{"id":8522,"date":"2005-11-22T00:00:00","date_gmt":"2005-11-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20051122-06n"},"modified":"2005-11-22T00:00:00","modified_gmt":"2005-11-21T22:00:00","slug":"branntweinmonopol-und-neue-chancen-fuer-agraralkohol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/branntweinmonopol-und-neue-chancen-fuer-agraralkohol\/","title":{"rendered":"Branntweinmonopol und neue Chancen f\u00fcr Agraralkohol"},"content":{"rendered":"<p>Brandenburgs Agrar- und Umweltstaatssekret\u00e4r Dietmar Schulze hat sich daf\u00fcr ausgesprochen, die Funktionsf\u00e4higkeit des deutschen Branntweinmonopols durch eine wettbewerbskonforme nationale Ausgestaltung weiter zu sichern. Bei einem Gesamtmarktvolumen von fast 40 Mio. Hektoliter Ethylalkohol der EU macht der im Rahmen des Branntweinmonopols erzeugte Alkohol von rund 575.600 Hektoliter weniger als 1,5 Prozent aus. <\/p>\n<p>Selbst innerhalb Deutschlands betr\u00e4gt dieser Anteil nur knapp 20 Prozent: &#8220;Ich denke, dass bei der Evaluierung dieser Sonderregelung der EU, die bis zum 31. Dezember 2010 gilt, diese erdr\u00fcckende Beweislast in eine Forstsetzung des Branntweinmonopols m\u00fcnden d\u00fcrfte&#8221;, \u00e4u\u00dferte Schulze heute in Klink (Mecklenburg-Vorpommern), wo der Staatssekret\u00e4r Gast der Mitgliederversammlung des Verbandes Mitteldeutscher Korn- und Getreidebrenner e.V. ist.<\/p>\n<p>Schulze weiter: &#8220;Wenn man dar\u00fcber hinaus bedenkt, dass der deutsche Agraralkohol auch noch auf dem deutschen Markt bleibt, so w\u00e4re es tats\u00e4chlich mehr als eine Tatsachenverf\u00e4lschung, dass es sich hier um echte Marktst\u00f6rungen handelt. Auch deshalb bin ich optimistisch, dass das Branntweinmonopol nach 2010 erhalten bleibt. Jedenfalls werden wir weiter daf\u00fcr k\u00e4mpfen.&#8221;<\/p>\n<p>Die oben erw\u00e4hnte Sonderregelung der EU hat nur eine Perspektive, wenn die nationalen Voraussetzungen f\u00fcr die Funktionsf\u00e4higkeit des Branntweinmonopols gegeben sind. Deshalb muss das gegenw\u00e4rtige Finanzvolumen im Bundeshaushalt zumindest eingefroren werden und darf nicht zur Verhandlungsmasse des Haushaltsbegleitgesetzes werden.<\/p>\n<p>Nicht nur f\u00fcr das Finanzvolumen, auch f\u00fcr das Mengenvolumen der landwirtschaftlichen Brennereien ist eine Schmerzgrenze erreicht. F\u00fcr das Betriebsjahr 2005\/2006 gelten nach wie vor harte Bedingungen. Das Jahresbrennrecht ist um 50 Prozent des regelm\u00e4\u00dfigen Brennrechts und die \u00dcbernahmepreise werden wieder um 10 Prozent gek\u00fcrzt.<\/p>\n<p><b>Einsatz als alternativer Kraftstoff<\/b><br \/>Schulze verwies auf M\u00f6glichkeiten, um die stark begrenzten j\u00e4hrlichen Brennrechte wenigstens teilweise zu ersetzen. Bei den immer knapper und teurer werdenden fossilen Rohstoffen wird der Ruf nach Alternativen immer gr\u00f6\u00dfer. Nahezu in allen entwickelten Industriel\u00e4ndern, aber auch in einigen bedeutenden Entwicklungsl\u00e4ndern, werden strategische \u00dcberlegungen angestellt, wie die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert werden kann. Zwei Drittel der Weltalkoholproduktion wird als Kraftstoff verwandt. Die dominierenden L\u00e4nder sind hier Brasilien und die USA mit einer Durchschnittsproduktion von insgesamt 290 Mio. Hektolitern.<\/p>\n<p>Biokraftstoffe schaffen neue Einkommens- und Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten, gerade f\u00fcr die heimische Landwirtschaft und den Mittelstand. Sie vermindern die Abh\u00e4ngigkeit von den internationalen, preistreibenden Energiem\u00e4rkten und sichern eine nachhaltige und klimafreundliche Mobilit\u00e4t. Einsatzf\u00e4hig sind vor allem Biodiesel und Bioethanol \u2013 und Bioethanol ist das Thema f\u00fcr die Brennereien.<\/p>\n<p>Was die Brennereien betrifft, so sind sie derzeit nur zu einem Drittel ausgelastet. Zwei Drittel der m\u00f6glichen Produktionskapazit\u00e4t k\u00f6nnten jedoch f\u00fcr die Produktion von technischem Alkohol genutzt werden.<\/p>\n<p>Um diese M\u00f6glichkeiten abzuw\u00e4gen, hat das Agrar- und Umweltministerium eine Machbarkeitsstudie zur &#8220;Marktanalyse zur Beteiligung der landwirtschaftlichen und gewerblichen Brennereien des Landes Brandenburg am Bioethanolkraftstoffmarkt&#8221; in Auftrag gegeben. <\/p>\n<p>Inzwischen wurde diese Studie vor dem Vorstand des Brennereiverbandes verteidigt und die Vorschl\u00e4ge und m\u00f6glichen Aktivit\u00e4ten wurden diskutiert. Ein wesentliches Ergebnis ist, dass Brandenburg gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt ein Verbundvorhaben vorbereitet, um 86-prozentigen Rohalkohol \u00fcber einen angepassten Dieselmotor zu verstromen. Derzeit laufen Pr\u00fcfstandsversuche mit einem Dieselmotor im WTZ Rosslau, der dann f\u00fcr dieses Verbundvorhaben in Containerbauweise bereitgestellt werden soll.<\/p>\n<p>Auch die Kraftstoffproduktion f\u00fcr die Herstellung von E 85 (85 Prozent Bioethanol plus 15 Prozent Benzin) k\u00f6nnte ein Thema f\u00fcr die Brennereien sein. Erste Aktivit\u00e4ten und Absprachen f\u00fcr die Vorbereitung eines Pilotvorhabens E 85 in Brandenburg \u2013 gemeinsam mit den Ford-Werken \u2013 gibt es bereits.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Ministerium f\u00fcr L\u00e4ndliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz, Referat 02<br \/>Presse und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<br \/>Dr. Jens-Uwe Schade<br \/>Tel.: 0331\/866-7016<br \/>Fax: 0331\/866-7018<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:Jens-Uwe.Schade@MLUV.Brandenburg.de\">Jens-Uwe.Schade@MLUV.Brandenburg.de<\/a><br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.mluv.brandenburg.de\/\" >www.MLUV.Brandenburg.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brandenburgs Agrar- und Umweltstaatssekret&auml;r Dietmar Schulze hat sich daf&uuml;r ausgesprochen, die Funktionsf&auml;higkeit des deutschen Branntweinmonopols durch eine wettbewerbskonforme nationale Ausgestaltung weiter zu sichern. 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