Dieses konzeptionell neue und nachhaltige Verfahren wurde als deutsches Patent angemeldet und in der Fachzeitschrift Green Chemistry vorgestellt.<\/strong><\/p>\n<p>Johanniskraut wird bereits seit der Antike als Heilpflanze, unter anderem f\u00fcr die Behandlung von Verbrennungen, Hautproblemen und Depressionen, verwendet. Aufgrund seines hohen medizinischen Potentials wurde die in der Fachsprache als Hypericum perforatum bezeichnete Pflanze 2015 sogar als \u201eArzneipflanze des Jahres\u201c gek\u00fcrt. Nun haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Dresden gezeigt, dass noch viel mehr in dem Kraut steckt, als seine heilende Wirkung.<\/p>\n<p>Dazu haben sich zwei interdisziplin\u00e4re Gruppen aus der Biologie und der Anorganischen Chemie zusammengetan und durch den gegenseitigen Expertisenaustausch erstaunliche Ergebnisse erzielt. Urspr\u00fcnglich wollten die Arbeitskreise um Botaniker Prof. Stefan Wanke und Chemiker Prof. Jan. J. Weigand in dem von der S\u00e4chsischen Aufbaubank (SAB; HyperiPhen Projekt 100315829 in TG70 Bioleben) gef\u00f6rderten Gemeinschaftsprojekt graphenartige 2D-Strukturen aus Naturstoffen synthetisieren. Hierzu diente die aus dem Johanniskraut bekannte Verbindung Hypericin als Vorlage und Ausgangsmaterial. Im Laufe der Untersuchungen stellte sich heraus, dass Hypericin effizient photochemische Reaktionen katalysiert. Daraufhin kam Prof. Weigand die Idee, die getrockneten Bl\u00fcten des Johanniskrauts, aus denen das Hypericin durch Extraktion gewonnen werden kann, als gr\u00fcne und nachhaltige Alternative zu g\u00e4ngigen Katalysatoren zu verwenden.<\/p>\n<p>\u201eDie Chemie der Naturstoffe und vor allem die Hintergr\u00fcnde der Botanik waren f\u00fcr uns v\u00f6llig neu. Die spannenden Ergebnisse, die daraus resultieren, sind f\u00fcr uns umso erfreulicher. Das fach\u00fcbergreifende Projekt zeigt, wie wichtig es in der Wissenschaft ist, \u00fcber den \u201eTellerrand\u201c hinaus zu schauen\u201c, kommentiert Prof. Weigand den Erfolg der Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Damit folgt das Team einem aktuellen Trend in der modernen synthetischen Chemie, nachhaltige Aspekte einzubeziehen. Die Suche nach nachhaltigen, erneuerbaren und umweltfreundlichen Photoredox-Katalysatoren gestaltet sich dabei als \u00e4u\u00dferst herausfordernd. Umso vielversprechender sind die nun erzielten Ergebnisse. Der Pflanzeninhaltstoff Hypericin, ein Sekund\u00e4rmetabolit aus dem Johanniskraut, wird als die aktive Verbindung in chemischen Reaktionen genutzt, ohne dass er vorher chemisch aufbereitet werden muss. Die Dresdner Wissenschaftler:innen haben dieses neu entwickelte Verfahren erfolgreich zum Patent angemeldet (DE 10 2019 215 871).<\/p>\n<p>Auch Prof. Wanke zeigt sich \u00fcberaus erfreut \u00fcber den Forschungserfolg: \u201eZu Beginn des Forschungsprojektes stand zwar eine gute Idee, diese mit Leben zu f\u00fcllen war jedoch nicht ganz trivial, da sich die beiden Arbeitsgruppen erstmal \u201ekennenlernen\u201c mussten. Die Forschungsfelder und verwendeten Methoden lagen weit auseinander. Doch schon bald zeigten sich die ersten ungew\u00f6hnlich spannenden Ergebnisse. Alle Beteiligten haben viel dazu gelernt. Gerne w\u00fcrden wir die Forschung weiterf\u00fchren, allein die F\u00f6rderung fehlt noch\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein interdisziplin\u00e4res Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Bereichs Mathematik und Naturwissenschaften der TU Dresden hat in einem aktuellen Projekt erstmals getrocknete Bl\u00fcten des Johanniskrautes (Gattung Hypericum) als aktiven Katalysator in verschiedenen photochemischen Reaktionen eingesetzt. Dieses konzeptionell neue und nachhaltige Verfahren wurde als deutsches Patent angemeldet und in der Fachzeitschrift Green Chemistry vorgestellt. 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