{"id":84996,"date":"2021-02-12T07:32:02","date_gmt":"2021-02-12T06:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=84996"},"modified":"2021-02-09T14:01:53","modified_gmt":"2021-02-09T13:01:53","slug":"nachhaltige-to-go-verpackungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltige-to-go-verpackungen\/","title":{"rendered":"Nachhaltige To-Go-Verpackungen"},"content":{"rendered":"<p>Was macht eine nachhaltige Verpackung aus? Und wie nachhaltig sind die oft gehypten alternativen Verpackungsmaterialien? Die Diskussion um das Thema \u201enachhaltige Verpackungsmaterialien\u201c ist aktuell durch Irrt\u00fcmer und Mythen gepr\u00e4gt. Experten der Branche beleuchten das Thema mit Blick auf die Systemgastronomie und geben im Interview einen Ausblick auf die Anforderungen an To-go-Verpackungen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Whitepaper \u201e<a href=\"https:\/\/www.twenty.blue\/news\/n_66-whitepaper-ausgepackt-mythencheck-nachhaltige-verpackungsmaterialien-erschienen\/\" target=\"_blank\">Ausgepackt: Mythencheck Nachhaltige Verpackungsmaterialen<\/a>\u201c stellten die Chemikerin Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt und der Sozialwissenschaftler Dr. Gunter Heinickel aus der Expert Community von 20blue alternative Verpackungsmaterialen auf den Pr\u00fcfstand und untersuchten, wie Handel und Industrie zu wirklich nachhaltigen Lebensmittelverpackungen gelangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Lebenszyklusanalyse f\u00fcr die Bewertung von To-go-Verpackungen<br \/>\nNachhaltigkeit, so die zentrale Aussage, muss auch in der Bewertung von Verpackungsl\u00f6sungen ganzheitlich gedacht werden. Mit der Lebenszyklusanalyse stellen die Autoren ein Instrument vor, das diese ganzheitliche Bewertung der Nachhaltigkeit alternativer Verpackungsl\u00f6sungen zul\u00e4sst. Dabei wird deutlich: Nicht immer f\u00fchrt der Weg zu mehr Nachhaltigkeit \u00fcber das Ersetzen von Materialien. Verbessern statt alles neu zu planen kann manchmal der bessere Weg zur nachhaltigen Verpackung sein. Im Fokus stehen mit Papier und Kunststoff\/Biokunststoff die beiden derzeit g\u00e4ngigsten und beliebtesten Verpackungsmaterialien.<\/p>\n<p>Die Autoren bringen Klarheit in die oft unklar verwendeten Begrifflichkeiten \u201eBiokunststoff\u201c, \u201ebiobasiert\u201c, \u201ebioabbaubar\u201c, \u201eaus erneuerbaren Rohstoffen\u201c. Und sie zeigen: Bioabbaubarkeit ist nur ein Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Ziel muss jedoch eine funktionierende Kreislaufwirtschaft sein. Hier sind auch die Verbraucher gefragt.<\/p>\n<p>Generell gilt: Die Anforderungen an Verpackungsl\u00f6sungen in der Lebensmittelindustrie sind komplex und je nach Branchensegment unterschiedlich. Die eine, f\u00fcr alle Segmente perfekte, nachhaltige Verpackungsl\u00f6sung kann es daher nicht geben. Vielmehr muss die f\u00fcr den jeweiligen Bereich optimale L\u00f6sung \u2013 oftmals als Kompromiss \u2013 gesucht werden.<\/p>\n<p>Kein Kunststoff ist auch keine L\u00f6sung<br \/>\nF\u00fcr Plastverarbeiter erl\u00e4uterten Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt und Andrea Belegante vom Bundesverband der Systemgastronomie e.V. ihre Sicht auf Nachhaltigkeit im To-go-Bereich.<\/p>\n<p>Plastverarbeiter:\u00a0Was macht eine Lebensmittelverpackung nachhaltig, insbesondere mit dem Blick auf To-go-Verpackungen?<\/p>\n<p>Andrea Belegante (Bundesverband der Systemgastronomie e.V.): \u201eViele Faktoren flie\u00dfen in die Beurteilung und auch Definition von \u201eNachhaltigkeit\u201c ein.\u00a0 F\u00fcr die Praxis relevant sind Aspekte wie bspw. eine Maximierung der Sortierf\u00e4higkeit in modernen Anlagen, z.B. keine Plastikfolienfenster in Papier oder Karton, der Recyclingf\u00e4higkeit, z.B. Monomaterial vs. Mehrfachverbund, des Recyclatanteils, der sog. \u201eStackingeigenschaft\u201c, also Stapelbarkeit von Produkten zur Reduzierung des Transportvolumens sowie ein m\u00f6glichst minimaler Materialeinsatz. Nachhaltigkeit ist aber nicht gleichzusetzen mit Mehrweg gegen\u00fcber Einweg. Auch das Umweltbundesamt stellt diese Tatsache fest: z.B. sind 50 Uml\u00e4ufe bei Mehrweggetr\u00e4nkebechern f\u00fcr eine \u00f6kologische Vorteilhaftigkeit gegen\u00fcber Einweg erforderlich [1].\u201c<\/p>\n<p>Kerstin Hermuth-Kleinschmidt:\u201eTrotzdem sollte eine nachhaltige Verpackung m\u00f6glichst lange im Kreislauf gehalten werden: das kann im Kontext \u201eTo-go\u201c hei\u00dfen, sie als Mehrwegl\u00f6sung anzubieten, wie es bereits beim \u201eCoffee-to-go\u201c-Becher praktiziert wird, schlie\u00dft aber genauso ein, ihre Recyclingf\u00e4higkeit zu erh\u00f6hen, indem schwer zu trennende Verbundmaterialien vermieden und ein sortenreines Recycling m\u00f6glich ist. Die Materialien sollte man nach Kriterien des tats\u00e4chlichen Recyclings ausw\u00e4hlen: momentan wird meines Wissens nur PET zu 100% wieder zu PET recycelt.<\/p>\n<p>\u201eDas Verst\u00e4ndnis der Abl\u00e4ufe im Verwendungsprozess des Bef\u00fcllers sowie der Kundenw\u00fcnsche muss gegeben sein\u201c, sagt Andrea Belegante, Bundesverband der Systemgastronomie e.\u2009V.<\/p>\n<p>Plastverarbeiter: Welche Erwartungen haben Sie an Anbieter von Verpackungsl\u00f6sungen?<\/p>\n<p>Hermuth-Kleinschmidt: \u201eWichtig ist zun\u00e4chst das Design thinking \u2013 von Beginn an den Lebensweg im Blick zu haben ausgehend von der Frage, welche Ressourcen genutzt werden, welche Umweltauswirkungen Produktion, Transport und Nutzung haben und wie die Entsorgungswege aussehen oder ob Wiederverwendung eine Option ist. Ich denke aber, dass das Bewusstsein vorhanden ist und an L\u00f6sungen gearbeitet wird.<\/p>\n<p>Wichtig ist meines Erachtens ein holistischer Ansatz mit einem Austausch zwischen den Anbietern bzw. in der Branche, mit Forschungsinstitutionen, in der Lieferkette bis zu den Endkunden, um gemeinsam Erwartungen zu eruieren, nach M\u00f6glichkeiten und L\u00f6sungswegen zu suchen und zu finden.\u201c<\/p>\n<p>Belegante: \u201eDas Bestreben der gesamten Verpackungskette, vom Hersteller bis zum Bef\u00fcller, muss die F\u00f6rderung von Innovationen sein. Durch die vielfach bewiesene Innovationskraft k\u00f6nnen Lebensmittelverpackungen optimiert, der Materialeinsatz reduziert und neue L\u00f6sungen entwickelt werden. Einige unserer Mitglieder forschen und arbeiten z.B. an der Umsetzung nat\u00fcrlicher Verpackungsl\u00f6sungen aus Algenmaterial. Neben dieser grunds\u00e4tzlichen Notwendigkeit muss das Verst\u00e4ndnis der Abl\u00e4ufe im Verwendungsprozess des Bef\u00fcllers sowie der Kundenw\u00fcnsche gegeben sein.\u201c<\/p>\n<p>Plastverarbeiter: Sind bioabbaubare Kunststoffe die L\u00f6sung f\u00fcr Wegwerfverpackungen? Wo k\u00f6nnen bioabbaubare Kunststoffe sinnvoll eingesetzt werden?<\/p>\n<p>Belegante: \u201eBioabbaubare Kunststoffe sind kein Allheilmittel und auch keine L\u00f6sung f\u00fcr Einwegverpackungen. Das Label \u201eBioabbaubare Kunststoffe\u201c kann einen einfachen, biologischen Prozess, in dem die Verpackung dann auf nat\u00fcrlichem Wege abgebaut wird, suggerieren. Dieser Prozess findet aber nur unter sehr spezifischen, idealen Bedingungen statt, die im herk\u00f6mmlichen Entsorgungs- und Verwertungsprozess nicht eingehalten werden k\u00f6nnen. Deshalb sind wir skeptisch, was den Einsatz bioabbaubarer Kunststoffe anbelangt.\u201c<\/p>\n<p>Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt, NIUB \u2013 Nachhaltigkeitsberatung, Freiburg<br \/>\nHermuth-Kleinschmidt: \u201eDas sind genau die Problematiken, die adressiert und gel\u00f6st werden m\u00fcssen. F\u00fcr Wegwerfverpackungen im To-go-Bereich, die ja oftmals mit Lebensmittelresten verschmutzt sind, kann man sich ein Beispiel an Italien nehmen: hier sind entsprechend zertifizierte, bioabbaubare Kunststoffe f\u00fcr Verpackungen Pflicht und die Entsorgungsanlagen bieten die Umgebungsbedingungen f\u00fcr den kompletten Abbau \u00fcber den Biom\u00fcll. In diesem Gesamtkonzept machen bioabbaubare Kunststoffe Sinn. Auch in L\u00e4ndern ohne ausreichende Recycling-Infrastruktur macht der Einsatz von nachweislich gut abbaubaren Kunststoffen, wie PHB, Sinn.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs muss sich lohnen, nachhaltig zu handeln\u201c, betont die Expertin Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt.<\/p>\n<p>Plastverarbeiter: Was kann die Systemgastronomie zur Kreislaufwirtschaft beitragen und wie k\u00f6nnte die Zusammenarbeit in der Wertstoff-Kette aussehen?<\/p>\n<p>Belegante: \u201eUnsere Mitglieder unternehmen gro\u00dfe Anstrengungen, um neue Modelle und Prozesse zu entwickeln, wirtschaftliche Kreisl\u00e4ufe zu schlie\u00dfen. Die Systemgastronomie kann durch sortier- und recyclingf\u00e4hige Verpackungen einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten. Der Einsatz genau solcher Verpackungen findet bei unseren Mitgliedern auch statt. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen geschlossene Produktkreisl\u00e4ufe, sogenannte Closed-Loop-Konzepte, die Rohstoffnutzung verbessern und diese in der Produktherstellung erneut verwenden. Ein konkretes Beispiel f\u00fcr diesen geschlossenen Kreislauf: Ein Einweggetr\u00e4nkebecher wird nach Nutzung im Restaurant einem Recyclingkonzept zugef\u00fchrt. Am Ende des Recyclingprozesses aus dem \u201eM\u00fcll\u201c papierbasierter Einweggetr\u00e4nkebecher steht die Verwertung zu bedruckbarem Papier oder die Herstellung von Rigipsplatten f\u00fcr den Wohnungsbau. Bei diesem Modell arbeiten unsere Mitglieder mit Logistikdienstleistern und Abfallverwertern eng zusammen.\u201c<\/p>\n<p>Plastverarbeiter: Wie kann Transparenz f\u00fcr Verbraucher \u00fcber die Nachhaltigkeit einer Verpackung geschaffen werden \u2013 Stichworte Pseudo-Nachhaltigkeit und Unverzichtbarkeit von Kunststoffen?<\/p>\n<p>Hermuth-Kleinschmidt: \u201eKein Kunststoff ist auch keine L\u00f6sung. In vielen Bereichen k\u00f6nnen wir nicht auf Kunststoffe verzichten, zumal diese auch Vorteile haben, wie ihr leichtes Gewicht. Aber die Nutzung muss \u00fcberdacht werden und es muss transparent \u00fcber Vor- und Nachteile sowie Alternativen kommuniziert werden: eine Aufgabe gleicherma\u00dfen f\u00fcr die Polititk, Hersteller, Verarbeiter und Forschung.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bewertung von Transparenz und Vergleichbarkeit von Produkten und Verpackungen k\u00f6nnte zuk\u00fcnftig der Product Environmental Footprint (PEF) helfen, der die relevantesten Umweltauswirkungen eines Produkts bewertet. F\u00fcr die Bewertung flexibler Verpackungen wurden methodische Vorgaben in einer Pilotphase erarbeitet. Momentan gilt eine \u00dcbergangsphase bis 2021 und danach wird man sehen, wie die politische Umsetzung, bspw. in Form von Richtlinien, aussehen wird. Ob es ein weiteres EU-Label gibt, wird sich dann entscheiden [2]. Schon heute gibt es den Blauen Engel f\u00fcr Mehrwegsysteme [3], auch f\u00fcr Verpackungen und Mehrwegbechersysteme [4].\u201c<\/p>\n<p>Plastverarbeiter: Was k\u00f6nnen Verpackungsproduzenten und deren Zulieferer daf\u00fcr tun?<\/p>\n<p>Hermuth-Kleinschmidt: \u201eDie angesprochenen Label und Bewertungen k\u00f6nnen nach innen im Unternehmen f\u00fcr Klarheit \u00fcber die Umweltauswirkungen entlang der eigenen Produktion sorgen und gleichzeitig f\u00fcr eine transparente Kommunikation nach au\u00dfen genutzt werden.<\/p>\n<p>Innerhalb der Produktion bzw. auch f\u00fcr Zulieferer k\u00f6nnen Schwachstellen identifiziert, verbessert bzw. Alternativen gefunden werden. Das braucht Zeit, Ressourcen im Unternehmen und gute Kommunikation in der Lieferkette. Es hilft, sich die Zeit zu nehmen und sich nicht unbedingt an kurzfristigen Trends zu orientieren. Mit einer entsprechend fundierten Untersuchung kann man dann auch vertreten, weshalb es f\u00fcr den eingesetzten Kunststoff vielleicht keine biobasierte L\u00f6sung gibt, aber man eventuell den Rohstoffeinsatz verringern konnte. Ich denke, man sollte als Produzent bzw. Zulieferer auch nicht scheuen, den Dialog mit Kritikern zu suchen, um deren Sichtweise und Au\u00dfenansicht mit aufzunehmen. Eine transparente und faktenbasierte Kommunikation hilft allen Seiten.\u201c<\/p>\n<p>Plastverarbeiter: Wie sieht eine transparente Lebenszyklusanalyse aus und wie kann hier Vergleichbarkeit hergestellt werden?<\/p>\n<p>Hermuth-Kleinschmidt: \u201eF\u00fcr die Durchf\u00fchrung einer Lebenszyklusanalyse geben die ISO 14040 und ISO 14044 die formalen Schritte an. Der Teufel steckt aber oft im Detail, wenn beispielsweise Daten nur unvollst\u00e4ndig vorliegen und Sch\u00e4tzungen herangezogen werden m\u00fcssen, die Frage, wie der Untersuchungsrahmen inklusive der Systemgrenzen definiert wird oder die Bewertung der Umweltwirkungen. Diese Detailfragen sind dann auch immer Teil der Interpretation der Lebenszyklusanalyse.<\/p>\n<p>Wie bereits gesagt, kann der Product Environmental Footprint (PEF) diese Transparenz schaffen. Da f\u00fcr bestimmte Produktkategorien einheitliche Regeln in Bezug auf die Methodik gelten, werden die Produkte aus dieser Kategorie gleich bewertet. Auch dies ist nicht einfach, was man bereits daran sieht, dass dieses Projekt bereits viele Jahre auf EU-Ebene vorangetrieben wird. Aber wir werden sehen, ob es in ein oder zwei Jahren dann tats\u00e4chlich ein PEF-Label f\u00fcr Verpackungen geben wird.\u201c<\/p>\n<p>Plastverarbeiter: Welche politischen Rahmenbedingungen in Europa w\u00fcnschen Sie sich, um Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren?<\/p>\n<p>Hermuth-Kleinschmidt: \u201eNachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit werden immer als Gegensatz gesehen \u2013 dabei hei\u00dft Nachhaltigkeit den Erhalt der Ressourcenbasis zu sichern, jetzt und in Zukunft. F\u00fcr den Bereich der Lebensmittelverpackungen ist die Ausrichtung auf eine Kreislaufwirtschaft der richtige Weg. Dies muss aber mit Ma\u00dfnahmen flankiert werden, wie dem Aufbau der notwendigen Recyclinginfrastruktur, Forschung und Unterst\u00fctzung einer Kaskadennutzung und parallel der Unterst\u00fctzung von Mehrwegsystemen. Es muss sich lohnen, nachhaltig zu handeln. Und in Bezug auf B\u00fcrger:innen w\u00fcnsche ich mir, dass es diesen einfacher gemacht wird, sich f\u00fcr die nachhaltigere L\u00f6sung zu entscheiden \u2013 durch transparente Information wie durch den Preis.\u201c<\/p>\n<p>Belegante: \u201eJa, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sind kein Widerspruch. Im Gegenteil. Wir teilen das Ziel, Verpackungsabf\u00e4lle zu reduzieren. Unsere Mitglieder arbeiten sehr intensiv an L\u00f6sungen und k\u00f6nnen auch messbare Erfolge vorweisen. Die EU-Einwegkunststoffrichtlinie aber ist handwerklich schlecht gemacht und unter einem politisch gewollten Zeitdruck seitens der Kommission entstanden, der den nationalen Gesetzgebern und den betroffenen Unternehmen jetzt auf die F\u00fc\u00dfe f\u00e4llt. F\u00fcr unsere Mitglieder kann ich bspw. sagen, dass es zu manchen Verpackungen und Produkten aktuell schlicht keine bessere, \u00f6kologisch wie \u00f6konomisch sinnvolle Alternative gibt.<\/p>\n<p>Deshalb w\u00fcnschen wir uns, dass auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel die Stimmen und die Expertise der betroffenen Wirtschaft geh\u00f6rt werden und auf konkrete Umsetzungsh\u00fcrden in der Praxis eingegangen wird.\u201c<\/p>\n<p>Plastverarbeiter: Wie sch\u00e4tzen Sie die Chancen dieses Ziels global gesehen ein?<\/p>\n<p>Belegante: \u201eIn den vergangenen Jahren wurde viel erreicht, um Verpackungen zu reduzieren und nachhaltiger zu gestalten. Aber es ist bleibt eine Mammutaufgabe und bedarf der kontinuierlichen Anstrengung sowie zukunftsf\u00e4higer Innovationen. Verbraucher und G\u00e4ste verlangen heute viel st\u00e4rker, dass Lebensmittel und Verpackungen ressourcenschonend hergestellt werden. Wirtschaft ohne Nachhaltigkeit ist genauso zum Scheitern verdammt wie Nachhaltigkeit ohne Wirtschaft. Aus dieser gegenseitigen Abh\u00e4ngigkeit heraus stehen die Chancen gut, beides in Einklang zu bringen.\u201c<\/p>\n<p>Hermuth-Kleinschmidt: \u201eIch denke, dass wir gar keine andere Chance haben als unser gesamtes Wirtschaftssystem umzustellen. Die L\u00f6sungen sind seit Jahren da, die Wissenschaft hat nicht nur in Bezug auf den Klimawandel die Daten, sondern auch in Bezug auf die Transformation der Wirtschaft und der Gesellschaft. Der Druck auf die Politik wie auf die Wirtschaft w\u00e4chst. Unternehmen merken den Nachhaltigkeitstrend \u2013 sie werden nicht mehr nur nach ihrer finanziellen Performance bewertet: Investoren m\u00f6chten ihr Geld nachhaltig anlegen. Von daher bin ich optimistisch, aber es muss jetzt geschehen \u2013 denn viel Zeit ist nicht mehr.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht eine nachhaltige Verpackung aus? 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