{"id":8434,"date":"2005-10-21T00:00:00","date_gmt":"2005-10-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20051021-12n"},"modified":"2005-10-21T00:00:00","modified_gmt":"2005-10-20T22:00:00","slug":"holz-energie-zu-stabilen-preisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/holz-energie-zu-stabilen-preisen\/","title":{"rendered":"Holz: Energie zu stabilen Preisen"},"content":{"rendered":"<p><b>Holzpelletheizungen sind technisch ausgereift. Zwar erfordern Pelletheizungen zumindest bislang noch gr\u00f6\u00dfere Investitionen im Vergleich mit einer \u00d6lheizung. Doch bei den steigenden Preisen f\u00fcr fossile Energien amortisieren sich die Mehrausgaben.<\/b><\/p>\n<p>Das beste Konjunkturprogramm f\u00fcr Holzpellets geht derzeit von den \u00d6lm\u00e4rkten aus: Mehr als 60 Cent kostete in den letzten Wochen der Liter Heiz\u00f6l, Spitzenwerte lagen gar \u00fcber 65 Cent. Da auch die Erdgaspreise nachziehen werden (und es zum Teil schon getan haben), ist das Gas keine echte Preisalternative. <\/p>\n<p>Stabil blieb unterdessen der Preis von Holzpellets &#8211; unabh\u00e4ngig von allen politischen Krisen, abseits aller Spekulanten und unber\u00fchrt von allen Wirbelst\u00fcrmen im Golf von Mexiko. Mit knapp 180 Euro je Tonne, was umgerechnet einem Heiz\u00f6lpreis von rund 35 Cent je Liter entspricht, ist der Preis der Pellets seit Monaten praktisch unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die stabilen Preise kommen nicht von ungef\u00e4hr, denn Holzpellets werden aus einem ausreichend vorhandenen heimischen Rohstoff gefertigt: aus S\u00e4gesp\u00e4nen. Holzpellets sind schlicht aus S\u00e4gemehl gepresste Holzpillen. Sie sind zumeist zwischen 10 und 30 Millimeter lang, haben einen Durchmesser von etwa 6 Millimeter und bestehen ausschlie\u00dflich aus naturbelassenem Abfallholz. Die entsprechenden Heizungen sind seit 1996 in Deutschland offiziell zugelassen.<\/p>\n<p>Pellets machen eine v\u00f6llig neue Art der Holzfeuerung m\u00f6glich: Die Heizungen k\u00f6nnen &#8211; anders als klassische Holz\u00f6fen &#8211; automatisch gez\u00fcndet werden. Sie lassen sich somit per Thermostat und Zeitschaltuhr steuern und bieten auf diese Weise den gleichen Komfort wie \u00d6l- und Gaszentralheizungen. In einem Silowagen werden die Pellets angeliefert und mit einem Schlauch in den Lagerraum geblasen. H\u00e4ufig wird der \u00d6lraum, der mit der Umstellung auf Holzpellets \u00fcberfl\u00fcssig wird, zum Brennstofflager umfunktioniert.<\/p>\n<p>Ein Vorteil der Pellets ist ihre saubere Verbrennung, die besser ist als bei jedem anderen Holzofen. Das h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass die Qualit\u00e4t des Brennstoffs normiert ist &#8211; etwa durch einen maximal zul\u00e4ssigen Feuchtegehalt. Vorteilhaft ist auch, dass die kleinen Pellets besser dosiert werden k\u00f6nnen, was eine gleichm\u00e4\u00dfigere Verbrennung erm\u00f6glicht. So gibt ein Pelletfeuer im Vergleich zur Hackschnitzelverbrennung weniger Feinstaub ab, und es entsteht weniger Kohlenmonoxid. Und schlie\u00dflich verbrennt Holz generell als nachwachsender Rohstoff klimaneutral.<\/p>\n<p>Die Einsatzbereiche f\u00fcr Holzpellets sind heute vielf\u00e4ltig. Neben der klassischen vollautomatischen Zentralheizung werden auch Zimmer\u00f6fen angeboten, die mit Sackware bef\u00fcllt werden. Und auch in gr\u00f6\u00dferen Geb\u00e4uden, etwa kommunalen Liegenschaften, werden inzwischen Holzpellets eingesetzt. Die derzeit gr\u00f6\u00dfte Holzpelletheizung Deutschlands steht seit gut zwei Jahren in Kempten im Allg\u00e4u: Ein Kessel mit 850 Kilowatt Leistung versorgt dort ein Hallenbad mit W\u00e4rme.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Kempten die Stadt selbst die Anlage betreibt, wurden andernorts auch schon im Rahmen des Contractings Holzpelletfeuerungen realisiert. In diesem Fall erwirbt und betreibt ein Investor die Heizanlage und verkauft die W\u00e4rme an seinen Kunden. Solche Modelle gibt es inzwischen sowohl im gewerblichen, als auch auch im privaten Bereich. In Leimen bei Heidelberg zum Beispiel installierte die Mannheimer MVV Energiedienstleistungen GmbH im Jahr 2001 zur Versorgung von f\u00fcnf Reihenh\u00e4usern einen 25-Kilowatt-Holzpelletkessel. <\/p>\n<p>Die Anlagen speisen in den Heizungsvorlauf und den Brauchwasserspeicher ein. Die einzelnen H\u00e4user werden \u00fcber gew\u00f6hnliche Heizungsrohre und Brauchwasserleitungen versorgt; abgerechnet wird &#8211; wie in Mehrfamilienh\u00e4usern \u00fcblich &#8211; \u00fcber Heizkostenverteiler und Warmwasserz\u00e4hler. So dringen die Holzpellets inzwischen in alle Bereiche des W\u00e4rmemarkts ein. Zwar erfordern Pelletheizungen zumindest bislang noch gr\u00f6\u00dfere Investitionen, verglichen mit einer fossil befeuerten Anlage. Doch bei den aktuellen (und f\u00fcr die Zukunft absehbaren) Preisen der fossilen Energien amortisieren sich die Mehrausgaben.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund werden zum Jahresende in Deutschland bereits etwa 40.000 Pelletheizungen installiert sein. Der j\u00e4hrliche Zubau \u00fcberschreitet inzwischen die Marke von 10.000 St\u00fcck. Auch in anderen L\u00e4ndern boomt die Technik: In der Schweiz ist die Zahl der Pellet\u00f6fen in den letzten f\u00fcnf Jahren von 200 auf \u00fcber 2.000, die Zahl der Pelletkessel von 135 auf fast 3.000 angestiegen. In \u00d6sterreich sind derzeit etwa 30.000 Anlagen installiert.<\/p>\n<p>In Italien werden nach Branchensch\u00e4tzungen unterdessen schon 70.000 bis 100.000 Pellet\u00f6fen genutzt &#8211; allerdings als Zimmer\u00f6fen. Der Einsatz von Holzpellets in Zentralheizungen ist in Italien praktisch noch unbekannt. In Schweden sind mehr als 50.000 Holzpelletbrenner in Privath\u00e4usern in Betrieb, 8.000 kommen j\u00e4hrlich hinzu. Und dies, obwohl es in dem Land keinerlei staatliche F\u00f6rderung f\u00fcr Pelletheizungen gibt &#8211; die hohen schwedischen Energiepreise sind F\u00f6rderung genug.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Technik der Pelletfeuerung im kleinen Leistungsbereich damit in Mittel- und Nordeuropa l\u00e4ngst etabliert und weitgehend ausgereift ist, gibt es bei Gro\u00dfanlagen weitere wegweisende Entwicklungen. So werden Feuerungen zwischen 150 und 200 Kilowatt zunehmend f\u00fcr mehrere Brennstoffe ausgelegt. Damit kann der Betreiber anschlie\u00dfend zum Beispiel zwischen dem Einsatz von Hackschnitzeln und Pellets frei w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Zugleich prophezeien Branchenkenner, dass auch in Deutschland eine Entwicklung ansteht, die in Schweden bereits fortgeschritten ist: Bei den Skandinaviern n\u00e4mlich werden l\u00e4ngst so genannte &#8220;Industriepellets&#8221; eingesetzt. Diese haben einen Durchmesser von 10 bis 12 Millimeter und werden in Gro\u00dfanlagen bis 80 Megawatt Feuerungsleistung verbrannt.<\/p>\n<p>So steht den Pelletheizungen eine rosige Zukunft bevor. Zumal der umweltfreundliche Brennstoff in den vergangenen Jahren auch noch von unerwarteter Seite R\u00fcckenwind bekam &#8211; von Versicherungen n\u00e4mlich. Nachdem bei den \u00dcberschwemmungen an der Elbe im Sommer 2002 gro\u00dfe Sch\u00e4den durch ausgelaufenes Heiz\u00f6l entstanden, wurden erste F\u00e4lle bekannt, in denen die Assekuranzen Druck machten: Die Unternehmen weigerten sich, H\u00e4user an hochwassergef\u00e4hrdeten Standorten zu versichern &#8211; sofern die Eigent\u00fcmer nicht ihre Heizung auf Biobrennstoffe umstellen.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hochkonjunktur-bei-holzheizungen\/\" >2005-09-29<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Holzpelletheizungen sind technisch ausgereift. 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